Strange Days
ERINNERUNG IST EIN GESPENST

Alisa Berger
Natacha Nisic
Luise Schröder

im Gespräch mit
Dr. Doris Krystof

Ab 2. Juni 2020: alle Videos an dieser Stelle online
9. Juni 2020 19 – 20 Uhr (pünktlich):
ZOOM Gesprächsrunde

 

»Culture Loop« geht in die zweite Runde. Dank der Förderung des Frauenkulturbüros kuratieren die vier Künstlerinnen im Vorstand des Künstlervereins spannende künstlerische Positionen.
Katja Stuke hat sich für die Videokünstlerinnen Natacha Nisic (Paris),
Luise Schröder (Potsdam, Leipzig, Paris) und Alisa Berger (Köln, Tokyo) entschieden mit dem Ziel, jeweils eine ihrer Videoarbeiten großformatig im Theatersaal des Malkastens zu präsentieren und in einer Gesprächsrunde mit Dr. Doris Krystof (K21, Düsseldorf) zu diskutieren. Alle drei Künstlerinnen beschäftigen sich auf jeweils unterschiedliche Art und Weise mit der Fragestellung nach Erinnerung, Geschichte und Mythen. Die Rezeption dieser Arbeiten verändert sich zur Zeit immer wieder neu und auch die Perspektive der Künstlerinnen auf ihr eigenes Werk unter-liegt ständigen Änderungen.
Wie auch schon die erste »Culture Loop« Veranstaltung wird auch »Strange Days« eine hybride Form, zwischen Online-Präsentationen, Interviews, Fotografien und einem virtuellen Treffen finden. Zudem wird vom 2. Juni bis 14. Juli der Schaukasten rechts vor dem Hentrichhaus erstmalig bespielt werden.
Alle Beteiligten entwickeln zwischen Tokyo, Potsdam, Düsseldorf und
Paris verschiedene Formate, die ab dem 2. Juni online unter diesem Link»»  zu sehen zu sehen sein werden.
Am 9. Juni wird um 19 Uhr die Gesprächsrunde zwischen den vier Beteiligten in einem ZOOM-Meeting stattfinden. Der Link zu dem Meeting wird unter dem gleichen Link an 2. Juni veröffentlich werden. Bei einem späteren ‚Update‘ soll eine kleine Publikation vorgestellt werden, bei der dann alle Beteiligten hoffentlich in Düsseldorf aufeinandertreffen.

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ET IN ARCADIA EGO Begrüßung und Videobotschaft von Dr. Susanne Ristow.

 

Aperitivo Angelika — Zoom-Meeting
am 5. Mai 19 – 20 Uhr

Ein Zoom Meeting zur „Eröffnung“ der Veranstaltung, deren Beiträge ab jetzt hier auf der Website anzuhören, anzusehen, nachzulesen sind.

 

Angelika

AMBULANZ/////DOC SU & TRICKSTER

9. Mai 2020 ab 19 Uhr

Prof. Dr. Christina von Braun
Dr. Bettina Baumgärtel
Dr. Verena Meis
Volker Hermes
Aylin Leclaire

 

Zur lebhaften Erinnerung an die gerade erst wieder geöffneten Ausstellung im Kunstpalast behandelt die Düsseldorfer Künstlerin und Medienwissenschaftlerin Dr. Susanne Ristow am Beispiel der vielgereisten, weltoffenen Künstlerin und Europäerin Angelika Kauffmann in ihrer kulturvirologischen AMBULANZ Streitfragen gegenwärtiger Geschlechterrollen in künstlerischer Produktion und Gender Studies mit Künstler*innen und Wissenschaftler*innen wie der Kauffmann-Expertin und Kuratorin Dr. Bettina Baumgärtel, der Kulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Christina von Braun, der Literaturwissenschaftlerin Dr. Verena Meis, den Künstlerkolleg*innen Volker Hermes und Aylin Leclaire und dem Publikum.

 

Abb.: © Volker Hermes „Hidden Kauffmann“ Fotocollage (2019)

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Autonomie ist ein Sternenhimmel, ein audio-meditativer Kommentar über Peripherie und Autonomie von Aylin Leclaire und Verena Meis nebst eines digitalen Austauschpapiers: »Drei Fragen an Aylin Leclaire«. Bildmotiv: Aylin Leclaire, Himmelszelt 2017.

 

Drei Fragen an Aylin Leclaire

Wie hört sich eine Geste der künstlerischen Autonomie an? Wie klingt sie? Wie fühlt sie sich an? Aus welchem Material ist sie?

Künstlerische Autonomie bedeutet für mich die selbstständige Suche nach Lösungsmöglichkeiten, um Barrieren zu durchbrechen. Es ist wie der gelungene Ausbruch aus einem Gefängnis oder der gelungene Einbruch in ein gut geschütztes Gebäude. Jeder Gegenstand, jedes System wurde von Menschenhand erbaut. Jedes Verbindungsstück hat seine Schwachstelle und ist demontabel. Die Notwendigkeit zur Autonomie besteht dann, wenn der übliche Weg zum Ziel versperrt ist. Das Finden alternativer Wege durch das Auseinandernehmen des Gegenstandes bedeutet die Selbständigkeit des Individuums.

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Angelika Konzertaufnahme aus dem Jacobihaus des Malkasten Düsseldorf in Kombination mit einer Videocollage aus Bildmotiven des Künstlers Volker Hermes, der Angelika Kauffmann neu interpretiert. Musikalische Interpretation des Mozart Duo in G KV423 Irmgard Zavelberg (Violine) und Martina Horejsi (Viola). Realisation: Xénia Imrová, Idee: Susanne Ristow.

 

Liebe, cara, dear Angelika,

in welcher Sprache hätte ich mit Dir gesprochen? Ich vermute, Du hast Dich mühelos auf Deutsch, Englisch, Italienisch verständigt. Vielleicht auch auf Französisch, obwohl Du nicht in Frankreich gelebt hast. Zu Deiner Zeit beherrschten die meisten europäischen Intellektuellen drei oder mehr Sprachen. Es war Grundvoraussetzung, um sich von Land zu Land, von Hof zu Hof zu bewegen. Heute kommt man überall mit Englisch durch. Du natürlich sprachst Englisch, lebtest ja in London, aber sonst war die Sprache nicht so verbreitet wie heute.

Warum das Englische dominant wurde? Weil die Engländer sich eine kleine „Kolonie“ jenseits des Atlantiks zugelegt hatten und dieser Vorposten sich unabhängig machte und danach politisch und ökonomisch immer gewichtiger wurde. Aus der Kolonie wurde eine Weltmacht – die Weltmacht, sagen einige. Womöglich würdest Du heute in den USA leben und arbeiten. Mit Sicherheit wären die amerikanischen Museen verrückt nach Deinen Bildern.

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Christina von Braun, Brief an Angelika Kauffmann. 2020

 

ANGELIKA.

Virale Dekonstruktion des Künstlergenies.

Ein Gespräch zwischen Kuratorin und Kauffmann-Expertin Bettina
Baumgärtel und Kulturvirologin und Künstlerin Susanne Ristow.

Susanne Ristow: Liebe Bettina, in der der Corona-Krise leidet die Kulturszene ganz besonders unter Schließungen der Orte der Kunst und Sozialer Distanz. Anscheinend ist Kunst auch deutlich weniger systemrelevant als ein Baumarkt oder Gartencenter. Wie erlebst Du als Kuratorin einer vor wenigen Wochen eröffneten Ausstellung diese schwierige Situation?
Bettina Baumgärtel: Ende Januar haben wir unsere Ausstellung „Verrückt nach Angelika Kauffmann“ nach dreijähriger Vorbereitung endlich eröffnet, Mitte März kam plötzlich die Schließung auf Grund der Corona-Pandemie. Das war schon schade, denn die Ausstellung kam beim Publikum ausgesprochen gut an und versprach ein richtiger Erfolg zu werden. Die Enttäuschung des Publikums war entsprechend groß, wie ich an den vielen Reaktionen, die ich erhalten habe, ablesen konnte. Auch für mich als Kuratorin war die Schließung traurig. Nach vielen Jahren Forschung über Leben und Werk von Angelika Kauffmann war das nicht irgendeine Schau, sondern ein Herzensprojekt. Nun hoffen wir, die Ausstellung wenigstens Ende Mai noch verlängern zu können.
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ANGELIKA ist eine Veranstaltung im Rahmen von Culture Loop, einer Kooperation des Künstlerverein Malkasten mit dem Frauenkulturbüro NRW und in Zusammenarbeit mit dem Kunstpalast.

Alle Beteiligten

 

Christina von Braun, Prof. Dr. phil., Kulturtheoretikerin, Autorin, Filmemacherin. Professorin i.R. für Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. Über fünfzig Filmdokumentationen, zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Ideen-, Mentalitäts- und Geschlechtergeschichte. 1996 Mitgründerin und langjährige Leiterin des Studiengangs und Zentrums Gender Studies an der HU. 2012 Gründungsleiterin des Selma-Stern-Zentrums für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg. Aktuell Senior Research Fellow ebendort. 2013 Sigmund Freud Kulturpreis.
Zu den neueren Büchern gehören: Christina von Braun, Blutsbande. Verwandtschaft als Kulturgeschichte, Berlin (Aufbau) 2018; Christina von Braun/Micha Brumlik (Hg.), Handbuch Jüdische Studien, Köln (Böhlau/utb) 2018. Versuch über den Schwindel. Religion, Schrift, Bild, Geschlecht, Gießen (Psychosozial) 2016; Der Preis des Geldes. Eine Kulturgeschichte, Berlin (Aufbau) 2012. website»»

Bettina Baumgärtel (*1957 in Wuppertal), Kunsthistorikerin und Leiterin der Gemäldesammlung am Kunstpalast Düsseldorf.  Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Malerei und Graphik des 18. bis 21. Jahrhunderts mit Schwerpunkt Klassizismus. Seit ihrem Studium der Kunstgeschichte, Archäologie und Philosophie an den Universitäten Bonn und Berlin beschäftigt sie sich mit Fragen der Wahrnehmung und Repräsentation von Kunst und Künstlerinnen unter Gender-Perspektive. Ihre Promotion über „Angelika Kauffmann (1741-1807). Bedingungen weiblicher Kreativität in der Malerei des 18. Jahrhunderts“ baute sie während der Forschungsaufenthalte in Italien, Großbritannien, den USA oder Russland (Hertziana, Courtauld Institut, Paul Getty Institute, Eremitage) weiter aus. Seit 1990 leitet sie das „Angelika Kauffmann Research Project_AKRP, mit dem Ziel, das Kritische Werkverzeichnis der Künstlerin»» zu erstellen.
Als Leiterin der Graphischen Sammlung erweitere sie die Sammlung um zeitgenössische Zeichnung und Fotografie. In zahlreichen Ausstellungen und Publikationen wandte sie sich der Kunst und Kunsttheorie des 16.-21. Jahrhunderts zu („Die Galerie der Starken Frauen. Die Heldin in der französischen und italienischen Kunst des 17. Jahrhunderts“), ging den Präsentationsformen fürstlicher Sammlungen nach („Himmlisch Herrlich Höfisch. Peter Paul Rubens, Johann Wilhelm von der Pfalz, Anna Maria Luisa de’ Medici“) und erstellte den ersten Bestandskatalog der niederländischen und flämischen Gemälde. Ab 2000 baute sie ein Dokumentationszentrum Düsseldorfer Malerschule (DDM) auf und präsentierte die Düsseldorfer Malerschule 2011 im internationalen Kontext. Von 2016 bis 2020 kuratierte sie Angelika Kauffmann-Ausstellungen in Stendal, Dessau-Wörlitz, Bregenz, Schwarzenberg und Düsseldorf.

Aylin Leclaire (*1992 in Duisburg) kreiert in ihren Arbeiten Narrative, die Machtstrukturen und menschlichen Interaktionen untersuchen. Sie benutzt unterschiedlichste Materialien und Medien, um politische, emotionale und räumliche Aspekte von Zuständen darzustellen. Ein holistischer Ansatz ist eine Konstante in ihren Werken. Dafür benutzt sie nicht selten Sound und Musik und lässt so den Betrachter vollends in Orte, Geschichten und Situationen eintauchen.
Die Künstlerin beschäftigt sich jedoch nicht allein mit der dargestellten Interaktion oder der Interaktion zwischen Werk und Betrachter, sondern kollaboriert immer wieder im Arbeitsprozess mit anderen Künstler*innen und schafft so eine Interaktion zwischen unterschiedlichen Arbeitsweisen und Perspektiven.
Aylin Leclaires künstlerische Arbeit ist kritisch und verspielt. Sie mag es zu provozieren und beweist dabei Humor, während sie Akteure und Betrachter herausfordert und dabei zum Teil ihrer Werke macht. 2019 schloss Aylin Leclaire ihr Studium an der Kunstakademie Düsseldorf als Meisterschülerin von Martin Gostner ab. Sie studierte zudem am Sandberginstituut im Studiengang „Master of Voice“. Aktuell lebt und arbeitet sie in Düsseldorf. website»»

Verena Meis, 1982 in Mönchengladbach geboren, lebt und arbeitet in Düsseldorf. Sie ist derzeit als Dramaturgin am FFT Düsseldorf tätig. Als Mitbegründerin des Qualleninstituts erforscht sie das diaphane Wesen als transmediale, ästhetische und ökologische Denkfigur. Sie ist Mitglied im Rat der Künste und Beiratsmitglied Tanz Theater der Landeshauptstadt Düsseldorf. Nach dem Studium der Germanistik und Medienwissenschaft promovierte sie mit einer Arbeit zu Thomas Bernhard und war als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Germanistik an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf tätig. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Gegenwartsliteratur und -theater, Performance, Popkultur und Quallen. website»»

Volker Hermes (*1972 in Wegberg/NRW) studierte von 1995-2002 Malerei an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Dieter Krieg. Er beschäftigt sich über seine eigene bildnerische Arbeit hinaus mit der gesellschaftlichen und politischen Rolle, die die Malerei in der Vergangenheit eingenommen hat. Seine Fotocollagen sind gezielte Eingriffe in Werke der Kunstgeschichte und spitzen Formen von Repräsentation und Strukturen früher Öffentlichkeitsarbeit in den Gemälden zu. Im Kontext der Kunst als Auftrag und dem Verhältnis von Bild und Abbild beleuchten sie durchaus humorvoll das wirkungsmächtige Medium Malerei, welches unsere gesamte visuelle Vorstellung vergangener Gesellschaften prägt. website»»

Martina Horejsi-Kiefer studierte Viola bei Barbara Westphal an der Musikhochschule Lübeck, bei Yossi Gutman am Joseph Haydn-Konservatorium Eisenstadt in Österreich und bei Hartmut Rohde an der Hochschule der Künste in Berlin. Nach dem Studium nahm sie an letzterer zunächst eine Lehrtätigkeit auf. Als Solistin trat sie mit dem Radiokammerorchester Köln und der Camerata Kiel auf. Seit 2002 ist sie Vorspielerin der Bratschen des Gürzenich-Orchester Köln. Neben ihrer Orchestertätigkeit musiziert sie regelmäßig in verschiedenen Kammermusikensembles und ist Bratschistin des Rubin-Quartetts.website»»

Nach ihrem Studium mit Abschluss Konzertexamen in Köln und Karlsruhe widmet sich Irmgard Zavelberg hauptsächlich der Kammermusik. Mit dem 1992 gegründeten Rubin Quartett konzertiert sie auf wichtigen Konzertpodien Europas wie Concertgebow Amsterdam und berühmten Kammermusikfestivals wie dem Rheingau Festival, Schwätzinger Festspiele,Streichquartettfestival Luberon,Mailand,und dem Oslo Chamber Music Festival.Zahlreiche Uraufführungen und CD – Einspielungen haben dem Rubin Quartett längst internationalen Ruhm beschert und stießen stets auf begeisterte Kritiker. Erste Preise bei renommierten Streichquartett Wettbewerben runden die Erfolgsgeschichte des Rubin Quartett ab. Neben ihrer Tätigkeit im Rubin Quartett konzertiert Irmgard Zavelberg als Solistin und Konzertmeisterin viele Jahre im Kölner Kammerorchester.Seit 2008 ist sie festes Mitglied im Kammerorchster Basel und regelmäßig als Aushilfe in der Oper Köln und dem WDR Sinfonieorchster tätig. Im Duo mit der Gitarristin Barbara Lechner überzeugt sie zudem ihr Publikum durch ihr mitreißendes , farbenreiches und temperamentvolles Spiel. website»»

Xénia Imrová (*1971 in Bratislava, Slowakei) ist visuelle Künstlerin. Zeichnug, Fotografie, Skulptur und Installationen verbindet sie im Bewegtbild mit weiteren Medien. Nach ihrem Studium der bildenenden Kunst in Bratislava und Düsseldorf war sie faszieniert vom Video und der damit verbundenen Animations-Technik. Das Bewegtbild ermöglicht ihr in ihren Werken aus der Distanz des Beobachtens auch beinahe Unmögliches zusammenzubringen. Ihr bildnerisch taktisches Vorgehen ist in ihren Videos und Animationen inhaltlich verdrahtet, sowie in ihren fortlaufenden Fotocollage-Zyklen wie z. B. COSMOPOLITAN MANIA. Die Künstlerin aus Düsseldorf präsentiert ihre Werke im In- und Ausland. Seit 2016 beteiligt sie sich gemeinsam mit anderen Künstler*innen an der Ausstellungsreihe des Projektes ‚dimensions variable‘. Ihre Leidenschaft für die Kunst in Verbindung mit dem Medialen bringt sie auch als Kunstvermittlerin ein. website»»

Susanne Ristow (*1971 in Lübeck) ist interdisziplinär tätige Künstlerin und Medienwissenschaftlerin. Zeichnung, Graphik, Malerei, Video, Performance, Installation, Skulptur, Artistic Research – sie selbst fasst alle Disziplinen zu dem Begriff BILDNEREI zusammen. Die Düsseldorfer Künstlerin ist weltweit nicht nur mit Ausstellungsprojekten präsent, sondern auch als leidenschaftliche Kunstvermittlerin. Seit vielen Jahren erforscht sie biologische, technologische und kulturelle Viralität, wozu sie eine Dissertation verfasst hat. In großen Zeichenzyklen wie „Agitatorische Zeichnung“, „Einsame Helden“, „Adonis Depot“, „Infectious Basterds“, „Viral Love“ oder „Trickster“ erprobt sie die infektiösen Möglichkeiten von Bildern, Texten und Aktionen im öffentlichen und im virtuellen Raum als „Viral Art“. In Performance Lectures und Interaktionen mit Kollaborateuren entwickelt sie mithilfe der Denkfigur des Virus komplexe Zusammenhänge zwischen Kunst und Wissenschaft. Aktuell ist sie in ihrem neuen Dialogformat „AMBULANZ ////// Doc Su & Trickster“ tätig, um grundsätzliche Fragen der KULTURVIROLOGIE im regionalen und internationalen Kontext zu behandeln. website»»

Eine Kooperation zwischen dem Künstlerverein Malkasten
und dem Frauenkulturbüro NRW

Culture Loop

Susanne Ristow, Marie Ogoshi, Melanie Richter, Katja Stuke.

Der Künstlerverein Malkasten kooperiert in diesem Jahr mit dem Frauenkulturbüro NRW, um das landesweite Netzwerk mit Künstlerinnen aller Sparten in Düsseldorf vorzustellen.

Dafür entwickeln die mittlerweile vier Künstlerinnen des Vorstands des Künstlervereins (Katja Stuke als 2. Vorsitzende mit Marie Ogoshi, Melanie Richter und Susanne Ristow) vier Veranstaltungen für das laufende Jahr, die aus unterschiedlichen Perspektiven von Künstler*innen einen Blick auf diverse Aspekte der bildenden Kunst werfen.

Bei seiner Gründung im Jahr 1848 hatte der Künstlerverein Malkasten nur männliche Mitglieder. Ebenso war es Frauen verwehrt sich an Kunstakademien einzuschreiben. Mit den gesellschaftlichen Veränderungen in den 7oer Jahren des 20-igsten Jahrhunderts, wurden im Künstlerverein auch Künstlerinnen zugelassen. Heute beteiligen sich Künstlerinnen selbstverständlich am Vereinsleben, den Veranstaltungen und Ausstellungen. So beteiligten sich am zurückliegenden „Kleinen Format“ des Jahre 2019- 2020 im Jacobihaus, unsere Mitglieder- Jahresausstellung- 82 Künstlerinnen- und 83 Künstler. Ein Künstlerverein Malkasten- ohne Künstlerinnen wäre heute völlig undenkbar.

Anfang Mai wird es zunächst im Rahmen der Reihe AMBULANZ///Doc Su & Trickser eine Veranstaltung zu Angelika Kauffmann geben. Der Kunstpalast widmet Angelika Kauffmann (1741–1807), der berühmtesten Künstlerin im Zeitalter der Aufklärung und Empfindsamkeit, eine große Überblicksausstellung. Dr. Susanne Ristow hat in diesem Kontext die Kuratorin Dr. Bettina Baumgärtel, die Kulturwissenschaftlerin und Filmemacherin Dr. Christina von Braun, die Literatur- und Theaterwissenschaftlerin Dr. Verena Meis, den Künstler Volker Hermes und die Künstlerin Aylin Leclaire eingeladen, um Streitfragen gegenwärtiger Geschlechterrollen in künstlerischer Produktion zu verhandeln.

Für Ende Mai plant Katja Stuke eine Veranstaltung mit den Video-Künstlerinnen Alisa Berger, Natacha Nisic und Luise Schröder, moderiert von Dr. Doris Krystof.
Aktuell werden angesichts der Corona Krise gemeinsame Konzepte mit den Künstlerinnen entwickelt, um ihre Kunst in Video-Clips auf einer eigenen Internet-Plattform zu präsentieren.

Da der Künstlerverein Malkasten aktuell geschlossen ist, werden für alle Veranstaltungen proaktiv alternative,netzbasierte Möglichkeiten ausprobiert, so dass auch digital die Auseinandersetzung mit aktuellen Debatten in der bildenden Kunst weitergeführt werden kann.

Im Herbst geht die Reihe weiter mit der Debatte von Melanie Richter über die Autonomie der Kunst. Marie Ogoshi lädt Künstlerinnen dazu ein, auf die Räume des Künstlervereins mit Performances und Installationen zu reagieren.

Ebenso in Planung stand ein großes Künstlerinnenfest, zu dem in der 100-jährigen Tradition des Malkastens internationale Gäste geladen werden sollten. Dieses Vorhaben wird auf 2021 verschoben, so dass die für 2020 budgetierten freiwerdenden Mittel den Alumni des Frauenkulturbüros in Form von Mikrostipendien zur Verfügung gestellt werden können.