Jacobihaus

ULRIKE MUENCHHOFF

...was sich zeigte

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Herzliche Einladung zur Eröffnung der Ausstellung am Dienstag, 6. Oktober 2026, um 19 Uhr.

Die Malerei von Ulrike Muenchhoff speist sich aus dem Fundus des Alltäglichen: Objekte häuslicher Umgebung, Fundstücke aus Natur- und Stadtraum, Stoffe mit ihren Faltenwürfen. Darunter auch die Palette als Mischfläche der Farben, die das Medium selbstreflexiv auf sich selbst zurückverweist und das Künstlerin-Sein thematisiert.

Im Zentrum ihres Interesses steht u.a. das Faltenmotiv: Der Stoff mit seinen Verwerfungen, Schatten und Lichtkanten wird einer eindeutigen Bestimmung enthoben und zu einem autonomen Element, das sich mit strömendem Wasser assoziieren lässt. Gerade das Faltenmotiv, in der Kunstgeschichte seit jeher eng an Verhüllung, Körperlichkeit und häusliche, weiblich codierte Arbeit gebunden, öffnet Ulrike Muenchhoffs Malerei für feministische Fragestellungen nach Sichtbarkeit und Bildwürdigkeit des vermeintlich Ephemeren.

Gegenständliche und ungegenständlichen Elemente werden in einem Wechselspiel von Flächigkeit und Modellierung zu einem formal und emotional spannungsvollen Bildraum verbunden. Ein gutes Beispiel dafür ist die Werkserie der Splitter und Scherben, Teil ihres Projekts „Harmony of the female Spirit“ (seit 2019). Unregelmäßig gezackte „Scherben“ treffen hier auf runde, weiche Formen in einer teils ruhigen, teils aggressiv gestischen Pinselführung.

Zentral bleibt die Frage, wie die malerische Auffassung die Bedeutung eines Objekts verändert, bis daraus eine eigenständige Bildaussage wird. Der malerische Prozess beinhaltet ein Wechselspiel zwischen dem, was die Dinge an Eigensinn mitbringen, was sie an Bedeutung repräsentieren, und dem, was der Blick der Malerin in sie hineinlegt. Dieses Vexierspiel bleibt grundsätzlich unabgeschlossen, offen, nicht plan- und nicht vorhersehbar – die Betrachtenden können es fortführen und sich darin selbst gespiegelt finden. So werden z. B. Falte und Palette im malerischen Prozess einer beständigen Verwandlung und damit Bedeutungsveränderung unterworfen, die gesellschaftliche, ästhetische und existentielle Fragen aufwerfen kann.

Zur Person
Ulrike Muenchhoff wurde 1959 in Hannover geboren. 1980-84 besuchte sie die UdK in Berlin und studierte dort Malerei in der Klasse von Martin Engelman. 1984-1988 schloss sie an der Kunstakademie Düsseldorf ihr Malereistudium als Meisterschülerin von Prof. Dieter Krieg ab. Sie lebt und arbeitet in Düsseldorf.

Abb. Ulrike Muenchhoff, Fast Forward, 2023, Öl auf Nessel, 190 x 240 cm © VG Bild-Kunst, Bonn 2026 für Ulrike Muenchhof