Strange Days

Erinnerung ist ein Gespenst

Mit Alisa Berger, Luise Schröder, Natacha Nisic

im Gespräch mit Dr. Doris Krystof

organisiert von Katja Stuke.

»Culture Loop« geht in die zweite Runde. Dank der Förderung des Frauenkulturbüros kuratieren die vier Künstlerinnen im Vorstand des Künstlervereins spannende künstlerische Positionen.
Katja Stuke hat sich für die Videokünstlerinnen Natacha Nisic (Paris), Luise Schröder (Potsdam, Leipzig, Paris) und Alisa Berger (Köln, Tokyo) entschieden mit dem Ziel, jeweils eine ihrer Videoarbeiten großformatig im Theatersaal des Malkastens zu präsentieren und in einer Gesprächsrunde mit Dr. Doris Krystof (K21, Düsseldorf) zu diskutieren.

Alle drei Künstlerinnen beschäftigen sich auf jeweils unterschiedliche Art und Weise mit der Fragestellung nach Erinnerung, Geschichte und Mythen. Die Rezeption dieser Arbeiten verändert sich zur Zeit immer wieder neu und auch die Perspektive der Künstlerinnen auf ihr eigenes Werk unterliegt ständigen Änderungen.
Wie auch schon die erste »Culture Loop« Veranstaltung wird auch »Strange Days« eine hybride Form, zwischen Online-Präsentationen, Interviews, Fotografien und einem virtuellen Treffen finden. Zudem wird vom 2. Juni bis 14. Juli der Schaukasten rechts vor dem Hentrichhaus erstmalig bespielt werden.
Alle Beteiligten entwickelten zwischen Tokyo, Potsdam, Düsseldorf und
Paris verschiedene Formate und kommunizierten u.a. auch durch ihre Videos miteinander. Bei den neun kurzen Videos auf dieser Website ist jeder ‚Schnipsel‘ eine Reaktion auf das vorhergehende Video.

Am 9. Juni wird um 19 Uhr die Gesprächsrunde zwischen allen Beteiligten in einem ZOOM-Meeting stattfinden. Bei einem späteren Update soll eine kleine Publikation vorgestellt werden, bei der dann alle Beteiligten hoffentlich in Düsseldorf aufeinandertreffen.

Zoom Meeting: Meeting-ID: 969 0633 6451 Passwort: 037265

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Natacha Nisic Monde, März 2020

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Natacha Nisic Monde, April 2020

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Natacha Nisic Monde, Mai 2020

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Luise Schröder Gravity, 2020

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Luise Schröder Mayday, 2020

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Luise Schröder Eye Witness, 2020

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Alisa Berger Shelter

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Alisa Berger Overview

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Alisa Berger Experiment

Für die Reihe Culture Loop im Künstlerverein Malkasten hatte ich Euch drei (Video-)Künstlerinnen Alisa Berger, Luise Schröder und Natacha Nisic eingeladen, jeweils eine Videoarbeit, die sich mit Fragen nach Erinnerung beschäftigen, im Rahmen einer Abend-Veranstaltung zu präsentieren.

Könnt Ihr jeweils kurz etwas zu der Arbeit sagen, die ihr ursprünglich zeigen wolltet?

Luise: Ich hatte vor im Austausch mit den anderen Künstlerinnen die Videoarbeit: UNAMERICA Relocating memories von 2018 zu zeigen. In dieser Videoarbeit geht es um aktuelle Formen des Erinnerns und Gedenkens in Manzanar, einem ehemaligen Internierungslager für japanisch-stämmige US-Amerikaner*innen während des 2. Weltkriegs in Kalifornien.

Alisa:
[…] Während eines Aufenthaltes in Seoul habe ich an meiner neuen, völlig zufällig entstandenen Videoarbeit K-Saram gearbeitet, die sich nun zu einem Zyklus formiert. Ich sehe das aktuell entstandene Video als ersten Teil von einem drei- oder mehrteiligen Zyklus, in welchem ich weiter die Transidentitäten von koreanischen Diaspora-Menschen untersuchen will und das Element des Schamanismus in der koreanischen Kultur als roten Faden benutzen möchte. K-Saram baut auf meiner letzten um Erinnerung und Identität kreisenden Arbeit Three Borders auf, in der ich versucht habe, auf poetische Weise die Brüchigkeit von Identität, welche aus Geschichten und Erinnerungen sich zusammensetzt, in Frage zu stellen.

Natacha:
Ich hatte die Absicht, einen Auszug aus dem Video-Triptychon Osoresan zu zeigen, das ich 2018 gemeinsam mit dem Historiker Ken Daimaru gedreht habe. Diese Arbeit ist Teil einer fortlaufenden Reflexion über die Beziehung zu Katastrophen und Territorien in Japan. Osoresan versucht, mit verschiedenen Formen von Geschichten, Dokumentarfilmen, Wissenschaften oder Mythen, das Porträt einer markanten Gestalt zu entwickeln: Nakamura Take, eine 83-jährige Frau, die letzte blinde Itakos-Schamanin Japans. Die Frage nach der Blindheit im wörtlichen wie im metaphorischen Sinne steht im Mittelpunkt der Arbeit. […]

Wie verändert sich der Begriff der ‚Erinnerung‘ gerade für Dich?

Luise: Als Künstlerin beschäftige ich mich vor allem mit der Rezeption von Geschichte, geschichtlichen Narrativen und Erinnerungskonstruktionen. Die aktuelle Situation, d.h. Die Corona Pandemie und die daraus entstehenden gesellschaftlichen Entwicklungen lassen mich viel Nachdenken über die Frage, was ist ein „historischer Moment“, wie wird er visualisiert, welche Bilder und Narrative treten aus der Latenz hervor? Wie lassen sich die Dinge aus der gegenwärtigen Perspektive überhaupt fassen? In meiner Arbeit geht es viel um das Vermessen von Distanzen zwischen dem historischen Ereignis und seiner gegenwärtigen Rezeption. Im Moment ist es sehr schwer für mich die Distanzen zu erfassen, denn wir befinden uns mitten in einer Umbruchssituation, das meint wir befinden uns mitten in einem historischen Moment, der aber noch nicht abgeschlossen ist.

Alisa: Aus der angeeigneten Erinnerung von dystopischen Filmen und Büchern formt sich jetzt ein komischer Blick auf aktuelle Ereignisse. Plötzlich hat man das Gefühl, man hat das schon mal gesehen, aber in einer anderen Form, und man empfindet fast, dass man in die Zukunft sehen kann.
Erinnerungen sind für mich sensorische Ereignisse in einem narrativen oder halb-narrativen Zusammenhang. Die Prämisse für Film ist im Grunde die Fähigkeit, mit Erinnerungen zu arbeiten – den eigenen, den imaginierten oder den angeeigneten.
Ich würde fast sagen, Filme sind ein Weg, sich fremde Erinnerungen anzueignen. Und irgendwo verläuft eine schmale Grenze zwischen Erinnerungen und Realität.

Natacha: Die Erinnerung ist eine einzigartige Form des Gedächtnisses. Ich bin sicher, dass ich eine Erinnerung teilen kann, die nicht die meine eigene ist, wie z.B. im Fall von Fukushima, denn Katastrophen dieses Ausmaßes gehören zur menschlichen Erfahrung. Meine künstlerische Position besteht darin, eine zusätzliche Brücke zwischen dieser Erinnerung und unserer individuellen Subjektivität zu schlagen.
Seit dem Beginn der Pandemie ist etwas sehr Tiefgreifendes geschehen: Die Katastrophe steht nun im Zentrum meiner Erinnerungen, im Zentrum meines eigenen Gedächtnisses, und sie wird auf globaler Ebene geteilt. Meine Position ändert sich, ich blicke nicht mehr nach außen, es gibt keine geographische oder kulturelle Distanz mehr zu überbrücken.

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Für zwei Wochen haben die Künstlerinnen Natacha Nisic, Luise Schröder und Alisa Berger Videos zur Verfügung gestellt, die auf der Vimeo-Seite des Künstlerverein Malkasten mit einem Passwort ansehen können.

 

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Natacha Nisic Osoresan
Passwort: NatachaNisicStrangeDays2020

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Luise Schröder UNAMERICA Relocating memories
Passwort:
LuiseSchroederStrangeDays2020

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Alisa Berger Three Borders
Passwort: AlisaBergerStrangeDays2020

Natacha Nisic f,
Video HD Stereo, 17’, 2013
© Natacha Nisic, adagp

Natacha Nisic Osoresan,
3-Kanal Video Installation HD stereo, 17’35’’ 2018
© Natacha Nisic, adagp

Natacha Nisic Lieber Sterben als Sterben
HD stereo, 64’, 2017
© Natacha Nisic, adagp

Natacha Nisic erforscht in ihrem Werk die Beziehung zwischen Bildern, Interpretation, Ritual und Erinnerung. Ihre Arbeit hinterfragt die Natur des Bildes durch verschiedene Medien: Super 8, 16MM, Video, Fotografie und Zeichnung. Sie stellt auf der ganzen Welt aus; zu ihren jüngsten Ausstellungen gehören das Centre Pompidou (2020), das TOP Museum in Tokio (2018 – 2020), die Media Biennale City in Seoul (2016), Munfret in Buenos Aires (2016), »Echo«, Einzelausstellung im Jeu de Paume, Paris, (2014). Für Arte La Lucarne inszenierte sie »Andrea’s Sky« (2014) sowie »Lieber sterben als sterben« (2017) über den Ersten Weltkrieg und den deutschen Kunsthistoriker Aby Warburg. Sie hat das Kinder-Mahnmal am Shoah-Mahnmal in Paris produziert und arbeitet zu Fragen der Darstellung extremer Gewalt. Natacha Nisic hat zahlreiche Stipendien und Residenzen erhalten, darunter die Villa Kujoyama in Kyoto 2001 und 2016, das Gyeonngi Creation Center in Südkorea 2010 und die Villa Medici in Rom 2007. Ausbildung: École Nationale Supérieure des Arts Décoratifs, Paris; Deutsche Film und Fernseh Akademie, Berlin; La Femis, Paris. Geboren: Grenoble, Frankreich, 1967.
natachanisic.net

Luise Schröder Arbeit am Mythos, 2011

Luise Schröder She takes a hand herself in history, 2015

Luise Schröder La Barricade – Existing as a promise, work in progress

Luise Schröder ist bildende Künstlerin und lebt und arbeitet in Frankreich und Deutschland. Sie studierte Fotografie und Medienkunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig (DE). In ihren multimedialen Arbeiten, Videos, Fotografien, Publikationen und Vermittlungsformaten beschäftigt sie sich mit Fragestellungen von Geschichts- und Erinnerungskonstruktionen und deren Bedeutung für die Gegenwart. Im Besonderen interessiert sie inwiefern Narrative und Formen des Gedenkens durch Politik, Medien und Bildproduktionen beeinflusst werden und dabei Gemeinschaften und Identitäten formen und legitimieren.

Luise Schröders Projekte und Arbeiten wurden in den vergangenen Jahren in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert, u.a. bei den Rencontres Internationales Paris/Berlin (F), in der Kunsthalle Baden Baden (DE), in der Galerie EIGEN+ART (Berlin/Leipzig, DE) und während der 7. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst in Berlin (DE). Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen erhielt die Künstlerin 2012 den C/O Talents Award und 2020 den SpallArt Preis Salzburg. Darüber hinaus hatte sie 2016 einen Aufenthalt in der Villa Aurora in Los Angeles und wurde 2018/19 vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien mit einer Residenz in der Cité Internationale des Arts in Paris ausgezeichnet. luiseschroeder.org

Alisa Berger Three Borders Filmstills, 2017

Alisa Berger K-SARAM: Tale of pig head
(work in progress) 2020

Alisa Berger, BERGERNISSEN AWAKENING|DESTRUCTION, 2019 (Dokumentation einer Performance)

Alisa Berger wurde 1987 in Machatschkala, Republik Dagestan, geboren und wuchs in Lviv, Ukraine und Essen, DE auf. Sie studierte Film und Bildende Kunst an der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) und der Universidad Nacional de Colombia Bogotá. Mit ihrem Spielfilmdebüt „Die Körper der Astronauten“ wurde sie zum Max-Ophüls-Preis eingeladen, für FIRST STEPS nominiert und erhielt New Directors Award beim Int. Filmfestival Uruguay. 2019 gründete Alisa zusammen mit den Filmemacherinnen Anna Kruglova und Yana Ugrekhelidze die internationale Filmproduktionsfirma FORTIS FEM FILM, die sich der Sichtbarkeit von Frauen und ihren Geschichten im Film widmet. Im Jahr 2019 wurde FORTIS FEM FILM durch das Stipendium des Mediengründerzentrums NRW (VGF-Stipendium) unterstützt und die Projekte der Firma wurden von der Filmstiftung NRW, dem Kuratorium Junger Deutscher Film und dem BKM gefördert. Gegenwärtig arbeitet Alisa an ihrem experimentellen Dokumentarfilm über die Nachfahren der japanischen Tanzikonen Kazuo Ohno und Tatsumi Hijikata. Ihre Filme werden vom Canadian Filmmakers Distribution Center vertrieben.

Alisa ist Teil des Performance-Duos BERGERNISSEN zusammen mit der Künstlerin und Filmemacherin Lena Ditte Nissen. Ihre künstlerischen Arbeiten wurden in einer Vielzahl von Veranstaltungsorten, Festivals und Museen weltweit präsentiert, darunter das Historische Museum Tiflis, BACC – Bangkok Art & Culture Centre, MMOMA Moskau, Anthology Film Archives, CCA – Center for Contemporary Art, EMAF, Dovzhenko Film Centre, KAI10 Arthena Foundation, KINDL – Zentrum für Zeitgenössische Kunst, NCCA – Ural National Centre of Contemporary Art, HMKV Hartware MedienKunstVerein Dortmund, Seoul Geumcheon Art Space.
www.alisabergermun.com/en

Natacha Nisic Monde, 2020
vom 2. bis 16. Juni 2020, Schaukasten rechts vor dem Künstlerverein Malkasten, Jacobistraße 6a, 40211 Düsseldorf

Luise Schröder
vom 16. bis 30. Juni 2020, Schaukasten rechts vor dem Künstlerverein Malkasten, Jacobistraße 6a, 40211 Düsseldorf

Alisa Berger
vom 30. Juni bis 14. Juli 2020, Schaukasten rechts vor dem Künstlerverein Malkasten, Jacobistraße 6a, 40211 Düsseldorf

Dr. Doris Krystof  ist Kuratorin der K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Wichtige von Krystof kuratierte Ausstellungsprojekte sind Yves Klein (Köln / Düsseldorf 1994), Daniel Buren (Düsseldorf 1996), Steve McQueen (Wien 2001), Heimo Zobernig (Wien/Basel/Düsseldorf 2002/2003), »Ich ist etwas anderes« ( Düsseldorf 2000), »Sie träumen von ihrem Lieblingsstar. Er spricht mit einer anderen Sprache. Vier Räume aus der Sammlung Schürmann« (Düsseldorf 2002) und eine Retrospektive von Martin Kippenberger (Düsseldorf 2006, in Zusammenarbeit mit Tate Modern, London). Sie studierte Kunstgeschichte, Linguistik/Literatur und Geschichte in Freiburg und Köln.

Katja Stuke ist die zweite Vorsitzende des Künstlerverein Malkasten. Oft gemeinsam mit Oliver Sieber deckt sie ein breites Spektrum an Identitäten ab: Fotografin und Künstlerin, Kuratorin und Initiatorin von Ausstellungen, Gestalterin und Herausgeberin von Künstlerbüchern. Wer sie jeweils gerade sind, wenn sie sich durch ihren fotografischen Kosmos bewegen, lässt sich nicht immer mit Gewissheit sagen. Durch ihr Werk und ihre Vermittlungstätigkeit sind sie jedoch längst schon zu Moderatoren einer bestimmten fotografischen Kultur geworden. 2017 gewannen sie den LUMA Award des Festivals Rencontres d‘Arles.  Seit 2005 waren sie regelmäßig im Ausland tätig unter anderem in Künstlerresidenzen in Osaka, Tokyo, Paris, Chicago, Rotterdam, Sarajevo oder Toronto. Ihre Arbeiten waren zuletzt ausgestellt in der Kunsthalle Gießen (2019), dem Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (2018/19), CCCB Barcelona (2016), Kunsthaus Kornelimünster (2016), Museum for Contemporary Photography Chicago (2015).

STRANGE DAYS ist eine Veranstaltung im Rahmen von Culture Loop, einer Kooperation des Künstlerverein Malkasten mit dem Frauenkulturbüro NRW und in Zusammenarbeit mit dem Kunstpalast.

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ET IN ARCADIA EGO Begrüßung und Videobotschaft von Dr. Susanne Ristow.

 

Aperitivo Angelika — Zoom-Meeting
am 5. Mai 19 – 20 Uhr

Ein Zoom Meeting zur „Eröffnung“ der Veranstaltung, deren Beiträge ab jetzt hier auf der Website anzuhören, anzusehen, nachzulesen sind.

 

Angelika

AMBULANZ/////DOC SU & TRICKSTER

9. Mai 2020 ab 19 Uhr

Prof. Dr. Christina von Braun
Dr. Bettina Baumgärtel
Dr. Verena Meis
Volker Hermes
Aylin Leclaire

 

Zur lebhaften Erinnerung an die gerade erst wieder geöffneten Ausstellung im Kunstpalast behandelt die Düsseldorfer Künstlerin und Medienwissenschaftlerin Dr. Susanne Ristow am Beispiel der vielgereisten, weltoffenen Künstlerin und Europäerin Angelika Kauffmann in ihrer kulturvirologischen AMBULANZ Streitfragen gegenwärtiger Geschlechterrollen in künstlerischer Produktion und Gender Studies mit Künstler*innen und Wissenschaftler*innen wie der Kauffmann-Expertin und Kuratorin Dr. Bettina Baumgärtel, der Kulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Christina von Braun, der Literaturwissenschaftlerin Dr. Verena Meis, den Künstlerkolleg*innen Volker Hermes und Aylin Leclaire und dem Publikum.

 

Abb.: © Volker Hermes „Hidden Kauffmann“ Fotocollage (2019)

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von w.soundcloud.com zu laden.

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Autonomie ist ein Sternenhimmel, ein audio-meditativer Kommentar über Peripherie und Autonomie von Aylin Leclaire und Verena Meis nebst eines digitalen Austauschpapiers: »Drei Fragen an Aylin Leclaire«. Bildmotiv: Aylin Leclaire, Himmelszelt 2017.

 

Drei Fragen an Aylin Leclaire

Wie hört sich eine Geste der künstlerischen Autonomie an? Wie klingt sie? Wie fühlt sie sich an? Aus welchem Material ist sie?

Künstlerische Autonomie bedeutet für mich die selbstständige Suche nach Lösungsmöglichkeiten, um Barrieren zu durchbrechen. Es ist wie der gelungene Ausbruch aus einem Gefängnis oder der gelungene Einbruch in ein gut geschütztes Gebäude. Jeder Gegenstand, jedes System wurde von Menschenhand erbaut. Jedes Verbindungsstück hat seine Schwachstelle und ist demontabel. Die Notwendigkeit zur Autonomie besteht dann, wenn der übliche Weg zum Ziel versperrt ist. Das Finden alternativer Wege durch das Auseinandernehmen des Gegenstandes bedeutet die Selbständigkeit des Individuums.

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Angelika Konzertaufnahme aus dem Jacobihaus des Malkasten Düsseldorf in Kombination mit einer Videocollage aus Bildmotiven des Künstlers Volker Hermes, der Angelika Kauffmann neu interpretiert. Musikalische Interpretation des Mozart Duo in G KV423 Irmgard Zavelberg (Violine) und Martina Horejsi (Viola). Realisation: Xénia Imrová, Idee: Susanne Ristow.

 

Liebe, cara, dear Angelika,

in welcher Sprache hätte ich mit Dir gesprochen? Ich vermute, Du hast Dich mühelos auf Deutsch, Englisch, Italienisch verständigt. Vielleicht auch auf Französisch, obwohl Du nicht in Frankreich gelebt hast. Zu Deiner Zeit beherrschten die meisten europäischen Intellektuellen drei oder mehr Sprachen. Es war Grundvoraussetzung, um sich von Land zu Land, von Hof zu Hof zu bewegen. Heute kommt man überall mit Englisch durch. Du natürlich sprachst Englisch, lebtest ja in London, aber sonst war die Sprache nicht so verbreitet wie heute.

Warum das Englische dominant wurde? Weil die Engländer sich eine kleine „Kolonie“ jenseits des Atlantiks zugelegt hatten und dieser Vorposten sich unabhängig machte und danach politisch und ökonomisch immer gewichtiger wurde. Aus der Kolonie wurde eine Weltmacht – die Weltmacht, sagen einige. Womöglich würdest Du heute in den USA leben und arbeiten. Mit Sicherheit wären die amerikanischen Museen verrückt nach Deinen Bildern.

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Christina von Braun, Brief an Angelika Kauffmann. 2020

ANGELIKA.

Virale Dekonstruktion des Künstlergenies.

Ein Gespräch zwischen Kuratorin und Kauffmann-Expertin Bettina
Baumgärtel und Kulturvirologin und Künstlerin Susanne Ristow.

Susanne Ristow: Liebe Bettina, in der der Corona-Krise leidet die Kulturszene ganz besonders unter Schließungen der Orte der Kunst und Sozialer Distanz. Anscheinend ist Kunst auch deutlich weniger systemrelevant als ein Baumarkt oder Gartencenter. Wie erlebst Du als Kuratorin einer vor wenigen Wochen eröffneten Ausstellung diese schwierige Situation?
Bettina Baumgärtel: Ende Januar haben wir unsere Ausstellung „Verrückt nach Angelika Kauffmann“ nach dreijähriger Vorbereitung endlich eröffnet, Mitte März kam plötzlich die Schließung auf Grund der Corona-Pandemie. Das war schon schade, denn die Ausstellung kam beim Publikum ausgesprochen gut an und versprach ein richtiger Erfolg zu werden. Die Enttäuschung des Publikums war entsprechend groß, wie ich an den vielen Reaktionen, die ich erhalten habe, ablesen konnte. Auch für mich als Kuratorin war die Schließung traurig. Nach vielen Jahren Forschung über Leben und Werk von Angelika Kauffmann war das nicht irgendeine Schau, sondern ein Herzensprojekt. Nun hoffen wir, die Ausstellung wenigstens Ende Mai noch verlängern zu können.
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ANGELIKA ist eine Veranstaltung im Rahmen von Culture Loop, einer Kooperation des Künstlerverein Malkasten mit dem Frauenkulturbüro NRW und in Zusammenarbeit mit dem Kunstpalast.

Alle Beteiligten

 

Christina von Braun, Prof. Dr. phil., Kulturtheoretikerin, Autorin, Filmemacherin. Professorin i.R. für Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. Über fünfzig Filmdokumentationen, zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Ideen-, Mentalitäts- und Geschlechtergeschichte. 1996 Mitgründerin und langjährige Leiterin des Studiengangs und Zentrums Gender Studies an der HU. 2012 Gründungsleiterin des Selma-Stern-Zentrums für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg. Aktuell Senior Research Fellow ebendort. 2013 Sigmund Freud Kulturpreis.
Zu den neueren Büchern gehören: Christina von Braun, Blutsbande. Verwandtschaft als Kulturgeschichte, Berlin (Aufbau) 2018; Christina von Braun/Micha Brumlik (Hg.), Handbuch Jüdische Studien, Köln (Böhlau/utb) 2018. Versuch über den Schwindel. Religion, Schrift, Bild, Geschlecht, Gießen (Psychosozial) 2016; Der Preis des Geldes. Eine Kulturgeschichte, Berlin (Aufbau) 2012. website»»

Bettina Baumgärtel (*1957 in Wuppertal), Kunsthistorikerin und Leiterin der Gemäldesammlung am Kunstpalast Düsseldorf.  Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Malerei und Graphik des 18. bis 21. Jahrhunderts mit Schwerpunkt Klassizismus. Seit ihrem Studium der Kunstgeschichte, Archäologie und Philosophie an den Universitäten Bonn und Berlin beschäftigt sie sich mit Fragen der Wahrnehmung und Repräsentation von Kunst und Künstlerinnen unter Gender-Perspektive. Ihre Promotion über „Angelika Kauffmann (1741-1807). Bedingungen weiblicher Kreativität in der Malerei des 18. Jahrhunderts“ baute sie während der Forschungsaufenthalte in Italien, Großbritannien, den USA oder Russland (Hertziana, Courtauld Institut, Paul Getty Institute, Eremitage) weiter aus. Seit 1990 leitet sie das „Angelika Kauffmann Research Project_AKRP, mit dem Ziel, das Kritische Werkverzeichnis der Künstlerin»» zu erstellen.
Als Leiterin der Graphischen Sammlung erweitere sie die Sammlung um zeitgenössische Zeichnung und Fotografie. In zahlreichen Ausstellungen und Publikationen wandte sie sich der Kunst und Kunsttheorie des 16.-21. Jahrhunderts zu („Die Galerie der Starken Frauen. Die Heldin in der französischen und italienischen Kunst des 17. Jahrhunderts“), ging den Präsentationsformen fürstlicher Sammlungen nach („Himmlisch Herrlich Höfisch. Peter Paul Rubens, Johann Wilhelm von der Pfalz, Anna Maria Luisa de’ Medici“) und erstellte den ersten Bestandskatalog der niederländischen und flämischen Gemälde. Ab 2000 baute sie ein Dokumentationszentrum Düsseldorfer Malerschule (DDM) auf und präsentierte die Düsseldorfer Malerschule 2011 im internationalen Kontext. Von 2016 bis 2020 kuratierte sie Angelika Kauffmann-Ausstellungen in Stendal, Dessau-Wörlitz, Bregenz, Schwarzenberg und Düsseldorf.

Aylin Leclaire (*1992 in Duisburg) kreiert in ihren Arbeiten Narrative, die Machtstrukturen und menschlichen Interaktionen untersuchen. Sie benutzt unterschiedlichste Materialien und Medien, um politische, emotionale und räumliche Aspekte von Zuständen darzustellen. Ein holistischer Ansatz ist eine Konstante in ihren Werken. Dafür benutzt sie nicht selten Sound und Musik und lässt so den Betrachter vollends in Orte, Geschichten und Situationen eintauchen.
Die Künstlerin beschäftigt sich jedoch nicht allein mit der dargestellten Interaktion oder der Interaktion zwischen Werk und Betrachter, sondern kollaboriert immer wieder im Arbeitsprozess mit anderen Künstler*innen und schafft so eine Interaktion zwischen unterschiedlichen Arbeitsweisen und Perspektiven.
Aylin Leclaires künstlerische Arbeit ist kritisch und verspielt. Sie mag es zu provozieren und beweist dabei Humor, während sie Akteure und Betrachter herausfordert und dabei zum Teil ihrer Werke macht. 2019 schloss Aylin Leclaire ihr Studium an der Kunstakademie Düsseldorf als Meisterschülerin von Martin Gostner ab. Sie studierte zudem am Sandberginstituut im Studiengang „Master of Voice“. Aktuell lebt und arbeitet sie in Düsseldorf. website»»

Verena Meis, 1982 in Mönchengladbach geboren, lebt und arbeitet in Düsseldorf. Sie ist derzeit als Dramaturgin am FFT Düsseldorf tätig. Als Mitbegründerin des Qualleninstituts erforscht sie das diaphane Wesen als transmediale, ästhetische und ökologische Denkfigur. Sie ist Mitglied im Rat der Künste und Beiratsmitglied Tanz Theater der Landeshauptstadt Düsseldorf. Nach dem Studium der Germanistik und Medienwissenschaft promovierte sie mit einer Arbeit zu Thomas Bernhard und war als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Germanistik an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf tätig. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Gegenwartsliteratur und -theater, Performance, Popkultur und Quallen. website»»

Volker Hermes (*1972 in Wegberg/NRW) studierte von 1995-2002 Malerei an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Dieter Krieg. Er beschäftigt sich über seine eigene bildnerische Arbeit hinaus mit der gesellschaftlichen und politischen Rolle, die die Malerei in der Vergangenheit eingenommen hat. Seine Fotocollagen sind gezielte Eingriffe in Werke der Kunstgeschichte und spitzen Formen von Repräsentation und Strukturen früher Öffentlichkeitsarbeit in den Gemälden zu. Im Kontext der Kunst als Auftrag und dem Verhältnis von Bild und Abbild beleuchten sie durchaus humorvoll das wirkungsmächtige Medium Malerei, welches unsere gesamte visuelle Vorstellung vergangener Gesellschaften prägt. website»»

Martina Horejsi-Kiefer studierte Viola bei Barbara Westphal an der Musikhochschule Lübeck, bei Yossi Gutman am Joseph Haydn-Konservatorium Eisenstadt in Österreich und bei Hartmut Rohde an der Hochschule der Künste in Berlin. Nach dem Studium nahm sie an letzterer zunächst eine Lehrtätigkeit auf. Als Solistin trat sie mit dem Radiokammerorchester Köln und der Camerata Kiel auf. Seit 2002 ist sie Vorspielerin der Bratschen des Gürzenich-Orchester Köln. Neben ihrer Orchestertätigkeit musiziert sie regelmäßig in verschiedenen Kammermusikensembles und ist Bratschistin des Rubin-Quartetts.website»»

Nach ihrem Studium mit Abschluss Konzertexamen in Köln und Karlsruhe widmet sich Irmgard Zavelberg hauptsächlich der Kammermusik. Mit dem 1992 gegründeten Rubin Quartett konzertiert sie auf wichtigen Konzertpodien Europas wie Concertgebow Amsterdam und berühmten Kammermusikfestivals wie dem Rheingau Festival, Schwätzinger Festspiele,Streichquartettfestival Luberon,Mailand,und dem Oslo Chamber Music Festival.Zahlreiche Uraufführungen und CD – Einspielungen haben dem Rubin Quartett längst internationalen Ruhm beschert und stießen stets auf begeisterte Kritiker. Erste Preise bei renommierten Streichquartett Wettbewerben runden die Erfolgsgeschichte des Rubin Quartett ab. Neben ihrer Tätigkeit im Rubin Quartett konzertiert Irmgard Zavelberg als Solistin und Konzertmeisterin viele Jahre im Kölner Kammerorchester.Seit 2008 ist sie festes Mitglied im Kammerorchster Basel und regelmäßig als Aushilfe in der Oper Köln und dem WDR Sinfonieorchster tätig. Im Duo mit der Gitarristin Barbara Lechner überzeugt sie zudem ihr Publikum durch ihr mitreißendes , farbenreiches und temperamentvolles Spiel. website»»

Xénia Imrová (*1971 in Bratislava, Slowakei) ist visuelle Künstlerin. Zeichnug, Fotografie, Skulptur und Installationen verbindet sie im Bewegtbild mit weiteren Medien. Nach ihrem Studium der bildenenden Kunst in Bratislava und Düsseldorf war sie faszieniert vom Video und der damit verbundenen Animations-Technik. Das Bewegtbild ermöglicht ihr in ihren Werken aus der Distanz des Beobachtens auch beinahe Unmögliches zusammenzubringen. Ihr bildnerisch taktisches Vorgehen ist in ihren Videos und Animationen inhaltlich verdrahtet, sowie in ihren fortlaufenden Fotocollage-Zyklen wie z. B. COSMOPOLITAN MANIA. Die Künstlerin aus Düsseldorf präsentiert ihre Werke im In- und Ausland. Seit 2016 beteiligt sie sich gemeinsam mit anderen Künstler*innen an der Ausstellungsreihe des Projektes ‚dimensions variable‘. Ihre Leidenschaft für die Kunst in Verbindung mit dem Medialen bringt sie auch als Kunstvermittlerin ein. website»»

Susanne Ristow (*1971 in Lübeck) ist interdisziplinär tätige Künstlerin und Medienwissenschaftlerin. Zeichnung, Graphik, Malerei, Video, Performance, Installation, Skulptur, Artistic Research – sie selbst fasst alle Disziplinen zu dem Begriff BILDNEREI zusammen. Die Düsseldorfer Künstlerin ist weltweit nicht nur mit Ausstellungsprojekten präsent, sondern auch als leidenschaftliche Kunstvermittlerin. Seit vielen Jahren erforscht sie biologische, technologische und kulturelle Viralität, wozu sie eine Dissertation verfasst hat. In großen Zeichenzyklen wie „Agitatorische Zeichnung“, „Einsame Helden“, „Adonis Depot“, „Infectious Basterds“, „Viral Love“ oder „Trickster“ erprobt sie die infektiösen Möglichkeiten von Bildern, Texten und Aktionen im öffentlichen und im virtuellen Raum als „Viral Art“. In Performance Lectures und Interaktionen mit Kollaborateuren entwickelt sie mithilfe der Denkfigur des Virus komplexe Zusammenhänge zwischen Kunst und Wissenschaft. Aktuell ist sie in ihrem neuen Dialogformat „AMBULANZ ////// Doc Su & Trickster“ tätig, um grundsätzliche Fragen der KULTURVIROLOGIE im regionalen und internationalen Kontext zu behandeln. website»»

Eine Kooperation zwischen dem Künstlerverein Malkasten
und dem Frauenkulturbüro NRW

Culture Loop

Susanne Ristow, Marie Ogoshi, Melanie Richter, Katja Stuke.

Der Künstlerverein Malkasten kooperiert in diesem Jahr mit dem Frauenkulturbüro NRW, um das landesweite Netzwerk mit Künstlerinnen aller Sparten in Düsseldorf vorzustellen.

Dafür entwickeln die mittlerweile vier Künstlerinnen des Vorstands des Künstlervereins (Katja Stuke als 2. Vorsitzende mit Marie Ogoshi, Melanie Richter und Susanne Ristow) vier Veranstaltungen für das laufende Jahr, die aus unterschiedlichen Perspektiven von Künstler*innen einen Blick auf diverse Aspekte der bildenden Kunst werfen.

Bei seiner Gründung im Jahr 1848 hatte der Künstlerverein Malkasten nur männliche Mitglieder. Ebenso war es Frauen verwehrt sich an Kunstakademien einzuschreiben. Mit den gesellschaftlichen Veränderungen in den 7oer Jahren des 20-igsten Jahrhunderts, wurden im Künstlerverein auch Künstlerinnen zugelassen. Heute beteiligen sich Künstlerinnen selbstverständlich am Vereinsleben, den Veranstaltungen und Ausstellungen. So beteiligten sich am zurückliegenden „Kleinen Format“ des Jahre 2019- 2020 im Jacobihaus, unsere Mitglieder- Jahresausstellung- 82 Künstlerinnen- und 83 Künstler. Ein Künstlerverein Malkasten- ohne Künstlerinnen wäre heute völlig undenkbar.

Anfang Mai wird es zunächst im Rahmen der Reihe AMBULANZ///Doc Su & Trickser eine Veranstaltung zu Angelika Kauffmann geben. Der Kunstpalast widmet Angelika Kauffmann (1741–1807), der berühmtesten Künstlerin im Zeitalter der Aufklärung und Empfindsamkeit, eine große Überblicksausstellung. Dr. Susanne Ristow hat in diesem Kontext die Kuratorin Dr. Bettina Baumgärtel, die Kulturwissenschaftlerin und Filmemacherin Dr. Christina von Braun, die Literatur- und Theaterwissenschaftlerin Dr. Verena Meis, den Künstler Volker Hermes und die Künstlerin Aylin Leclaire eingeladen, um Streitfragen gegenwärtiger Geschlechterrollen in künstlerischer Produktion zu verhandeln.

Für Ende Mai plant Katja Stuke eine Veranstaltung mit den Video-Künstlerinnen Alisa Berger, Natacha Nisic und Luise Schröder, moderiert von Dr. Doris Krystof.
Aktuell werden angesichts der Corona Krise gemeinsame Konzepte mit den Künstlerinnen entwickelt, um ihre Kunst in Video-Clips auf einer eigenen Internet-Plattform zu präsentieren.

Da der Künstlerverein Malkasten aktuell geschlossen ist, werden für alle Veranstaltungen proaktiv alternative,netzbasierte Möglichkeiten ausprobiert, so dass auch digital die Auseinandersetzung mit aktuellen Debatten in der bildenden Kunst weitergeführt werden kann.

Im Herbst geht die Reihe weiter mit der Debatte von Melanie Richter über die Autonomie der Kunst. Marie Ogoshi lädt Künstlerinnen dazu ein, auf die Räume des Künstlervereins mit Performances und Installationen zu reagieren.

Ebenso in Planung stand ein großes Künstlerinnenfest, zu dem in der 100-jährigen Tradition des Malkastens internationale Gäste geladen werden sollten. Dieses Vorhaben wird auf 2021 verschoben, so dass die für 2020 budgetierten freiwerdenden Mittel den Alumni des Frauenkulturbüros in Form von Mikrostipendien zur Verfügung gestellt werden können.