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Rotunde im Hentrichhaus

Anna Anders

Trugbilder

Vier Zauberkünstler:innen lassen vor unseren Augen Objekte auftauchen und verschwinden. Das Setting ist nüchtern und nur auf den jeweiligen Handlungsablauf fokussiert. Die filmische Montage springt zwischen den vier Akteur:innen hin und her und offenbart ein Spektrum spezifischer, sich wiederholender Gesten. Ähnliche Handbewegungen verschmelzen durch sogenannte „Match Cuts“ oftmals zu einem vermeintlich kontinuierlichen Ablauf. Der Filmschnitt „betrügt“ oder täuscht also ähnlich wie die Zauberkunst. Wir lieben es aber offenbar, „hinters Licht“ geführt zu werden. Es geht in dem Video zudem um die Frage, was wir sehen, bzw. nicht sehen. Wie bei der Zauberei geht es auch im Film um die Schaffung von Illusionen. Historisch gesehen ist die Zauberkunst ein direkter Vorläufer des Films. So übernahm der Zauberkünstler George Meliés 1888 das Theater des Magiers Jean Eugène Robert-Houdin in Paris und verwandelte es 1896 in ein Kino. Angeregt durch die Filmpioniere August und Louis Lumière, die im gleichen Gebäude ihr Atelier hatten, kombinierte Meliés seine eigene Zauberkunst mit den Tricktechniken des Films.

Zauberkünstler:innen: Jan Gerken, Kolja Kaldun, Lisa Spirit, Felix Wohlfarth.  Kamera: Thomas Kutschker; Assistenz: Elisa Goméz Alvarez, Büke Schwarz; Schnitt: Anna Anders. Postproduktion: Franziska Röhlig; Tonmischung: Christian Obermaier
©Anna Anders, VG Bild-Kunst, Bonn 2023

2017 / 2023, 4 Min., Ein-Kanal-Version

Öffnungszeiten Hentrichhaus:
Mo–So, 12–21 Uhr

©Anna Anders, VG Bild-Kunst, Bonn 2023

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