Vitrine im Hentrichhaus
Nadine Karl & Majo Caporaletti
present is fragile
–
Herzliche Einladung zur Eröffnung der neuen Installation in der Vitrine im Hentrichhaus am Dienstag, 2. Juni 2026, um 19 Uhr.
Die Vitrine wird in der Ausstellung present is fragile von Nadine Karl und Majo Caporaletti als liminaler Ort zwischen Vergangenheit und Zukunft sowie zwischen Realität und Fiktion verstanden. Einerseits ist sie ein Ort, an dem vergangene Erinnerungen der Künstlerinnen während ihrer gemeinsamen Zeit in der chilenischen Wüste gegenwärtig sind, da sie in den Werken nachhallen. Erinnerung wird so in der Gegenwart erfahrbar und für die Zukunft gespeichert, wie auch sonst in Vitrinen üblich, die kostbare Artefakte, häufig vergangener Generationen zeigen.
In Analogie zu solchen Fundstücken verweisen Karls im Sand liegende Glasobjekte auf die Verbindung von Objekt, Mensch und Natur. Andererseits wird die Vitrine als Ort inszeniert, welcher nicht genau definiert werden kann und zwischen dem Plausiblen und dem Traumhaften oszilliert, eine Schwelle markiert. In Caporalettis Malerei überlagern sich Szenen wie in einem (Alb-)Traum und erinnern daran wie nah Realität und das Imaginäre beieinander liegen.
Erinnerungen werden in der heutigen Zeit erst konstruiert und verändern sich so stetig. Und insbesondere das, was nicht nur individuell, sondern kollektiv gesellschaftlich erinnert werden soll, ist immer wieder in Bewegung: etwa durch eine politische Agenda, aktuell verfolgt von rechten Regierungen weltweit, die Vergangenes lieber Umdeuten möchten. Für die Künstlerinnen ist somit nicht nur die im Titel besagte Gegenwart, sondern auch die mit ihr verbundenen Zeitebenen Vergangenheit und Zukunft fragil.
Fragilität bedeutet, dass ein behutsamer Umgang und ein ständiges Beobachten Voraussetzung sind. Karl und Caporaletti heben diese Fragilität zum einen durch die verwendeten Materialien hervor. Zum anderen reflektieren sie Vergangenes als etwas Wertvolles, das jedoch nicht per se existiert, sondern um das sich, auch in der Gegenwart, gekümmert werden muss. Present is fragile verweist auf diese zeitlichen Bezüge und lässt die Zeitebenen in der Vitrine verschwimmen. Gleichzeitig appellieren die Künstlerinnen daran auf das Hier und Jetzt Acht zu geben, welches Vergangenheit beeinflusst und Zukunft formt.
Künstlerinnen:
Nadine Karl (*1990 in Freyung) erforscht in ihrer interdisziplinären Praxis Verflechtungen von Zeitlichkeit und Fiktion als emotionalen Raum. 2024 machte sie ihren Abschluss an der Kunstakademie Düsseldorf als Meisterschülerin bei Dominique Gonzalez-Foerster. Sie lebt und arbeitet in Düsseldorf.
Für Majo Caporaletti (*1986 in Buenos Aires) ist ihre Malerei gleichzeitig Untersuchung und Entdeckung. Ihr Werk entsteht an der Schnittstelle zwischen ihrer inneren Welt und der sichtbaren Welt und bringt Bilder hervor, in denen sich das Reale mit dem Traumhaften vermischt. Ihren Abschluss machte sie an der Universidad Nacional de las Artes (UNA). Sie lebt und arbeitet in Buenos Aires, Argentinien.
Die Ausstellung wird gefördert von


Abb. Nadine Karl & Majo Caporaletti, present ist fragile, 2026 ©the artists, VG Bild-Kunst, Bonn 2026 für Nadine Karl
