Archiv und Sammlung

Das Malkasten Archiv und die Sammlung

So wie der 'Malkasten' unter den zahlreichen im 19. Jahrhundert gegründeten Künstlergesellschaften Deutschlands zu den ältesten und traditionsreichsten zählt, so gilt sein Archiv in der Geschlossenheit seiner Überlieferung als einzigartig unter den Institutionen, die Quellen zur Geschichte der bildenden Kunst überliefern, sammeln, erhalten und wissenschaftlich erschließen.

Es handelt sich um den seltenen Fall eines Bestandes von geschlossener Provenienz, der an seinem Entstehungsort - den historischen Gebäuden des weitläufigen Jacobi‘schen Gartens inmitten des Düsseldorfer Stadtzentrums - verblieben und vor größeren Verlusten durch Kriegseinwirkung bzw. Veräußerungen an private Sammler bewahrt worden ist.

Das Bemühen des Vereins, seine Tätigkeit seit den ersten Gründungsjahren umfassend durch Schriftstücke und Bildwerke zu dokumentieren, sowie die besondere Sorgfalt, die der KVM Archiv und Sammlung während des Zweiten Weltkrieges durch umsichtige Auslagerung zuteil werden ließ, ermöglichte die Überlieferung von wertvollem Schrift- und Bildgut zur rheinischen Kunstgeschichte.

Schrift- und Bildgut des KVM stellen dabei nicht nur einen illustrativen Spiegel der Vereinsgeschichte dar, sondern bieten darüber hinaus Studienmaterial zur Erforschung von Leben und Oeuvre einer Vielzahl von Künstlern der Düsseldorfer Malerschule, in deren glanzvolle Blütezeit die Gründung des KVM fiel. Die fruchtbare Auseinandersetzung zwischen den Vertretern der 1819 neugegründeten Akademie und den unterschiedlich ausgerichteten, nach Abschluß ihres Studiums außerhalb des akademischen Kunstbetriebes tätigen Malern verhalf damals Düsseldorf als Kunststadt zu überregionalem Ruhm.

Durch die komplexe Quellenlage von Schrift- und Bildgut bietet das Archiv des KVM in seiner Gesamtheit bisher kaum genutzte Forschungsmöglichkeiten für die klassische Kunst-, Kultur- und Sozialgeschichte sowie Wirtschafts- und Stadtgeschichte. Die bereits kurze Zeit nach der Vereinsgründung im Jahre 1848 angelegte und seitdem historisch gewachsene Bildsammlung setzt sich aus Handzeichnungen, Druckgraphiken, Gemälden und Photos zusammen, wobei es sich sowohl um Einzelblätter als auch Alben, Skizzenbücher und Mappenwerke handelt. Sie umfaßt ca. 8.000 Objekte, von denen die ältesten auf den Begründer der Düsseldorfer Malerschule, Wilhelm von Schadow zurückgehen, die jüngsten von den heutigen Künstlermitgliedern stammen.