Skip to main content

Ausstellung

Jacobihaus

IZVOR PENDE

Way of Thinking

Herzliche Einladung zur Eröffnung der Ausstellung am Dienstag, 2. Juni 2026, um 19 Uhr.

Die Ausstellung wird gefördert von der

Öffnungszeiten: Dienstags von 17-21 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung unter 0211-356471

Abb: Izvor Pende, Dance Away, 2025 ©the artist

Abb: Izvor Pende, Dance Away, 2025 ©the artist

Vitrine im Hentrichhaus

Nadine Karl & Majo Caporaletti

present is fragile

Herzliche Einladung zur Eröffnung der neuen Installation in der Vitrine im Hentrichhaus am Dienstag, 2. Juni 2026, um 19 Uhr.

Die Vitrine wird in der Ausstellung present is fragile von Nadine Karl und Majo Caporaletti als liminaler Ort zwischen Vergangenheit und Zukunft sowie zwischen Realität und Fiktion verstanden. Einerseits ist sie ein Ort, an dem vergangene Erinnerungen der Künstlerinnen während ihrer gemeinsamen Zeit in der chilenischen Wüste gegenwärtig sind, da sie in den Werken nachhallen. Erinnerung wird so in der Gegenwart erfahrbar und für die Zukunft gespeichert, wie auch sonst in Vitrinen üblich, die kostbare Artefakte, häufig vergangener Generationen zeigen.

In Analogie zu solchen Fundstücken verweisen Karls im Sand liegende Glasobjekte auf die Verbindung von Objekt, Mensch und Natur. Andererseits wird die Vitrine als Ort inszeniert, welcher nicht genau definiert werden kann und zwischen dem Plausiblen und dem Traumhaften oszilliert, eine Schwelle markiert. In Caporalettis Malerei überlagern sich Szenen wie in einem (Alb-)Traum und erinnern daran wie nah Realität und das Imaginäre beieinander liegen.

Erinnerungen werden in der heutigen Zeit erst konstruiert und verändern sich so stetig. Und insbesondere das, was nicht nur individuell, sondern kollektiv gesellschaftlich erinnert werden soll, ist immer wieder in Bewegung: etwa durch eine politische Agenda, aktuell verfolgt von rechten Regierungen weltweit, die Vergangenes lieber Umdeuten möchten. Für die Künstlerinnen ist somit nicht nur die im Titel besagte Gegenwart, sondern auch die mit ihr verbundenen Zeitebenen Vergangenheit und Zukunft fragil.

Fragilität bedeutet, dass ein behutsamer Umgang und ein ständiges Beobachten Voraussetzung sind. Karl und Caporaletti heben diese Fragilität zum einen durch die verwendeten Materialien hervor. Zum anderen reflektieren sie Vergangenes als etwas Wertvolles, das jedoch nicht per se existiert, sondern um das sich, auch in der Gegenwart, gekümmert werden muss. Present is fragile verweist auf diese zeitlichen Bezüge und lässt die Zeitebenen in der Vitrine verschwimmen. Gleichzeitig appellieren die Künstlerinnen daran auf das Hier und Jetzt Acht zu geben, welches Vergangenheit beeinflusst und Zukunft formt.

Künstlerinnen:

Nadine Karl (*1990 in Freyung) erforscht in ihrer interdisziplinären Praxis Verflechtungen von Zeitlichkeit und Fiktion als emotionalen Raum. 2024 machte sie ihren Abschluss an der Kunstakademie Düsseldorf als Meisterschülerin bei Dominique Gonzalez-Foerster. Sie lebt und arbeitet in Düsseldorf.

Für Majo Caporaletti (*1986 in Buenos Aires) ist ihre Malerei gleichzeitig Untersuchung und Entdeckung. Ihr Werk entsteht an der Schnittstelle zwischen ihrer inneren Welt und der sichtbaren Welt und bringt Bilder hervor, in denen sich das Reale mit dem Traumhaften vermischt. Ihren Abschluss machte sie an der Universidad Nacional de las Artes (UNA). Sie lebt und arbeitet in Buenos Aires, Argentinien.

Die Ausstellung wird gefördert von

 

 

Abb. Nadine Karl & Majo Caporaletti, present ist fragile, 2026 ©the artists, VG Bild-Kunst, Bonn 2026 für Nadine Karl

Malkastenpark

Kunsthalle unterwegs: Ecologies in Motion

Stefanie Bühler / Arpad Dobriban / Klaus Fritze / Kanade Hamawaki / Aslı Hatipoğlu / Temitayo Ogunbiyi / Katie Paterson

„Ecologies in Motion“ ist eine Kooperation zwischen dem Künstlerverein Malkasten und der Kunsthalle Düsseldorf, das im Rahmen der Projektreihe „Kunsthalle unterwegs“ realisiert wird.

Der Mitte des 18. Jahrhunderts im Zentrum Düsseldorfs angelegte, zweieinhalb Hektar große Malkastenpark steht im Zentrum des Kooperationsprojekts. Dabei fungiert der Park nicht nur als Kulisse, sondern wird als aktiver Mitspieler in künstlerischen und gesellschaftlichen Prozessen sichtbar gemacht – als Ort der Begegnung, der Erinnerung und der Transformation. Skulpturen, Performances und Interventionen beleben den Park auf vielfältige Weise und öffnen ihn als Raum für zeitgenössische Kunst, Biodiversität im urbanen Raum und Begegnungen unterschiedlicher Art.

„Ecologies in Motion“ greift den Park als sozialen, ökologischen und ästhetischen Raum auf. Als sozialer Raum bietet er Möglichkeiten der Begegnung, des Austauschs und der kollektiven Erfahrung, während er als ökologischer Raum neue Blickwinkel auf Biodiversität im urbanen Kontext eröffnet. Die Sensibilisierung für den gewachsenem Baumbestand, die historischen Strukturen und Grünflächen des Malkastenparks ist integraler Bestandteil des Projekts und die Besucher*innen sind eingeladen, ein zukunftsfähiges Verhältnis zur gestalteten Umwelt zu reflektieren. Als ästhetischer Raum bringt der Park seine eigene Geschichte ein: Vom Ideal des Barocks mit seinen geometrischen Formen und Sichtachsen über den englischen Landschaftsgarten bis zum heutigen Erscheinungsbild erzählt er von einem Wandel ästhetischer Ideale. Die kunstvolle Anlage des Gartens tritt nun in den Dialog mit aktuellen künstlerischen Positionen. Der Park wird so nicht nur Ausstellungsort, sondern selbst zum Medium künstlerischer Reflexion.

Klaus Fritze, Flechtenaufsitze (c)Klaus Fritze

Rotunde im Hentrichhaus

NADINE KARL & MAJO CAPORALETTI

the layers

Die Videoarbeit „the layers“, gezeigt im Hentrichhaus des Künstlerverein Malkasten, gewährt einen Einblick in die kontinentübergreifende Zusammenarbeit der beiden Künstlerinnen Nadine Karl und Majo Caporaletti in Vorbereitung ihrer kommenden Ausstellung in der Vitrine im Hentrichhaus, die am 2.6. eröffnet wird.

Ausschnitte aus den Konzeptions- und Vorbereitungsgesprächen, die aufgrund der räumlichen Distanz zwischen Deutschland und Argentinien ausschließlich in Form von Online-Live-Meetings stattfanden, laufen hier als 12-minütiger Videoloop. Sie sind überlagert von Aufnahmen aus der Atacama-Wüste, eine Landschaft, die beide während ihres Aufenthalts in der dortigen La Wakaya Current Residency stark geprägt hat. Das Video transportiert die unterschiedlichen Denkweisen und Lebensrealitäten aber auch gemeinsame Vorstellungen über Gesellschaft und Erfahrungen des Chile Aufenthaltes der Akteurinnen.

Deutlich werden in „the layers“ zudem konzeptuelle Gedanken zu Erinnerung und Zeitlichkeit; Themen, die auch in der kommenden Vitrinenausstellung eine Rolle spielen. Dass Vergangenheit eigentlich nichts hinter-uns-liegendes ist, sondern in der Gegenwart konstruiert wird, knüpft an das Konzept einer Zeitkapsel an, die verschiedene Zeitebenen verschwimmen lässt. So wie sich die Gedanken der Akteurinnen überlappen, sind die titelgebenden layers (dt. Ebenen) auch visuell im Video sehr präsent. Auf diese Weise vermittelt die Videoarbeit die Installation in der Vitrine zusätzlich und kündigt sie zugleich durch die zweiwöchige Vorlaufzeit an.

Text: Lilith Bitzer

Öffnungszeiten Hentrichhaus: Mo-So 12-21 Uhr

 

 

Abb. Nadine Karl und Majo Caporaletti, the layers, 4K, 12:09 Min (Videostill), ©the artists, VG Bild-Kunst, Bonn 2026 für Nadine Karl

Malkastenforum

reMember. Claudia van Koolwijk / Stefan Demary

und Adolph Schroedter (1805-1875) aus dem Malkasten-Archiv

Herzliche Einladung zur Eröffnung der Ausstellung am Sonntag, 10. Mai 2026, 16 Uhr.

Was passiert mit Werken nach dem Ableben der Künstler:innen? Wie geht man mit deren Nachlässen um? Mit der Ausstellung „reMember“ stellt der Künstlerverein Malkasten Fragen zum Nachwirken künstlerischer Werke und rückt drei Künstlerpersönlichkeiten in den Fokus, deren Œuvres auf unterschiedliche Art und Weise bewahrt werden: Claudia van Koolwijk und Stefan Demary sowie aus dem Malkasten-Archiv Adolph Schroedter.

Claudia van Koolwijk und Stefan Demary verfolgten zwar unterschiedliche künstlerische Ansätze, dennoch verbindet sie viel. Van Koolwijk und Demary gehörten einer Generation an und prägten ab den 1980er Jahren mit ihren Arbeiten die Düsseldorfer Kunstszene: die Fotokünstlerin Claudia van Koolwijk mit ihren ungewöhnlich inszenierten Porträts, der Konzeptkünstler Stefan Demary mit seiner subtilen Manipulation von Alltagsgegenständen und -situationen. Beide studierten u.a. bei Fritz Schwegler an der Kunstakademie Düsseldorf und waren Mitglied im Künstlerverein Malkasten. Leider eint sie ebenso ihr viel zu früher Tod. Claudia van Koolwijk, geboren 1961, verstarb im Juli 2023. Stefan Demary, geboren 1958, starb im Juni 2010.

Die Werke von Claudia van Koolwijk stammen aus dem Nachlass ihrer Familie. Die Werke von Stefan Demary sind Leihgaben des Künstler:innenarchivs der Stiftung Kunstfonds.

Flankiert wird die Ausstellung durch Arbeiten von Adolph Schroedter (Schwedt/Oder 1805-1875 Karlsruhe), der nach einer Lehre als Kupferstecher zunächst an der Berliner, dann ab 1829 an der Düsseldorfer Kunstakademie studierte. Mitglied im Künstlerverein Malkasten war er von 1854 bis zu seiner Berufung als Professor für Ornamentik an das Karlsruher Polytechnikum. Er führte ein Leben in einer Künstlerfamilie und zählt zu den wichtigen Vertretern der Genremalerei der Düsseldorfer Malerschule. Er arbeitete als Maler und Zeichner und war mit Kupferstichen, Illustrationen und Radierungen literarischer Figuren erfolgreich. Aufgrund seiner satirischen Grafiken gilt er als Pionier des deutschen Comics. Durch zwei Schenkungen (2015 und 2025) verfügt der Künstlerverein Malkasten über einen Teil seines künstlerischen Nachlasses.

 

 

Claudia van Koolwijk, Stefan Demary, 1999, Copyright VG Bild-Kunst, Bonn 2026 für Claudia van Koolwijk

Schaukasten & Fahnen auf dem Vorplatz

LENA WENDLANDT & LUCA DE MARCO

Core

Herzliche Einladung zur Eröffnung der neuen Installation auf dem Vorplatz des Künstlerverein Malkasten am Dienstag, 14. April 2026, um 19 Uhr mit einer gemeinsamen Arbeit von Lena Wendlandt und Luca De Marco, die mit „Core“ den Schaukasten und die Fahnen bespielen.

SCHAUKASTEN
Labyrinth. Ein System aus Wegen, die sich verzweigen, in Sackgassen führen, sich kreuzen, ihre Richtung verändern. Ein Bild, mit welchem sich Lena Wendlandt und Luca De Marco in ihrer Zusammenarbeit befasst haben.

Gibt es nur den einen richtigen Weg? Oder gibt es mehrere mögliche Wege? Gehen wir diese Wege allein oder gemeinsam? Wie entstehen diese Wege? Sind die Wege vorgeschrieben? Oder bestimmen wir sie selbst als Teil der Gesellschaft? Welche Spuren hinterlässt unser Weg? Welche Form nehmen unsere Entscheidungen an?

Mit dieser Auseinandersetzung dieser gesellschaftlichen Fragestellungen haben sie zeichnerisch ein neues Labyrinth konzipiert, welches im Rahmen der Installation „CORE“ im Schaukasten gezeigt wird.

FAHNEN AUF DEM VORPLATZ
Lena Wendlandt und Luca De Marco hinterfragen in ihrer Arbeit „CORE” die Funktion und Symbolik der Fahne. Traditionell fungiert sie als ein Medium maximaler Sichtbarkeit. Als bewegliches Bild im öffentlichen Raum transportiert sie Zugehörigkeit, Abgrenzung, Identität und Ideologie.

In der vorliegenden Arbeit wird diese Funktion grundlegend unterlaufen. Die Künstler*innen nutzen die Fahne nicht als Bildträger im klassischen Sinne, sondern als Material. Das Bild bleibt präsent, ohne sich unmittelbar preiszugeben. Es entzieht sich einer klaren Lesbarkeit und verschiebt sich in einen Zustand zwischen Sichtbarkeit und Unzugänglichkeit. Im Zentrum steht dabei die Fragen:

Was ist tatsächlich sichtbar? Und was bleibt unsichtbar, obwohl es existiert?

Abb. Lena Wendlandt & Luca De Marco, Core, 2026, ©the Artists

Rotunde im Hentrichhaus

MARTIN HAUF

3D Konstruktionen

3D Konstruktionen

programmiert von Martin Hauf mit QBasic 4.5

Als Meisterschüler von Prof. Erwin Heerich der Düsseldorfer Kunstakademie setzt sich Martin Hauf mittels seiner Kunst mit der Welt auseinander, konstruktiv um Lösungen ringend. In der Kontinuität dieser Forschungstätigkeit entsteht Entwicklung. Deren Verlauf verständlich sichtbar aufzuzeichnen und darzustellen, ist sein Bestreben. Hierfür benutzt er, den jeweiligen Anforderungen entsprechend, die Ölmalerei sowie die Computerprogrammierkunst, um seinem Schwerpunkt ‚Das Wesen der Geometrie‘ eine transparente Darstellung zu ermöglichen.

Die im Künstlerverein Malkasten präsentierte Arbeit besteht aus einer Zusammenstellung einzelner virtueller 3D-Loops von 2025. Der Künstler hat hierfür ein eigenes 3D-Programm selbst entwickelt, mit dem beliebige Raumkörper erstellt und räumlich in jede Richtung in Bewegung gebracht werden können.

www.p-l-a.org

Öffnungszeiten Hentrichhaus: Mo-So 12-21 Uhr

Abb. 3D Konstruktionen programmiert von Martin Hauf mit QBasic 4.5

Lido im Malkasten (Bar)

PAUL SCHWER

Kiss and Fly

Herzliche Einladung zur Eröffnung der Ausstellung am Dienstag, 31. März 2026, um 19 Uhr.

Für seine Ausstellung mit dem Titel „Kiss and Fly“ in der „Lido im Malkasten (Bar)“ hat Paul Schwer ein besonderes Konzept erarbeitet. Es fasst die wichtigen Themen, mit denen er sich in seinem Werk auseinandersetzt, zusammen, und es spielt mit dem Namen des Ortes sowie mit den typischen Elementen der Bar.

Für Paul Schwer sind Farbe, Licht und Raum Grundelemente seines künstlerischen Denkens. Begonnen hat er als Maler: Er studierte Malerei an der Düsseldorfer Kunstakademie, allerdings in der Klasse des Bildhauers Erwin Herrich. Er ging vom klassischen Tafelbild aus und überführte es ins Dreidimensionale, schuf Installationen und trug so die Farbe in den Raum. Wie der ehemalige Direktor des Bonner Kunstmuseums, Stephan Berg, schreibt, hat Paul Schwer das „Bedürfnis, das Bild von der Leinwand, der Fläche, der Wand zu lösen und zu einer räumlich erlebbaren, begehbaren Erfahrung zu machen (das Bild also gewissermaßen welthaltiger zu machen)“.

Betritt man die „Lido im Malkasten (Bar)“, steht man einem großer Bartresen gegenüber und ist umgeben von dunkelblau gestrichenen Wänden. Der Raum wird nur indirekt beleuchtet. Paul Schwer platziert Leuchtkästen an den Wänden, die ebenfalls nicht gleichmäßig beleuchtet sind und zitiert damit die diffuse Lichtstimmung – und zugleich seine eigene Ausstellung im Rohbau eines Ladenlokals in der Shoppingmall des Düsseldorfer Flughafens 2024. Auf den Folien in den Leuchtkästen sind – wenn auch stark verpixelt – Motive von Badenden zu sehen, man kann einen Sonnenschirm identifizieren sowie Liegenstühle und zwei Personen, die sich küssen. Motive, bei denen man unwillkürlich an Sonne, Strand und Meer denken muss. An Cocktails an einer Bar in der Abendsonne, am Lido in Italien vielleicht? Für Paul Schwer ergab sich eine Assoziationskette, die keine anderen Werke für diese Ausstellung in Frage kommen ließen. Es sind Sehnsuchtsmotive. Es ist „Kiss and Fly“. Doch sind seine Leuchtkästen keine Reklametafeln für einen Pauschalurlaub. Ihre Korpusse sind roh belassen, bestehen aus U-Profilen aus dem Trockenbau. In sie eingesetzt sind Siebdrucke, die stark verpixelt sind, und transluzente Backlightfolien. Bei den „Bildern“ handelt es sich um austarierte Farbkompositionen, in denen sich Paul Schwer mit den Themen Farbe, Licht und Transparenz auseinandersetzt.

Ergänzt wird die Installation von Wandreliefs, die wirken, als ob ein Windstoß das Bild erfasst und mit dem Rahmen so verdreht hätte, als würde es wegfliegen.

Öffnungszeiten: Mo-Sa 12-23 Uhr, So 12-21 Uhr

Abb. Paul Schwer, Kiss and Fly, 2026, VG Bild-Kunst, Bonn 2026 für Paul Schwer

Jacobihaus

FLORIAN FAUSCH

Zwischenzeichen

Herzliche Einladung zur Eröffnung der Ausstellung am Dienstag, 24. März 2026, um 19 Uhr.

Thomas Kalau, stellvertretender Generalkonsul der Schweiz, wird ein Grußwort zur Eröffnung sprechen.

Wie stellt man das pulsierende Leben einer Stadt dar? Wie fängt man deren Atmosphäre ein? Der Schweizer Maler Florian Fausch hat dafür seine ganz eigene Bildsprache gefunden. Seine Bilder irritieren unsere Begriffe von Raum, Architektur und Körper und führen die Koordinaten unserer Wahrnehmung in die Irre.

Florian Fauschs Bilder lassen sich räumlich in einer klassischen Perspektive lesen. Aber sie sind vieldeutig, weil auf ihnen mehrere Ebenen der Wahrnehmung sich überlagern und Räume und Körper ineinander übergehen. Man erkennt architektonische Elemente, klar konturierte geometrische Formen und meint Dächer, Fassaden oder Fenster zu sehen. Aber undefinierte Farbflächen und gestischen Setzungen, die sich eben nicht so einfach erklären lassen, öffnen die Komposition über das Gegenständlich benennbare hinaus. Gegenständliches und Abstraktes treten bei Florian Fausch in einen ausbalancierten Dialog.

Wesentlich für Florian Fausch ist die Farbe. Seine Bilder, sagt er, sollen strahlen. Er verehrt die venezianische Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts, und seine Maltechnik lässt sich durchaus als altmeisterlich bezeichnet, denn er arbeitet mit dünn aufgetragenen Lasuren, die zarte Abstufungen zwischen den Farben ebenso ermöglichen wie dramatische Lichteffekte. Als unmittelbar zeitgenössisch erscheint insbesondere der metallische Glanz seiner Kompositionen, ihr strahlendes Kolorit und ein Leuchten, das sie sozusagen von innen erfüllt.

Florian Fauschs Gemälde sind, wenn man so will, die perfekte Antwort auf das Sehen in unserer digitalen Gegenwart, in der jedes Bild im nächsten Moment von einem anderen überlagert werden kann. Wenn er die unterschiedlichen visuellen Erfahrungen zu einem einzigen Bild zusammenfügt, formt er aus dieser Beliebigkeit und dem schnellen Bilderfluss eine neue einzigartige Einheit. Er hält die vielen Momente fest, regt zu neuen Seherlebnissen an und erreicht, dass man sich – trotz der Simultanität des Disparaten – auf das jeweilige Werk konzentrieren und sich darin verlieren kann.

Florian Fausch wurde 1981 in Zürich geboren, von 1999-2000 besuchte er die Schule für Gestaltung in Zürich, bevor er von 2001-2008 an der Kunstakademie Düsseldorf studierte und dort als Meisterschüler von Prof. Siegfried Anzinger abschloss. Er lebt und arbeitet in Düsseldorf.

 

Öffnungszeiten: Dienstags von 17-21 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung unter 0211-356471

Abb. Florian Fausch, Embedded, 2025, Acryl auf Leinwand, 180 x 150 cm; VG Bild-Kunst, Bonn 2026 für Florian Fausch

Vitrine im Hentrichhaus

MAXIM VON SCHIRACH

BLASSE AUSSTELLUNGSGÄSTE IM BESTEN ALTER SEHEN SICH WEISSE ARTEFAKTE AN (WHITECUBE-EFFECT)

Herzliche Einladung zur Eröffnung der neuen Installation in der Vitrine im Hentrichhaus am Dienstag, 3. März 2026, um 19 Uhr.

Mit der Installation in der Vitrine im Hentrichhaus zeigt Maxim von Schirach fünf Objekte: Ein Relief lehnt an der Wand, vier Objekte stehen auf dem Boden.
Das Relief erinnert an Schilder. Licht und Schatten bestimmen seine Wirkung, nicht alle Linien sind parallel. Wenn man davor steht, kann man sich fragen, von welcher Seite aus man es eigentlich betrachtet. Die Bodenarbeiten lassen an Vogelhäuser denken, wobei die flachen Dächer der Häuser wiederum wie Rampen wirken. Sie lassen sich zusammen oder einzeln betrachten.      Alles ist abstrahiert und in seiner Formensprache reduziert. Die Objekte sind weiß, wie die Vitrine selbst, der Ausstellungstitel spiegelt das wieder. Gleichberechtigt stehen die Elemente kontrastlos nebeneinander. Die Installation lässt sich nur von außen wahrnehmen. Die Arbeiten sind auf diese Situation bezogen.

Die Arbeit ist Teil des Projektes „Der Malkasten und sein Park als Ort der Kunst“, das vom Landschaftsverband Rheinland und der Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf gefördert wird.

Abb. ©Nikolai Rusu

Rotunde im Hentrichhaus

SASKIA TAMARA KAISER

Bird

In BIRD geht es Saskia Tamara Kaiser um die Melancholie, Kontrolle und Durchdringung von Intimität durch digitale Bildregime. In einem nahezu abstrakten, schneeweißen Raum summt eine Frau, während sie zwischen körperlicher Präsenz und dem endlosen Scrollen durch Social-Media-Reels oszilliert. Das Auftreten eines Mannes, der ihr einen metallischen Kopfkäfig anlegt und ein Smartphone an die Stelle ihres Mundes setzt, markiert einen Moment der externalisierten Kontrolle. Die Sichtbarkeit der filmenden Person destabilisiert zusätzlich die Grenzen zwischen Subjekt, Objekt und Beobachtung. Dadurch möchte Kaiser die weibliche Sichtbarkeit, Selbstüberwachung und die geschlechtsspezifische Asymmetrie der Blickmacht offenlegen.

Performer*innen: Uwe Michael Biedermann und Lara Nevada

Öffnungszeiten Hentrichhaus: Mo-So 12-21 Uhr

 

Abb. Saskia Tamara Kaiser, Bird, 2026, UHD-Video, 4:38, stereo, (Videostill), VG Bild-Kunst, Bonn 2026 für Saskia Tamara Kaiser

Malkastenforum

DIONYSISCHES DENKEN

Die Kunst der Feste

Herzliche Einladung zur Eröffnung der Ausstellung “Dionysisches Denken. Die Kunst der Feste” am Karnevalssamstag, 14. Februar 2026, um 15 Uhr.

Seit seiner Gründung 1848 spielt das „gesellige Zusammenkommen“ eine wichtige Rolle im Künstlerverein Malkasten. Aufwändig gestaltete Festumzüge und Künstlerfeste im Malkastenpark gehörten ebenso dazu wie die seit 1852 stattfindenden Maskenbälle an Karnevalssamstag, die sogenannten Malkasten-Redouten. Bis heute gilt der Malkasten als „dionysischer Begegnungsort“, an dem fantasievoll, ironisch und ausgelassen gefeiert werden kann.

Die Ausstellung „Dionysisches Denken. Die Kunst der Feste“ blickt anhand selten gesehener Exponate aus dem Archiv zurück auf diese Tradition und zeigt zugleich aktuelle künstlerische Positionen, die sie in ein neues Licht stellen. Das freie Spiel unterschiedlicher Medien – Rauminstallationen, Gemälden, Videoarbeiten und Fotografien – spiegelt die Diversität und die Aufbruchstimmung, für die der Malkasten auch 2026 steht. Im Dialog der Zeiten entsteht ein bunter Parcours, der seinerseits zum Feiern der Kunst und Künste einlädt. Willkommen im „Dionysischen Denken“!

Zeitgenössische Positionen in der Ausstellung sind: Selva Amelia Balta, Fabian Friese, FORT, Dominik Geis, Jody Korbach, Kaya Pfaff, Lorenzo Pompa, Katja Tönnissen, Alex Wissel

Die historischen Malkasten-Redouten hatten jeweils ein bestimmtes Thema. Die erste heute nachweisbare fand 1852 unter dem Motto „Aschenbrödels Hochzeit“ statt. Doch nicht nur die Welt der Märchen inszenierte man, auch die Kunstgeschichte spielte eine Rolle („Albrecht Dürer in Venedig“, 1889, oder „Ein Fest bei Peter Paul Rubens“, 1893), außerdem das Zeitgeschehen und aktuelle Trends. „Eine Hochzeit auf dem Monde“ griff beispielsweise 1896 die damalige Begeisterung für den Weltraum auf. Veranstaltungsort war bis 1914 die städtische Tonhalle an der heutigen Schadowstraße, das in dieser Zeit größte Veranstaltungsgebäude der Stadt. Hier konnten bis zu 2000 Personen Platz finden und mitfeiern.

Die Feste sollten ein großes Gesamtkunstwerk werden. Für die Schauspiel-aufführungen wurden phantasievolle Kulissen gefertigt. Andreas Achenbach beispielsweise schuf 1869 eine „Narrenburg“. Für „Ein Winternachtstraum“ wurde 1888 die Bühne in eine winterliche Landschaft mit Felsgrotten, Eisbären und Schneemännern verwandelt. Ein Festzug vor und nach der Aufführung bezog das Publikum mit ein, und gerne besuchte man die Veranstaltung in einer Verkleidung, die zum Thema der jeweiligen Redouten passte.
Der Erste Weltkrieg führte zu einer Unterbrechung der Malkasten-Redouten, doch setzte man diese fort, wie u.a. 1927 mit der Redoute „Im Reiche des Buddhas“ oder 1930 mit „Atlantis ahoi“. In den frühen 1930er Jahren wurden die Redouten dann Indiz der sich in Deutschland verschärfenden gesellschaftlichen Konflikte. 1931 entfachte eine von den jungen Künstlern Arthur Kaufmann, Ernst Schumacher-Salig, Jean Paul Schmitz und Bruno Goller geschaffene Festdekoration mit weiblichen Akten einen internen Streit, der auch öffentlich in der Düsseldorfer Presse ausgetragenen wurde, schwankend zwischen politischer Mahnung und offen nationalsozialistischer Hetze. In der Folge verließen über 80 progressive Künstlermitglieder den Verein – rund ein Fünftel der Mitgliedschaft. Die Redouten der folgenden Jahre sind deutlich weniger innovativ und eher rückwärtsgewandt. Das Motto des Jahres 1932, „Trotz Allem – Sonnenland“, spiegelt eine Leugnung der tatsächlichen Verhältnisse.
Bevor nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges die eigenen Vereinsräumlichkeiten wieder genutzt werden konnten – diese waren durch Bombenangriffe 1943 zerstört –, fanden die Redouten des Malkasten in anderen Räumlichkeiten statt, wie 1949 in der Rheinhalle und 1950 im Ehrenhof. Diese wurden aufwendig wie vor dem Zweiten Weltkrieg ausgestattet, doch die Festspieltradition mit Bühnendarbietungen zu Karneval nahm man nie wieder auf. Bis Anfang der 1990er Jahre richtete der Malkasten jährlich eine Redoute aus.

2026 führt der Künstlerverein Malkasten die Tradition der Karnevalsfeier fort und überträgt sie in die Gegenwart. Initiiert vom Künstler Alex Wissel wandelt sich der Malkasten am 14. Februar für zwölf Stunden in ein Multiversum, in dem sich Zeiten und Räume in gegenläufiger Richtung kreuzen. Die Studierenden des Künstlerinnenkollektivs FORT der Kunstakademie Kiel haben gemeinsam mit Alex Wissel dieses Konzept erarbeitet und unter der Regie der Vielen umgesetzt.

Die Ausstellung „Dionysisches Denken. Die Kunst der Feste“ steht unter der Schirmherrschaft des Präsidenten des Comitee Düsseldorfer Carneval e.V., Lothar J. Hörning.

Mit Dank an die Stiftung IMAI – Inter Media Art Institute für die technische Unterstützung für die Arbeit von Dominik Geis.

 

Gestaltung Fabian Weins, nach Kostümentwürfen von Alexander Frenz für den Malkasten-Maskenball „Eine Hochzeit auf dem Monde“ von 1896

Fahnen auf dem Vorplatz

LEA KLEIN

self-monitoring

Herzliche Einladung zur Eröffnung der neuen Fahnen-Präsentation auf dem Vorplatz des Künstlerverein Malkasten
am Dienstag, 10. Februar 2026, um 18 Uhr.

Digitale Räume, in denen Sichtbarkeit, Vergleich und Bewertung allgegenwärtig sind, haben heute immer mehr Einfluss auf die Selbstwahrnehmung. Das eigene Verhalten wird kontinuierlich angepasst, Identität wird nicht nur gelebt, sondern fortlaufend optimiert und nach außen hin kuratiert. Die Arbeit “self-monitoring” setzt sich damit auseinander, wie sich gesellschaftliche Machtstrukturen im digitalen Zeitalter auf das Selbst übertragen. Überwachung ist nicht mehr nur zentral organisiert, sondern verinnerlicht. Wir betreiben sie bei uns selbst. Es entsteht ein System gegenseitiger Beobachtung, in dem das Individuum zugleich Beobachtender und Beobachteter ist.

Abb. Lea Klein, Self-Monitoring, 2026, digitale Fotografien ©the Artist

Schaukasten

FEE MAI

Man in Window

Herzliche Einladung zur Präsentation der neuen Arbeit im Schaukasten auf dem Vorplatz am Dienstag, 10. Februar 2026, um 18 Uhr.

“Man in Window” ist eine poetische Auseinandersetzung von Fee Mai mit Bewegung, Momenten des Erkennens und der Verarbeitung von Information. Ausgangspunkt der Arbeit ist eine analoge Fotografie, die mittels Negativscan digitalisiert und in einem weiteren Schritt zu einem digitalen Siebdruck weiterentwickelt wurde. Im Verlauf dieses Übersetzungsprozesses werden Informationen schrittweise reduziert. Während das analoge Foto eine scheinbar präzise Abbildung von Realität liefert, führt die Aufsplittung in CMYK zu einem groben, ungenauen Halbtonraster. Erst das Zusammenspiel der einzelnen Farbebenen setzt das Bild erneut zusammen – jedoch nicht als scharfe Reproduktion, sondern als distanzierte Annäherung an das ursprüngliche Motiv.
Mit zunehmendem Abstand zur Arbeit wird das Motiv klarer lesbar. Der Vorplatz erlaubt eine freie Bewegung und lädt dazu ein, Wahrnehmung und Bildschärfe aus unterschiedlichen Distanzen zu erforschen.

Fee Mai, Man in Window, 2026 ©the Artist

Jacobihaus

BRIGITTE DÜMLING

Mein Instrument - der Pinsel

Herzliche Einladung zur Eröffnung der Ausstellung am Dienstag, 3. Februar 2026, um 19 Uhr.

Brigitte Dümling sagte einmal über ihre Arbeiten: „Meine Bilder wachsen aus sich selbst. Sie bauen sich aus der Farbe auf, einem Farbklang, der sich auf eine Assoziation stützt, ein Nachempfinden von Erlebtem, einer Jahreszeit, einer Landschaft, auf ein Wachsendes, Bewegtes und Gehörtes…“ Dieser Farbklang bereichert nun von Februar bis März das Jacobihaus. Zu sehen sind die unterschiedlichen Aspekte von Dümlings Werk: Malereien auf Papier und auf Leinwand, auf Malplatten und auf Keramik-Schilden, ergänzt durch vollplastische Keramikkörper.

Der Begriff „Raum“ ist entscheidend für das Schaffen von Brigitte Dümling. Für sie ist der Ausstellungsraum wesentlich. Sie versteht ihn als Dialogpartner ihrer Bilder und Objekte, er erzeugt Spannungen und stiftet Beziehungen. Auf den jeweiligen Ort reagierend, kommen ihre Arbeiten untereinander in Schwingung, korrespondieren und führen zu einem einzigartigen Raumklang. „Ein Bild steht meist in Beziehung zu einem nächsten. Es bauen sich Reihen auf. Bei den Bildtafeln gehört das Bild an die Wand und wird Teil von ihr, im Raum“, so Brigitte Dümling.

Um Raum geht es letztlich auch in ihren Bildkompositionen. Brigitte Dümling geht stets aus von einem weißen Grund, auf dem die Farbe sich in unterschiedlichen Nuancen frei bewegen kann – wie ein Körper im Raum.

Eine Erweiterung ihrer Pinselsprache entwickelte sich durch die intensive Auseinandersetzung mit Musik. 2009 malte sie erstmals live während eines Konzerts in der Tonhalle Düsseldorf. Die hier ausgestellte Aquarellserie zeigt beispielhaft die Umsetzung von Klängen und Rhythmen neben den landschaftlichen Eindrücken.

Brigitte Dümling, geboren 1950 in Wuppertal, studierte 1970-78 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Joseph Beuys, Günter Grote, Erwin Heerich und W.J. Hofmann. 1975 wurde sie Meisterschülerin. Sie erhielt zahlreiche Stipendien und Preise, z.B. das Poensgen Reise-Stipendium (1974), den Förderpreis des Kultusministeriums von NRW für Lithographie (1988), ein Arbeitsstipendium der Westhyp-Stiftung, Dortmund (1993), das Aldegreverstipendium, Münster (1994). 1992-1999 hatte sie einen Lehrauftrag an der Kunstakademie Düsseldorf. 2002-2008 war sie Kuratorin der Ausstellungsreihe „Musik+Bild“ in der Tonhalle Düsseldorf. 2005-2009 war sie an Projekten mit Komponisten, Dirigenten, Orchestern und Jugendlichen zu zeitgenössischer Musik in der Tonhalle Düsseldorf beteiligt. 2009 hatte sie ein Gastatelier in der Cité Internationale des Arts, Paris. 2010-2014 war sie Vorstandsvorsitzende des Vereins der Düsseldorfer Künstler, als erste Frau im Verein. Brigitte Dümling lebt und arbeitet in Düsseldorf.

Zur Finissage am Dienstag, 17. März 2026, um 19 Uhr wird das Filmporträt „Die Kunst – mein Leben“ von Jürgen Hille über die Künstlerin gezeigt, Dauer ca. 60 Minuten.

Im Anschluss führt Brigitte Dümling durch ihre Ausstellung.

Öffnungszeiten: Dienstags von 17-21 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung unter 0211-356471

Brigitte Dümling, ohne Titel, 15-teiliges Bild, 2020, Pigmentfarbe auf Leinwand (Detail) ©VG Bild-Kunst, Bonn 2026 für Brigitte Dümling

Rotunde im Hentrichhaus

ALWIN LAY

BIC MAXI SHORT

In BIC Maxi Short zeigt Alwin Lay den verkleinerten Körper eines BIC-Feuerzeugs, das sein Inneres langsam freigibt und sich dabei in einer Form von Hyper-Funktionalität entlädt. Das Video folgt Lays Interesse am spekulativen Realismus: Statt den Menschen über das Objekt zu stellen, löst es die Hierarchie zwischen beiden auf. In der Abwesenheit jeglicher menschlicher Präsenz wird das Objekt selbst zur handelnden Figur, in der Momente von Verwirrung, Stillstand und Manipulation zentral werden.

Das Video entstand für Daata und erscheint dort.

Alwin Lay arbeitet mit und über die Medien Fotografie, Video, Installation und Skulptur. Ausgangspunkt seiner Arbeiten ist das Objekt als Projektionsfläche für Wünsche und Erwartungen, in deren Übertrag sich gezielt gesetzte Fehler, Modifikationen und surreale Leerstellen einschreiben. Mit großer Präzision choreografiert Lay alltägliche Gegenstände in räumlichen Situationen, die zwischen Irritation, Humor und Scheitern changieren und zugleich Fragen nach Wahrnehmung, Zuschreibung und den Versprechen des fotografischen Bildes verhandeln.

Die Arbeiten von Alwin Lay (*1984, Rumänien) waren in zahlreichen Ausstellungen in Galerien und Museen zu sehen, darunter Einzelausstellungen im Museum für Photographie Braunschweig und im Neuen Aachener Kunstverein. Gruppenausstellungen u. a. im Kunstmuseum Bonn, im MUMOK Wien, in der Bundeskunsthalle Bonn sowie in verschiedenen Kunstvereinen. 2016 war Lay Artist in Residence an der Villa Aurora in Los Angeles; 2020 erhielt er das Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds. Seine Arbeiten werden von der Christine König Galerie in Wien vertreten.

Öffnungszeiten Hentrichhaus: Mo-So 12-21 Uhr

Abb. Alwin Lay, Bic Maxi Short, 2019, HD-Video, 12:17, stumm (Videostill), VG Bild-Kunst, Bonn 2026 für Alwin Lay

Rotunde im Hentrichhaus

LILI VOIGT

ex ovo machina

Die klassische Redewendung „ex ovo omnia“ („aus dem Ei stammt alles“) verweist auf das Ei als Ursprung allen Lebens. Der Titel „ex ovo machina“ verdreht dieses Prinzip bewusst: Aus dem Ei, Symbol für Geburt und organische Entwicklung, tritt nicht Leben hervor, sondern Maschine. Das Werk ist als klassisch komponiertes Stillleben angelegt. Es zeigt eine geöffnete Eierschale – umgeben von Spuren des Verfalls, bewohnt von einer technischen Konstruktion. Was ursprünglich für Wachstum stand, wird zur Trägerform einer künstlichen Übernahme. „ex ovo machina“ beschreibt diesen Bruch mit dem natürlichen Zyklus: den Moment, in dem Technik den Platz des Lebendigen einnimmt – eine subtile, aber unumkehrbare Verschiebung des Ursprungsbegriffs. Der Videoloop verstärkt diese Spannung: Die Endlosschleife lässt den Eingriff in den Lebenszyklus als dauerhaft und unumkehrbar erscheinen.

In ihren Medienarbeiten verbindet Lili Voigt traditionelle und zeitgenössische Techniken. Sie arbeitet mit Fotografie, Bewegtbild, digitaler Bildbearbeitung und Laserlicht. Dabei entstehen Werke, die sich nicht eindeutig als Multimedia-Objekte, interaktive Installationen oder virtuelle Szenarien einordnen lassen – am liebsten verknüpft sie alle Elemente miteinander. Durch die Kombination unterschiedlichster Medien entstehen vielschichtige Arbeiten, die im wechselseitigen Austausch miteinander existieren und dadurch ihre Spannung entfalten: Es gibt keine festen Abläufe oder ritualisierten Strukturen – jedes Werk entsteht intuitiv und bietet den Betrachtenden eine individuelle Erfahrung.

Lili Voigt hat eine fotografische Ausbildung absolviert und ihr Studium mit einem Diplom für Audiovisuelle Medien an der Kunsthochschule für Medien (KHM) in Köln abgeschlossen. Seitdem ist sie kontinuierlich als Medienkünstlerin tätig.

Ihre Arbeiten wurden international ausgestellt – in Museen, Galerien und auf Festivals – und in den Bereichen Fotografie, Multimedia und interaktive Medien mehrfach ausgezeichnet. Voigt hatte Einzelausstellungen im Kunstmuseum Bonn und performte live in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn. Zu ihren Auszeichnungen zählen das Chargesheimer-Stipendium der Stadt Köln sowie der EuroPrix 2000 – Best of Multimedia in Europe in Cannes, Frankreich.

Öffnungszeiten Hentrichhaus: Mo-So 12-21 Uhr

Lili Voigt, ex ovo machina, 2025, UHD-Video, Loop, stumm (Videostill) ©the Artist

Jacobihaus

DAS KLEINE FORMAT 2025

Herzliche Einladung zur Eröffnung der Jahresausstellung der Mitglieder des Künstlerverein Malkasten am Dienstag, 2. Dezember 2025, um 18 Uhr.

„Alles geht“. Das ist das Motto der diesjährigen Mitgliederausstellung des Künstlerverein Malkasten, DAS KLEINE FORMAT, die am 2. Dezember eröffnet wird. 303 Kunstwerke wurden eingereicht, vom klassischen Ölgemälde bis zu textilen Arbeiten aus Seide oder Wolle. Alle Gattungen sind vertreten: Malerei und Zeichnung, Druckgrafik und Fotografie, Skulptur und Objektkunst.

Übersicht der 303 eingereichten Werken von 2025
Bitte beachten: Der Verkauf über den Künstlerverein Malkasten ist beendet.

Mit über 300 Arbeiten wird nochmals die Rekordzahl von 250 Werken im letzten Jahr übertroffen. Besonders viele junge Mitglieder haben sich diesmal beteiligt; teils studieren sie noch an der Kunstakademie Düsseldorf, teils haben sie gerade ihren Abschluss gemacht. Im Zusammenspiel mit den älteren und arrivierten Positionen ergibt sich eine spannende Mischung. Gerade dieser Dialog der Generationen ist ein Grundanliegen des Künstlerverein Malkasten.

DAS KLEINE FORMAT besteht bereits seit den 1960er Jahren. Die Ausstellung ist zum festen Bestandteil des kulturellen Lebens in der Landeshauptstadt Düsseldorf geworden. Sie trifft stets auf große Resonanz und lockt zahlreiche Besucherinnen und Besucher in den Künstlerverein Malkasten. Viele der Kunstwerke finden bereits am Eröffnungsabend begeisterte Käufer.

Die Ausstellung ist nach der Vernissage geöffnet am 9. und 16. Dezember 2025 sowie am 6. Januar 2026, jeweils von 17-21 Uhr, sowie nach telefonischer Vereinbarung unter 0211-35 64 71. Die Finissage findet statt am Dienstag, 13. Januar 2026, um 18 Uhr.

Gregor Russ, ...alles geht...,2025

Lido im Malkasten (Bar)

HORST GLÄSKER

LICHT und AKTION

Herzliche Einladung zur Eröffnung der Ausstellung am Dienstag, 18. November 2025, um 19 Uhr.

Horst Gläsker ist ein Allroundkünstler, der in seinem Werk die unterschiedlichsten Genres miteinander vereint: Malerei, Zeichnung und Bildhauerei, Tanz, Musik und Performance, Architektur und Installation. Dabei spielt für den 1949 in Herford geborenen Düsseldorfer Künstler vor allem die Symbiose von Malerei und Musik eine wichtige Rolle. Einen kleinen Einblick in das Schaffen von Horst Gläsker vermittelt die Ausstellung „Licht und Aktion“, die ab 18. November 2025 bis Ende Januar 2026 in der Lido Malkasten (Bar) zu sehen ist. Dabei konzentriert sich die Schau auf Gläskers „Lichtzeichnungen“ und „Pinseltanz“-Monotypien. Fotografien von ausgewählten Performances und von seinen so genannten „Tischkonzerten“ treten ergänzend hinzu.

Wenn es darum geht, den Künstler Horst Gläsker zu beschreiben, trifft man immer wieder auf das Wort „Rhythmus“. So schreibt Kay Heymer treffend: „Rhythmus gehört untrennbar zum Leben. Ohne Rhythmus gibt es weder Struktur noch Orientierung. Rhythmus organisiert die unerbittlich vergehende Zeit. Jede Äußerung ist auch eine rhythmische – gleich ob sie sprachlich, schriftlich, choreographisch, musikalisch oder bildnerisch ist.“ Dies alles spürt man bei Horst Gläsker. Auch die von ihm angestrebte Symbiose von Musik und Malerei entsteht überhaupt nur durch den Rhythmus.

Gläskers „Pinseltanz“-Monotypien sind gestische Setzungen, bei denen er mit vollem Körpereinsatz und schwungvollen Bewegungen Farbe auf einen auf dem Boden liegenden Bildträger aufbringt, sei es Papier oder Leinwand. Diese kraftvollen Kompositionen verdanken sich also einem „Denken im Rhythmus“, und sind insofern spontan und frei. In weiteren Bearbeitungsschritten aber klärt und verdichtet Gläsker das spontan Hingeworfene, tariert den Zufall durch Kalkül aus: „Es geht um Chaos und System, um Zufall und Präzision, um Ruhe und Leichtigkeit, um Rhythmus und Energie, künstlerische Freiheit und Disziplin“, wie er selbst sagt.

Auch für seine „Lichtzeichnungen“ ist die Bewegung des ganzen Körpers von entscheidender Bedeutung. Allerdings arbeitet der Künstler hier nicht mit Farbe, sondern – der Titel verrät es – mit Licht und hält sie mit ihm in den Raum gesetzten Linien – ephemer und für das unbewaffnete Auge nicht wahrnehmbar – dank Langzeitbelichtung fest.

Angesichts der Entschiedenheit, mit der Gläsker sich physisch in alle seine Arbeiten einbringt wundert es nicht, dass er auch das Genre der Performance pflegt. Beispielhaft sei seine Performance „Lebende Bilder“ genannt. Auch versetzt er das Publikum mit seinen „Tischkonzerten“ in Erstaunen: Mit Maultrommel und Mundharmonika spielend, nutzt er dabei einen einfachen Holztisch als Trommelfläche und Resonanzkörper.

Horst Gläser, geboren 1949 in Herford, machte zunächst eine Lehre als Schaufenstergestalter und arbeitete als Plakatmaler und Musiker, bevor er 1973-79 Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf studierte und Meisterschüler von K.O Götz wurde. Er hatte Gastprofessuren an der Kunstakademie Münster (1988-91) und an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (1995-97), 1998-2004 lehrte er als Professor an der Kunsthochschule Kassel, 2006 war er Guest Lecturer am Savannah College of Art and Design, Georgia/ USA.

Seit 1979 hatte Horst Gläsker deutschlandweit zahlreiche Einzelausstellungen, zuletzt 2024 im Baukunstarchiv NRW in Dortmund. Ferner schuf er zahlreiche Arbeiten für den öffentlichen Raum Im Künstlerverein Malkasten ist seine Arbeit „Tor der Faces“ (2009) im Malkastenparks zu sehen. Horst Gläsker lebt und arbeitet in Düsseldorf. Im Juni 2026 führt Horst Gläser „LiederMalen“, ein Gesamtkunstwerk aus Lied, Malerei und Performance, im Künstlerverein Malkasten auf.

Zur Finissage am Dienstag, 27. Januar 2026, findet um 19 Uhr
ein Gespräch mit Horst Gläsker und Kay Heymer (Kurator, Stiftung für Kunst und Kultur e. V., Bonn) statt.

Abb. Horst Gläsker, COLUMN, Lichtzeichnung: Fotografie, Plexiglas, Aludibond, 150x105 cm ©VG Bild-Kunst, Bonn 2025 für Horst Gläsker

Rotunde im Hentrichhaus

DAVID ZUBEK

AUTOMATIC

In seiner Arbeit befasst sich David Zubek vor allem mit digitalen Medien und deren Einfluss auf das alltägliche Leben, meist in Form von Videos, Musik und Games. Die Gegenüberstellung von virtuellem Raum und Realität, mit intimem Blick auf das Persönliche, stehen dabei im Fokus. Die Welten von Spielen, die er dazu oft filmt werden genauso wie ein realer Raum behandelt, in dem er Details und Szenen filmt und somit neu kontextualisiere.

Die Arbeit „AUTOMATIC“ besteht ausschließlich aus Aufnahmen aus dem Spiel „Black Mesa“. Die Spielausschnitte werden nicht mit realen Bildern in Kontrast gestellt, sondern sollen selbst als real wahrgenommen werden. Übernatürliche Szenen mit Zombies und Aliens wurden bewusst weggelassen, um eine alltägliche Situation zu zeigen. Smalltalk, Streit, strenge Blicke und dumme Witze zwischen Kollegen. Verrenkungen und Fehler in der Physik-Engine zeigen die Anspannung der Personen in ihrer ganz persönlichen Hölle.

David Zubel ist Künstler und Musiker, geboren 2000 in Düsseldorf.
2019-2020: Royal Academy of Fine Arts in Antwerpen.
Seit 2020 Student an der Kunstakademie Münster, in der Klasse von Aernout Mik, zurzeit im Auslandsaufenthalt in Japan, an der Geidai University of the Arts, Tokyo.

Öffnungszeiten Hentrichhaus: Mo-So 12-21 Uhr

Abb. David Zubek, 2022, 4:34, stereo (Videostill) ©the Artist

Vitrine im Hentrichhaus

IRIS HELENA HAMERS

SECRET AIR CONDITIONING ROOM

Herzliche Einladung zur Eröffnung der neuen Installation in der Vitrine im Hentrichhaus am Dienstag, 4. November 2025, um 19 Uhr.

Im “Secret Air Conditioning Room” hängen Aluminiumverbundplatten an jeweils zwei dünnen, geflochtenen Schnüren versetzt von der Decke. Hinter Glas, wie in einem Vivarium. Sie sind in Formen gefräst. Ihre CNC-geschnittene Kante verläuft entlang einer gesetzten Kontur, die die aufgedruckten Motive von ihrer nicht mehr sichtbaren Bildumgebung scharf trennt. Die Oberfläche der Platten ist metallisch und schimmert durch die UV-gehärtete Tinte. Die Rückseiten der Platten reflektieren die umliegenden Bilder so unscharf, dass nur noch Farben übrig bleiben. Die Abbilder stammen aus digitalen, virtuellen Räumen. Von da, wo sie ohne feste Größe, Anzahl und Gegend als Repräsentationen von Gegenständen vorkommen und aus aufflackernden LEDs und Glas bestehen. Sie sind Frames in einem nie endenden Film, gesteuert durch Algorithmen und Berührungen von Fingerkuppen und Displays. Ständig dem Zerfall durch den nächsten unausweichlichen Swipe geweiht. Eingefasst in einem Gerät, das man durch seine Ausstrahlung unendlicher Information als Gegenstand vergisst.

Bilder, die versucht haben Gegenstände festzuhalten, zu verzerren, zu generieren, werden festgehalten als Gegenstand selbst. Als präzise gesetzte Mikrofarbtröpfchen auf Metall, komponiert in einer festen Verschränkung zueinander. In einem physischen Raum, in dem sich das Bild nur mit der Bewegung um das Objekt herum und dem Lichteinfall von außen ändert. Hinter Glas, das als Abtrennung und verschlossene Tür präsent bleibt. (Iris Helena Hamers)

Öffnungszeiten Hentrichhaus: Mo-So 12-21 Uhr

Abb. Iris Helena Hamers, Enuma Anu Enlil (Detail), 2025, UV-Druck und Hammerschlaglack auf Alu-Dibond, geflochtene Angelschnur ©the Artist

Schaukasten

MARKUS HENSCHLER

ob du wirklich richtig stehst

Herzliche Einladung zur Präsentation der neuen Arbeit im Schaukasten auf dem Vorplatz am Dienstag, 4. November 2025, um 19 Uhr.

Mit „ob du wirklich richtig stehst“ verknüpft Markus Henschler die besonderen Eigenschaften des Schaukastens als Lichtapparat mit nächtlichen Ängsten von Nicht-Männern.

Die im Schaukasten des Malkastens präsentierte Zeichnung verändert sich mit Einbruch der Dunkelheit maßgeblich: Während analog zum Sonnenuntergang auch innerhalb der Zeichnung das meiste Licht schwindet, kommen neue, tagsüber unsichtbare Bildelemente zum Vorschein. Diese verweisen auf den Zustand, dass sich Nicht-Männer deutlich unsicherer als Männer fühlen, wenn sie nachts alleine draußen unterwegs sind.

Je nach Tageszeit ist der Reim „ob du wirklich richtig stehst, siehst du, wenn das licht ausgeht“ komplett zu lesen. Dieser leitet sich aus einem Motto der Kinder-Quizshow „1, 2 oder 3“ ab, bei welchem Kinder nach Stellen einer Frage auf einem der Antwortfelder zum Stehen kommen sollen, bevor ihnen die richtige Lösung verraten wird.

Diese schnelle Wahl der eigenen Position wird von Markus Henschler in den nächtlichen Kontext übersetzt: Nachts erscheinen auf der Zeichnung verschiedene Pfeile, die mögliche Umwege um die bedrohlich wirkende Person markieren. Im Unterschied zur Quizshow erfolgt keine Auflösung, welcher Weg nun der richtige ist. Passend zum November-Anfang und frühen Sonnenuntergängen wird durch „ob du wirklich richtig stehst“ sichtbar, dass Nicht-Männer es meiden, alleine im Dunkeln draußen unterwegs zu sein – und falls sie es doch sind, vor allem aufgrund bedrohlicher Männer Umwege in Kauf nehmen, ihren Standort teilen oder zur Sicherheit mit engen Vertrauten telefonieren.

Abb. Markus Henschler, ob du wirklich richtig stehst, 2025 © Markus Henschler

Fahnen auf dem Vorplatz

LEA WEEBER

Flughafer

Herzliche Einladung zur Eröffnung der neuen Installation auf dem Vorplatz des Künstlerverein Malkasten am Dienstag, 4. November 2025, um 19 Uhr.

Flughafer. Sammeln. Weitertragen.
In “The Carrier Bag Theory of Fiction” fragt Ursula K. Le Guin: Was wäre, wenn die erste Erfindung der Menschheit nicht eine Waffe, sondern eine von Frauen entwickelte Tragetasche gewesen wäre – ein Behältnis, in dem sich Geschichten wie gesammelte Körner aufbewahren ließen?

In der Fahneninstallation “Flughafer” manifestiert sich die Idee der Tragetasche als Ort des Sammelns und Bewahrens feministischen, spekulativen Wissens. Ähnlich wie Fahnen steht Flughafer unter dem Einfluss von Wind. Die fortgetragenen Körner symbolisieren den Prozess des Weitertragens von Geschichten. Dabei wird die männlich geprägte historische Erzählung und das Verständnis des Mannes als Held aus feministischer Perspektive hinterfragt, während andere Geschichten sichtbar gemacht werden.

“Flughafer” bildet eine Narrative des Suchen und Öffnens, einen Versuch Raum für andere Ebenen und Formen der Geschichtsschreibung zu finden.

Abb. Lea Weeber, Flughafer, 2025; Fotografie: Lucien Liebecke

Malkastenforum

HER. un/seen

Künstlerinnen im Malkasten 1977-1997

Die Rolle der weiblichen Mitglieder im Künstlerverein Malkasten ist wesentlich – wurde aber bisher wenig beachtet. Erstmals behandelt die Ausstellung „HER. un/seen. Künstlerinnen im Malkasten 1977-1997“ dieses wichtige Thema.

„Heute ist ein Herrenabend! Für begleitende Damen ist das Goethezimmer reserviert! Wir bitten um Verständnis. Der Vorstand.“ Dieses Motto galt lange Zeit im Künstlerverein Malkasten, dem 1848 von Künstlern für Künstler gegründeten Verein – wohlgemerkt 129 Jahre nur für Künstler! Vereinzelt gab es zwar Ausstellungen von Künstlerinnen, und Frauen durften ihre Ehemänner, die Mitglied waren, zu Veranstaltungen begleiten, doch war dies mitunter nicht immer der Fall.

Mitte der 1970er Jahre diskutierte man verstärkt die Aufnahme von Frauen in den Verein. Dafür war eine Satzungsänderung nötig.  Mehrfach wurde das Thema auf die Tagesordnung der jährlich stattfindenden Generalversammlungen gesetzt. Doch erst am 3. Mai 1977 wurde die Satzung geändert. Von den 85 abgegeben Stimmen waren 66 dafür, 18 dagegen, ein anwesendes Mitglied enthielt sich. Von da an konnten Frauen Mitglied im Künstlerverein Malkasten werden. Eines der ersten weiblichen Mitglieder war die Malerin, Grafikerin und Illustratorin Helga Radener-Blaschke, die sich in den 1950er und 1960er Jahren deutschlandweit einen Namen mit Kunst-am-Bau-Projekten gemacht hatte.

Die Ausstellung „HER. un/seen. Künstlerinnen im Malkasten 1977-1997“ vermittelt einen Eindruck von der großen Bandbreite weiblicher Positionen im Malkasten in den ersten zwei Jahrzehnten nach der wegweisenden Satzungsänderung. Gezeigt werden die Werke von rund 40 ausgewählten Künstlerinnen, unter ihnen viele Neu- und Wiederentdeckungen.

Die Exponate – Gemälde und Fotografien, Zeichnungen, Collagen und Druckgrafiken, Skulpturen, Videoarbeiten und Installationen – stammen von den Künstlerinnen selbst, aus deren Nachlässen, aus Museen und Privatsammlungen sowie aus dem Archiv des Künstlerverein Malkasten. Zusätzlich belebt wird die Ausstellung durch Video-Interviews mit Künstlerinnen, die eigens aus diesem Anlass geführt wurden.

Ein bemerkenswertes historisches Schlaglicht auf das Thema werfen die Arbeiten der Jugendstilkünstlerin Ilna Ewers-Wunderwald (1875-1957). Als Frau vom Studium an einer Kunstakademie ausgeschlossen, war sie weitestgehend Autodidaktin und nahm wahrscheinlich privaten Kunstunterricht. Da ihr Bruder als Kegelmeier des Vereins fungierte, hatte sie die Möglichkeit, regelmäßig in den Verein zu kommen. Im Malkasten lernte sie auch ihren späteren Ehemann, den Schriftsteller Hanns Heinz Ewers kennen, dessen Vater Heinz wiederum im Vorstand von 1876-1877 tätig gewesen ist. Als Frau kam für Ilna Ewers-Wunderwald eine Mitgliedschaft jedoch nie in Frage.

Wenn die Ausstellung einerseits die Vergangenheit des Vereins aufarbeitet, so zeigt sie andererseits die aktuelle künstlerische Praxis von Frauen. Drei junge Künstlerinnen, Malkästnerinnen aus dem Umfeld der Kunstakademie, haben neue Arbeiten entwickelt, die Bezug nehmen auf drei der älteren Positionen in der Ausstellung.

Der auf diese Weise sich entspinnende Dialog zwischen den Generationen und den unterschiedlichen künstlerischen Disziplinen und Haltungen findet auch seinen Niederschlag im Begleitprogramm.

Die Ausstellung „HER. un/seen. Künstlerinnen im Malkasten 1977-1997“ ist das erste Ergebnis intensiver Recherchen, die im Frühjahr 2024 begonnen wurden und noch lange nicht abgeschlossen sind. Sie bildet den aktuellen Zwischenstand ab und macht viele teils bisher ungesehene Künstlerinnen endlich sichtbar.

Künstlerinnen der Ausstellung, die mit Werken und/oder Interviews vertreten sind:
Ulrike Arnold, Ulrike Beckmann, Alice Blumberg, Dorothee Bouchard, Charlotte Buck-Bliesener, Adina Caloenescu, Antonia Dombrowski, Ilna Ewers-Wunderwald, Karin Flörsheim, Gretel Gemmert, Lenore Gerber-Sporleder, Maren Heyne, Nan Hoover, Setsuko Ikai-Kottmann, Anna Jocham, Ruth van Kampen, Claudia van Koolwijk, Elisabeth Köhler-Burtscheidt, Herma Körding, Kim-Camille Kreuz, Silke Leverkühne, Julia Lohmann, Marianne Mangold-Nienhaus, Edith Oellers, Elly Ohms-Quennet, Jeanette Plücken, Gerhild Poos, Lu Possehl, Helga Radener-Blaschke, Natascha Schmitten, Ina Seeberg, Brigitte Seeling-Fassbender, Hannelore Strohbach, Nobuko Sugai, Sabine Tschierschky, Ruth Weber, Brigitte Wiegmann, Annette Wimmershoff

Die Ausstellung ist in Zusammenarbeit des Teams des Künstlerverein Malkasten entstanden: mit der Kunsthistorikerin und Kuratorin Beate Kolodziej, der Leiterin des Archivs Sabine Schroyen sowie den künstlerischen Vorständen Evamaria Schaller und Myriam Thyes.

TEXT ZUR AUSSTELLUNG IN LEICHTER SPRACHE 

ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN
Dienstag, 3. Februar 2026, 17 Uhr

BEGLEITPROGRAMM
Samstag, 15. November 2025, 19 Uhr: GENERATION 4. BLENDING Q – FEMSURRECTION

Sonntag, 7. Dezember 2025, 15 Uhr: Chanoyu – Japanische Teezusammenkunft mit Nobuko Sōchō Sugai

Dienstag, 9. Dezember 2025, 19 Uhr: Lesung mit Ina Seeberg

Freitag, 16. Januar 2026: təˈtæʉ Temporäres Sound- & Tätowier-Studio im Goethezimmer mit Franziska Nast und Julia Bünnagel

Site-specific tattooing-Studio am Freitag, 16. Januar 2026, ab 10 Uhr
Franziska Nast entwickelt für jeden Ausstellungsort eine eigene Motivkollektion, die ausschließlich dort angeboten und im Rahmen ihres ortsspezifischen Tätowierens umgesetzt wird. Da die Termine begrenzt sind, bitten wir um Anmeldung unter info@franziskanast.de.

Gemeinsame Performance am Freitag, 16. Januar 2026,  um 19 Uhr, im Anschluss Musik & Drinks
Franziska Nast und Julia Bünnagel verbindet ein übergreifender und abseitiger Kunstansatz und eine Freundschaft. Gemeinsam  performen sie mit der Nadel: Nast mit der Tätowiermaschine, Bünnagel mit schroffen und raumgreifenden Cuts an den  Turntables. In ihrer gemeinsamen Aktion verbinden sie den Klang als vergängliches mit dem dauerhaftem der Tätowierung.

Dienstag, 20. Januar 2026: „Sichtbarkeit als Machtfrage: Über aktuelle Perspektiven für Künstlerinnen”, initiiert vom Frauenkulturbüro NRW,
An der Podiumdiskussion nehmen teil:
Ilka Helmig (And She Was Like: BÄM! e. V.)
Sascha Förster (Leiter Theatermuseum Düsseldorf/ Vorstand Frauenkulturbüro NRW) Beate Kolodziej (Künstlerverein Malkasten, Kuratorin der Ausstellung „HER. un/seen“) Natascha Schmitten (Künstlerin der Ausstellung „HER. un/seen“)
Karin Trepke (Mitglied der GRÜNEN)
moderiert von Evamaria Schaller (Künstlerischer Vorstand Künstlerverein Malkasten/ Vorstand Frauenkulturbüro NRW)

ÖFFNUNGSZEITEN MALKASTENFORUM
Di von 17-21 Uhr, Do bis So 11-17 Uhr
Das Malkastenforum bleibt vom 22. Dezember 2025 bis einschließlich 4. Januar 2026 geschlossen.

Gefördert durch die Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf.

Mit freundlicher Unterstützung der Kultur- und Sozialstiftung der Provinzial Rheinland Versicherungen.

HER. un/seen. Künstlerinnen Im Malkasten 1977-1997, Entwurf Melissa Korkmaz

HER.un Seen. Künstlerinnen Im Malkasten 1977 1997, Entwurf Melissa Korkmaz

Rotunde im Hentrichhaus

MONIKA HUBER

PASSING THE GARDEN

Die Fresken der Villa di Livia, der Frau des Kaisers Augustus, die im Museo Massimo in Rom zu sehen sind, bilden das Grundmotiv für das Video “Passing the Garden”. Diese ca. zweitausend Jahre alten Fresken zeigen einen illusionistischen Gartenraum, einen „hortus conclusus“ mit Darstellungen von Pflanzen, Bäumen und Vögeln. Foto-, Videoaufnahmen und Zeichnungen der Fresken werden mit Fotografien und Videos von intakter und zerstörter Natur in einander verwoben. Was auf den ersten Blick natürlich erscheint, erweist sich als künstlich generiert. Langsam verändern die Bilder ihren Zustand, wobei sie sich zwischen Realität und Fiktion bewegen. Experimentell meditative Musik begleitet den Wandlungsprozess.

Öffnungszeiten Hentrichhaus: Mo-So 12-21 Uhr

Abb. Monika Huber, Passing the Garden, 2019, HD-Video, 6:31, stereo (Videostill), VG Bild-Kunst, Bonn 2025 für Monika Huber

Vitrine im Hentrichhaus

DAVID HARTIG

Hentrichs Haus

Herzliche Einladung zur Eröffnung der neuen Installation in der Vitrine im Hentrichhaus am Dienstag, 16. September 2025, um 19 Uhr.

In seiner Installation in der Vitrine im Hentrichhaus setzt sich David Hartig kritisch mit dem Namensgeber des Gebäudes, Helmut Hentrich, auseinander. In Zeichnungen und mit einer Soundarbeit beleuchtet er den Düsseldorfer Architekten, der als 1. Vorsitzender des Künstlerverein Malkasten 1945-55 maßgeblich für den Wiederaufbau der im 2. Weltkrieg zerstörten Vereinsgebäude war und in der Landeshauptstadt u. a. das Dreischeibenhaus entwarf. Doch Hentrichs Biografie ist nicht unumstritten. Er war Mitglied in der NSDAP und wird auf der Liste der Gottbegnadeten geführt.

David Hartig (*2002), studiert seit 2021 an der Düsseldorfer Kunstakademie. Er war in der Klasse von Maximiliane Baumgartner, die jetzt von Nick Mauss übernommen wird.

Abb. David Hartig, Hentrichs Haus, 2025 © David Hartig

Rotunde im Hentrichhaus

ANDREA ISA

Sparks

“Sparks” ist ein Video mit experimentellen Elementen. Es findet in einer Art unbeobachteter Zwischensphäre statt, wo sich Traum und Albtraum treffen. Erinnerungen aus einer geträumten Kindheit; Atmosphären und Stimmungen, die in Zimmerwinkeln schlafen und sich nie ganz offenbaren.

Öffnungszeiten Hentrichhaus: Mo-So 12-21 Uhr

Abb. Andrea Isa, Sparks, 2020/2024, HD-Video, 2:23, stereo (Videostill)

Jacobihaus

HEDWIG ROGGE

Angesichten

Herzliche Einladung zur Eröffnung der Ausstellung am Dienstag, 26. August 2025, um 19 Uhr.

Zur Finissage am Dienstag, 28. Oktober 2025, wird es um 19 Uhr ein Gespräch mit Hedwig Rogge und Melanie Richter (2. Vorsitzende Künstlerverein Malkasten) geben.

„Angesichten“ ist der Titel der Ausstellung von Hedwig Rogge im Jacobihaus. Ihre jüngst entstandenen Malereien treffen dabei auf keramische Objekte, einen bisher unbekannten Aspekt ihres Schaffens.
Wesentlich für Hedwig Rogge ist das stete Hinterfragen von Material und Technik. Zu Anfang ihrer künstlerischen Laufbahn malte sie beispielweise nur mit ihren Händen, teilweise in Abbruchhäusern. Auch ließ sie Zeichenkarton im Regen liegen, um so die Spuren des Wetters einzufangen. Mit großformatigen malerischen Frottagen des Außenraums untersuchte sie Möglichkeiten der Selbstdarstellung von Landschaft.
Seit einigen Jahren erforscht die Künstlerin, wie sich verschiedenartige Pinsel auf dem Papier verhalten, welche Linien und Flächen sich bei unterschiedlicher Beschaffenheit entfalten können. Mal fertigt sie die Pinsel selbst an, mal findet sie sie auf Trödelmärkten, etwa einen Pinsel aus langen Schweineborsten, der so „präpariert“ war, dass er sehr streifig malt und jede Linie auf wechselnde Art mehrfach vervielfältigt, ein Faktor, den Hedwig Rogge nicht beeinflussen kann. Es ist das Offene und Zufällige, das Unbestimmte und Unbekannte, vom dem sich Hedwig Rogge leiten lässt, mit dem sie interagiert.
Auch in ihren neuesten Malereien spielen die Spuren des Pinsels eine große Rolle. Als Ausgangspunkt für diese Arbeiten nutzt sie wässrige Tuscheuntermalungen und assoziiert in ihnen Landschaften aus ihrer Erinnerung, die sie dann mit Tusche und Acrylfarbe herausarbeitet: mal grob und großzügig, mal fein. Immer wieder sieht man gegenständliche Motive, doch abstrakte Flächen und Formen überwiegen, so dass Hedwig Rogges Landschaften reduziert, poetisch und offen wirken.
Ähnlich ist dies bei ihren Masken aus Ton, mit denen sie sich aktuell befasst. Wie bei ihren Malereien arbeitet sie prozessual und spielerisch. Und wieder geht sie von einer Art Grundform aus – nun im wörtlichen Sinn, denn diese ist plastisch modelliert. Diese Grundform wird im nächsten Schritt deformiert. Sie folgt also dem Prinzip von Aufbau und Zerstörung, um etwas Neues zu erschaffen. Dabei lotet sie plastische Darstellungsmöglichkeiten des Gesichtes aus: abstrahiert und ausdrucksstark. Bisweilen lässt sie die gebrannten Keramikmasken unglasiert, so dass die hellrosa Farbe des Tons beibehalten wird. Es bleibt eine „rohe Lebendigkeit“, wie es die Künstlerin selbst beschreibt. Häufiger jedoch experimentiert Hedwig Rogge mit farbigen Glasuren, brennt die Objekte mehrfach. Farbe und plastische Form gelangen zu einer Einheit, steigern sich gegenseitig.
Hedwig Rogge studierte Kunst und Illustration in Cork (Irland), Düsseldorf, Hamburg und San Francisco, u.a. bei der koreanischen Malerin Eun Nim Ro und dem US-amerikanischen Konzeptkünstler Paul Kos. Sie erhielt zahlreiche Preise und Stipendien und stellte im In- und Ausland aus. Hedwig Rogge lebt und arbeitet in Düsseldorf.

Öffnungszeiten: Dienstags von 17-21 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung unter 0211-356471

Abb: Hedwig Rogge, Wasserfall 2025, Tusche und Acryl auf Papier, 75 x 55 cm, Copyright Hedwig Rogge

Fahnen auf dem Vorplatz

NICK BÖTTGE

chord

Herzliche Einladung zur Eröffnung der neuen Fahnen-Installation auf dem Vorplatz des Künstlerverein Malkasten am Dienstag, 19. August 2025, um 19 Uhr.

Die Arbeit „chord” versteht die drei Fahnen auf dem Vorplatz als musikalischen Akkord. Sie verkörpern Grundton, Terz und Quinte und bilden zusammen einen Dreiklang. Ergänzt wird diese Formation durch eine vierte Fahne, gestaltet als traditionell konzipierte Schwenkflagge, die dem Akkord einen zusätzlichen Ton hinzufügt. In der Musiktheorie entspricht dieser der Septime oder der None, einem Ton, der einem Akkord eine klare klangliche Ausrichtung verleiht. So kann derselbe Dreiklang, abhängig von diesem vierten Ton, hart, weich, offen, geschlossen, frei oder zielgerichtet erscheinen.

Flaggen tragen stets einen großen Pathos, meist, um ein Gefühl von Zugehörigkeit auszudrücken, das nicht selten mit Ausschluss und Abgrenzung einhergeht. Mit dem ästhetische reizvollem , aber inhaltliche entleerten Motiv von Wolken und Himmel als Projektionsfläche versucht die Arbeit, genau dem kitschig entgegenzutreten.

Abb. Nick Böttge, chord, 2025 © Nick Böttge

Schaukasten

LILLITH SACHSENHAUSER

Mensch ärgere Dich

Herzliche Einladung zur Präsentation der neuen Arbeit im Schaukasten auf dem Vorplatz am Dienstag, 19. August 2025, um 19 Uhr.

Lillith Sachsenhause schreibt über ihre Arbeit:
“Mit feinem Gespür für Ironie und Alltagsbeobachtung kombiniert die Arbeit „Mensch ärgere Dich“ das ikonische deutsche Brettspiel mit einer scheinbar banalen, aber symbolisch aufgeladenen Störung: einer überdimensionalen zerquetschten Stechmücke. Das Plakatmotiv thematisiert das Spannungsfeld zwischen gesellschaftlicher Ordnung und individuellen Irritationsmomenten.

Die Mücke, als Störfaktor zentral über das Spielfeld gelegt, unterbricht nicht nur das Spielgeschehen, sondern visualisiert eine Geste, die viele kennen. Das instinktive  Zuschlagen auf einen Tisch, sei es im Spiel oder beim Versuch, ein lästiges Insekt zu vertreiben.

Der Verweis auf die Regeln des Spiels und der Appell „ärgere dich nicht“ stehen dabei im bewussten Kontrast zum emotional aufgeladenen Motiv. Die Arbeit lädt ein, das vermeintlich harmlose Spiel als Metapher für Kontrollverluste und Regelbrüche zu lesen. Dabei entsteht ein Wechselspiel zwischen dem menschlichen Bedürfnis nach Struktur und dem unweigerlichen Einbruch des Unvorhersehbaren.

„Mensch ärgere Dich“ ist ein Kommentar zu Spiel, Störung und Selbstbeherrschung mit humorvollem, aber auch kritischen Blick auf unsere Reizbarkeit und unseren Ehrgeiz vom Kleinen bis ins gesellschaftlich Große.”

Abb. Lillith Sachsenhauser, Mensch ärgere Dich, 2025 © Lillith Sachsenhauser

Rotunde im Hentrichhaus

DANIEL NEHRING

The Unconscious Architect

„The Unconscious Architect“ ist eine 3D-Animation, die für die ZERO Foundation Düsseldorf entstanden ist. Sie nutzt die Architektur des Ausstellungsraumes und des Gebäudes der ZERO Foundation als sein Ausgangsmaterial: Mithilfe des Verfahrens der Photogrammetrie entstehen virtuelle Fragmente und alternative Versionen des realen Ortes, die mit fiktiven Elementen angereichert werden. Die vertraute Umgebung wird in eine andere Zeit, mit anderen Umständen und neuen Bedingungen transformiert.

Sounddesign: Evelyn Möcking. Soundklänge teilweise basierend auf der Sound library von Submerged / Julia Zanke / Achim G. Reisdorf / Ohm Resistance / on_lap recordsKlangraum am Mineralien-Museum Essen

Öffnungszeiten Hentrichhaus: Mo-So 12-21 Uhr

Abb. Daniel Nehring, The Unconscious Architect 2022, UHD-Video, 7:52, stereo, VG Bild-Kunst, Bonn 2025 für Daniel Nehring

Vitrine im Hentrichhaus

EDITH DEKYNDT

Borrowed Scenery - Lantz’scher Skulpturenpark 2025 + Künstlerverein Malkasten

Herzliche Einladung zur Eröffnung der Installation von Edith Dekyndt in der Vitrine im Hentrichhaus im Rahmen der Ausstellung „Lantz’scher Skulpturenpark 2025: Borrowed Scenery“ am Sonntag, 29. Juni 2025, um 18 Uhr.

Die Ausstellung “Lantz’scher Skulpturenpark 2025: Borrowed Scenery” findet vom 29. Juni bis 7. September 2025 im Lantz’schen Park statt, Eröffnung Sonntag, 29. Juni 2025, von 13-15 Uhr. Teilnehmende Künstler:innen sind Edith Dekyndt, Mimosa Echard, Dara Friedman, Benjamin Hirte, Allison Katz, Nancy Lupo

Die Vitrine im Hentrichhaus des Künstlerverein Malkasten ist zweiter Ausstellungsort des Projektes.

„Bevor die Landschaft je ein Refugium für die Sinne werden kann, ist sie schon das Werk des Geistes. Ihre Szenerie ist ebenso aus Schichten der Erinnerung zusammengesetzt wie aus Gesteinsschichten,“ schreibt der Historiker Simon Schama. In dem Bewusstsein, dass unsere gebaute Umwelt ebenso sehr von immateriellen Kräften wie von festen Materialien geprägt ist, rückt die Ausstellung Borrowed Scenery die Idee des Lantz’schen Parks als einen konstruierten Raum in den Mittelpunkt, der historische Erzählungen und gesellschaftliche Dynamiken über die Zeit hinweg in sich trägt.

Der aus der japanischen Gartengestaltung stammende Begriff „Borrowed Scenery“ (jap. Shakkei), dt. „geliehene Landschaft“, bezieht sich auf die bewusste Rahmung und Einbeziehung der umgebenden Landschaftsmerkmale in die Gestaltung eines Gartens. Im Falle des Lantz’schen Parks schließt dies auch die Vergangenheit ein. Errichtet auf den Fundamenten eines Herrenhauses aus dem 13. Jahrhundert und geprägt von aufeinander folgenden Eingriffen, die historische Umbrüche politischer Systeme und kultureller Narrative widerspiegeln, ist der Park heute eine konstruierte Landschaft, in der sich Vergangenheit und Gegenwart ineinanderschieben und überlagern. Im 19. Jahrhundert, zur Zeit Preußens, erwarb die Familie Lantz, die durch den kolonialen Gewürzhandel zu Wohlstand gekommen war, das Gelände und ließ die heutige Villa Lantz errichten. Für die Umgebung des Hauses beauftragte die Familie 1858 den Landschaftsarchitekten Joseph Clemens Weyhe, einen englischen Landschaftsgarten zu gestalten. Weyhe, Mitglied einer Großfamilie von Landschaftsarchitekten, die Parks im gesamten Rheinland sowie in Berlin gestalteten, dient auch als Verbindung zum zweiten Ausstellungsort des Projekts: der Vitrine im Hentrichhaus des Künstlerverein Malkasten, dessen Garten – ebenso wie den benachbarten Hofgarten – die Familie Weyhe mitgestaltete. So wird für die Ausstellung eine historische und räumliche Achse quer durch die Stadt gebildet.

Etwa hundert Jahre nach der Schaffung des Lantz’schen Parks wurde während des Zweiten Weltkriegs ein Bunker unter dem Gelände gebaut, dessen verfallener Eingang heute noch sichtbar ist. Die Idee für den Lantz’schen Skulpturenpark und die Ausstellung zeitgenössischer Kunst in dieser aufgeladenen Landschaft geht zurück auf den Düsseldorfer Avantgarde-Galeristen Alfred Schmela, der 1975 seine gleichnamige Galerie im Lantz’schen Park eröffnete und in der Villa Lantz im Herzen des Parks auch lebte und arbeitete.

Im Kontext des Lantz’schen Skulpturenparks geht das ursprüngliche Konzept von „geliehener Landschaft“ über das Visuelle hinaus und umfasst auch historische, materielle und sinnliche Dimensionen. Denn all diese zum Teil verdeckten Geschichten, sich wandelnden Kräfte und ihre Spuren formen das Gelände des Parks nach wie vor – auch wenn sie nur als Echos, Fragmente und überlagerte Überreste räumlicher Anordnungen existieren, die unsere Wahrnehmung prägen. “Borrowed Scenery” möchte diese Verflechtungen freilegen und zugleich neue Perspektiven in das komplexe Verhältnis von Erhaltung, Ausradierung und Neuinterpretation einschreiben. Die eingeladenen Künstler:innen setzen sich mit den latenten Kräften auseinander, die in die Landschaft eingebettet sind – mit einem psychischen Terrain, das ebenso sehr von Erinnerung geformt ist wie von den sich durch den Park ziehenden Wegen, den hoch aufragenden Bäumen, strategisch platzierten Zierfelsen und historischen Skulpturen. Die Arbeiten fungieren als Sensoren, die Unausgesprochenes verstärken, und erkunden, wie die Landschaft nicht nur als Bühne dienen kann, sondern aktiv an der Konstruktion von Erinnerung und Selbstverständnis beteiligt ist. Die Kunstwerke können angelegte Perspektiven auf subtile Weise unterwandern oder neue Erzählungen in die Landschaft einschreiben. “Borrowed Scenery” lädt die Besucher:innen ein, den Park als ein lebendiges, dynamisches Archiv zu erfahren, in dem sich Geschichten fortwährend unter den eigenen Füßen verschieben.

Kuratorin: Stephanie Seidel
Kuratorische Assistenz: Silja Lenz

“Lantz’scher Skulpturenpark 2025: Borrowed Scenery” ist ein Projekt der Kunstkommission Düsseldorf.

Es wird gefördert durch das Kulturamt Düsseldorf, die Kunststiftung NRW sowie dem Bureau des arts plastiques des Institut français Deutschland.

Ein detaillierter Veranstaltungsplan für die Laufzeit der Ausstellung folgt in Kürze.
Weitere Informationen unter www.kunstkommission-duesseldorf.de/projekte/lantzscher-skulpturenpark

Edith Dekyndt, Green of Schweinfurth, 2024. Courtesy of the artist and Konrad Fischer Galerie, Photo: Roman März.

Lido im Malkasten (Bar) + Rotunde im Hentrichhaus

BIRGIT JENSEN

INFINITESIMAL MOVEMENT

Herzliche Einladung zur Eröffnung der Ausstellung am Dienstag, 17. Juni 2025, um 19 Uhr. Zur Eröffnung findet ein Gespräch mit Birgit Jensen und der Kunstwissenschafterin Julia Reich statt.

Ab dem 17. Juni 2025 bespielt Birgit Jensen zwei Orte im Künstlerverein Malkasten. Im 1. OG der Rotunde im Hentrichhaus zeigt sie auf der gewölbten Wand eine grossflächige Cyanotypie aus mehreren Papierbahnen, die ein gemeinsames Format bilden.

Das Bild entfaltet sich wie eine Arabeske mit seiner weißen Linienführung. Baumstämme, Äste und Zweige verzahnen sich ineinander. Als fortlaufendes Motiv soll es auch an die Tapete im Jacobizimmer erinnern. Das abstrakte Rankengeflecht steht gleichzeitig für das ungezügelte Wachstum in wilder Natur und die unendliche Entwicklung der organischen Form.

In der Bar zeigt Birgit Jensen Arbeiten aus einer Landschaftsserie, die sie eigens für ihre Ausstellung im Künstlerverein Malkasten entwickelt hat, u. a. inspiriert von den „Vedute di Roma“ von Giambattista Piranesi (1720 – 1778). Einige dieser monumentalen „Ansichten vom Antiken Rom“ sind im Besitz des Vereins.

In ähnlicher Weise wie bei den Architekturphantasien Piranesis spielen in den Arbeiten von Birgit Jensen erfundene Landschaften eine Rolle. Verschiebungen der Proportionen und Perspektiven bis hin zur Zurschaustellung der Künstlichkeit eines inszenierten Terrains sind Momente, die auch in ihrem Werk vorkommen. Für Birgit Jensen, wie sie selbst sagt, ist es eine große Freude im Rahmen ihrer Ausstellung im Künstlerverein Malkasten mit dem berühmten und bewunderten Chronisten der römischen Antike zusammen in einen Dialog zu treten.

Kurzbiografie:
1957 geboren in Würzburg/Main
1976-82 Studium an der Hochschule der Künste in Berlin
Birgit Jensen lebt und arbeitet seit 1985 in Düsseldorf.

Ausstellungen (Auswahl)
2025     Kunstpreis der Künstler DIE GROSSE, Düsseldorf
2024     CeDeEff and Freinds, Künstler Gut Loitz e. V.; Lückenfüller – Interventionen im Stadtmuseum Düsseldorf
2023     Review Ostsee-Biennale, Der demokratische Raum, Kunsthalle Rostock; KunstBüdchen Lintorf
2022     Hosfelt Gallery, San Francisco; Galactic Railroad, Japanisches Kulturinstitut Köln und Emsdettener Kunstverein
2020     Kunstverein Leverkusen Schloss Morsbroich, Leverkusen (K)
2015     Museum Ratingen, Ratingen
2007     Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr (K)

Kuratorische Arbeit
2017-21  Flugblätter (K), Künstler Gut Loitz e. V. / Loitz an der Peene; Pictura, Dordrecht / NL; Maebashi / Japan; Cross lane Projects Kendal / UK; Künstlerhaus Schloss Plüschow; Clay Street Press, Cincinnati / USA; Haus des Wandels, Heinersdorf; Kunstverein Linz a. Rhein
2003-12  WG/3ZI/K/BAR (K) im Künstlerverein Malkasten, Organisation der Veranstaltungsreihe mit Markus Ambach, Düsseldorf (www.wg3zikb.de)

Birgit Jensen ist Mitglied in der VG Bild-Kunst, Bonn und im Künstlerverein Malkasten

www.birgitjensen.com

 

Abb. Birgit Jensen, Der Nachtvogel, Installationsansicht im Künstler Gut Loitz e.V. Foto: Peter Nils Dorén, 2024 ©VG Bild-Kunst, Bonn 2025 für Birgit Jensen

Jacobihaus

DIE FARBE SCHWARZ UND DAS LICHT

100 Jahre Hans-Albert Walter

Herzliche Einladung zur Eröffnung der Ausstellung am Dienstag, 10. Juni 2025, um 19 Uhr.
Es spricht zur Eröffnung der Kunstkritiker Dr. Rainer Beßling

In diesem Jahr wäre der Künstler Hans-Albert Walter 100 Jahre geworden. Anlässlich dieses Jubiläums zeigt der Künstlerverein Malkasten rund 20 Werke – Gemälde und Grafiken – seines langjährigen Mitglieds.

Hans-Albert Walters Werk lässt sich in unterschiedliche Werkphasen gliedern. Wie so viele Künstler seiner Generation beginnt er gegenständlich zu arbeiten. Doch er ist offen für Neues und lässt sich Anfang der 1960er Jahre von den ZERO-Künstlern zu kinetischen Bildern inspirieren. Ab Mitte der 1960er Jahre sind es die Werke der Pop- und Op-Art, die einen Widerhall in seinen Bildern finden. Mehr und mehr löst er sich von Farben und geometrischen Formen und konzentriert sich einzig auf die Darstellung von Zahlen, zunächst in Sequenzen und Kolumnen, dann als isolierte Ziffern vor monochromen Hintergründen. Seine „Zahlenbilder“ bilden einen besonderen Schwerpunkt in der Ausstellung im Künstlerverein Malkasten.

Die Zahl ist das zentrale Motiv von Hans-Albert Walter. Nicht als grafische Form, die es gilt umzusetzen. Vielmehr bedeutet die Zahl für ihn Poesie und Meditation. Die Kuratorin Nicole Giese-Kroner, die dem Künstler zu seinem 100. Geburtstag im Syker Vorwerk ebenfalls eine Ausstellung widmet, schreibt sehr treffend über die Zahl bei Walter: „Stattdessen vertraut er auf das Potenzial der Zahl als Zeichen und Bedeutungsträger, als visuelles Ereignis und als Spur einer inneren Ordnung. Seine Werke sind keine mathematischen Gleichungen – sie sind visuelle Denkfiguren, Reflexionen über Zeit, Rhythmus, Struktur und Wahrnehmung.“

Und Günther Uecker schreibt 1981 über den Künstler in einem Brief anlässlich einer Publikation: „Immer wieder begegne ich Hans-Albert Walter, der auf eine eigenartige Weise zu hören vermag. Er spürt die Schwingungen, er sieht die feinsten Bewegungen, er deutet sie und sie werden zu Klangbildern. Bilder, in denen eine zentrale Helligkeit scheint. Hans-Albert Walter hält den Zero-Punkt in seiner Malerei der konzentrierten Ruhe, in der eine Aufhebung aller Widersprüche hergestellt ist, anzusehen im schweigenden Dialog.“ Hans-Albert Walter, der mit 15 Jahren sein Gehört verlor, lässt seine Bilder zu optisch vibrierenden Erlebnissen für die Augen werden.

Geboren 1925 in Kolberg / Pommern, studierte Walter u. a. in Stettin, an der Akademie in München und der Staatlichen Kunsthochschule Bremen. 1954 kam er nach Düsseldorf und arbeitete als Industriegrafiker, ab 1962 dann als freischaffender Künstler. Das niedersächsische Diepholz wurde neben Düsseldorf ab 1983 zu seiner zweiten Heimat. Hier verstarb er 2005.

Die Ausstellung wird unterstützt von der Volksbank Düsseldorf Neuss eG.

Abb. Hans-Albert Walter, unbekannter Titel, 1993, Acryl auf Leinwand, 200 x 130 cm, Inv.-Nr. SYK00109, Foto: Hans-Jürgen Dehn

Rotunde im Hentrichhaus

IRIS HOPPE

MOVE IN BALANCE

Das Schwarzweißvideo zeigt eine Tanzperformance von Iris Hoppes Tochter Smila, die gerade nicht durch gleichmäßige, sondern mit bis an die Grenze des Gleichgewichthaltens geführten Bewegungen den Kounellis-Raum des Kölner Kolumba-Museums erkundet. Die anschließende digitale Bearbeitung eliminierte die Binnenstrukturen des tanzenden Körpers zu einer amöbenartigen Masse, deren (Ver-)Formung von innen durch die Bewegung und zugleich von außerhalb durch die räumliche Begrenzung zu erfolgen scheint.

Performer: Smila Vita Hoppe, Kamera: Rick Kam, Postproduktion: Jakob Gehrmann, Iris Hoppe

Der Eindruck, nicht nur körperlich aus der Balance zu geraten, wird noch intensiver in der später entstandenen Serie „move in balance (red – yellow – blue)“, veröffentlicht alsmp4 Videos und NFTs. Ihr liegen Sequenzen aus dem Schwarz/Weiß-Video zugrunde, die eine Veränderung erfuhren: Zum einen strahlt hier der tanzende Körper jeweils in einer  der drei Grundfarben. Zum anderen wurden kurze Abschnitte seiner Bewegungsabläufe wiederholt und rückwärts abgespielt. NFT: https://opensea.io/IrisHoppe

Öffnungszeiten Hentrichhaus: Mo-So 12-21 Uhr

Abb. Iris Hoppe, Move in Balance, 2023, HD-Video, 8 Min., VG Bild-Kunst, Bonn 2025 für Iris Hoppe

Fahnen auf dem Vorplatz

SASKIA TAMARA KAISER

Frei

Herzliche Einladung zur Eröffnung der neuen Fahnen-Installation auf dem Vorplatz des Künstlerverein Malkasten am Dienstag, 27. Mai 2025, um 19 Uhr.

Saskia Tamara Kaiser – Frei

Inspiriert von dem gleichnamigen Buch „Frei“ der Philosophin Lea Ypi, untersucht Saskia Tamara Kaiser in ihrer Arbeit die strukturellen Widersprüche feministischer Selbstbestimmung.

Freiheit wird von ihr nicht als individueller Zustand verstanden, sondern als gesellschaftlicher Konflikt – zwischen Körpern, Erwartungen und Systemen. Drei Fahnen zeigen ein zusammenhängendes Motiv: zwei weiblich gelesene Personen, getrennt, aber durch ein Seil miteinander verbunden. Je nach Bewegung, im Wind, erscheint diese Verbindung instabil – mal gespannt, mal gelöst, mal zerrissen. Das Bild verändert sich mit seiner Umgebung und verweist damit auf die strukturellen Schwierigkeiten und Ambivalenzen mit den feministische Selbstbestimmung im privaten und gesamtgesellschaftlichen Kontext konfrontiert ist.

Saskia Tamara Kaiser richtet den Blick auf die oft verdrängte Kehrseite feministischer Emanzipation: den Konkurrenzdruck, die interne Abgrenzung, die strategische Distanz. In patriarchal organisierten Räumen sind weiblich gelesene Menschen gezwungen, sich unter Bedingungen zu behaupten, die Solidarität erschweren. Der systemische Rahmen bleibt bestehen, auch wenn die Positionen darin wechseln.

Ihre Arbeit analysiert nicht Opferrollen, sondern die reproduzierten Muster. Wer scheitert, scheitert nicht allein, dafür aber oft isoliert. Die Geste der Arbeit „Frei“ ist reduziert, die Komposition kontrolliert. Freiheit wird nicht inszeniert, sondern in ihrer Fragilität gezeigt.

In „Frei“ wird Freiheit nicht als abstraktes Ideal oder Versprechen proklamiert, sondern als Konstellation aus unterschiedlichen, parallel laufenden und voneinander bedingten Verhältnissen. Verhältnisse der politischen Realität und die Bedingungen unter denen Freiheit erlebbar wird, wie Beispielsweise: Zugang zu Bildung, sichere Existenz, politische Mitbestimmung oder gesellschaftliche Anerkennung. In diesem Spannungsfeld erscheint feministische Selbstbestimmung als ein fragiles Freiheitsgefühl, das im Kontext des gesellschaftlichen Rechtsruck zunehmend unter Druck gerät.

Feministische Selbstbestimmung steht dem Rechtsruck nicht nur entgegen, sie wird durch ihn aktiv bedroht: Denn autoritäre und antifeministische Kräfte zielen darauf ab, die gesellschaftlichen Voraussetzungen von Freiheit – Teilhabe, Schutz vor Gewalt, ökonomische Sicherheit, Anerkennung vielfältiger Lebensentwürfe – systematisch zu beschneiden.

Abb. Saskia Tamara Kaiser, Frei, Fotografie, 2025 ©VG Bild-Kunst, Bonn 2025 für Saskia Tamara Kaiser

Schaukasten

TOM SEIDEL

1, 2, 3, TV Static

Herzliche Einladung zur Präsentation der neuen Arbeit im Schaukasten auf dem Vorplatz am Dienstag, 27. Mai 2025, um 19 Uhr.

Die Arbeit „1, 2, 3, TV Static“ ist eine vergrößerte Graphit-Zeichnung auf Papier. In mehreren Schichten aufgetragen, weggenommen und wiederhinzugefügt, wird mit dem Graphit eine relativ gleichmäßige graue Fläche modelliert. Durch die Vergrößerung werden Strukturen wie die Fasern des Papiers und einzelne Unregelmäßigkeiten deutlich. Aus nächster Nähe wirkt das ganze wie das Rauschen eines Fernsehers, der kein Signal empfängt.

Versteckt in diesem Rauschen lauern 3 Elstern: 1 fliegt, 2 sitzen, 3 versuchen sich dem Blick zu entziehen, der Rest ist TV Static.

Abb. Tom Seidel, 1, 2, 3, TV Static, 2025 © the artist

Malkastenforum

WELT, WOHIN?

ZERO und die Gegenwart

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Die Ausstellung „Welt, wohin?ZERO und die Gegenwart“ vereint charakteristische Werke der Düsseldorfer ZERO-Künstler Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker und ihres Umfelds mit Arbeiten junger Künstler:innen, die heute im Geiste von ZERO erproben, welche neuen Möglichkeiten sich für die Kunst bieten. Werke aus den 1950er bis frühen 1980er Jahren treffen auf Arbeiten, die erst jüngst entstanden sind. So zeigt sich in dem Aufeinandertreffen unterschiedlicher Zeitebenen und Positionen, welche Strahlkraft ZERO auch heute noch ausübt.

Eine Spiegelwand von Christian Megert aus den 1960er Jahren ist das Leitmotiv der Ausstellung. Sie ist historisch, aber sie reflektiert das Jetzt und fragmentiert den Raum, in dem sich die Positionen von Morgen entfalten können. Auch Günther Ueckers „Sandmühle“ (1970) handelt von Zeit – allerdings als Kreislauf: Stetig rotiert ein maschinenbetriebenes Gestänge um die eigene Achse und zieht immer neue und doch immer gleiche Kreise in den Sand. Licht und Bewegung, zentrale Themen von ZERO, treffen im großen Ausstellungsraum zudem in Lichtobjekten von Heinz Mack, Otto Piene und Nanda Vigo aufeinander.

Eingerahmt werden die Objekte der ZERO-Künstler von befreundeten Positionen: etwa von Jan Henderikse, Paul Van Hoeydonck und Peter Royen. Als Wiederentdeckungen hervorzuheben sind die Künstlerinnen Hal Busse und Herta Junghanns-Grulich. Beide waren u. a. in der 7. ZERO-Abendausstellung 1958 vertreten.

Die zeitgenössischen Künstler:innen in der Ausstellung haben eigens aus diesem Anlass neue Werke geschaffen. Felicitas Rohden nimmt Bezug auf ein neues Projekt der NASA, einen aufblasbaren Hitzeschild. Um die Verbindung von Wissenschaft und Natur geht es bei Angelika J. Trojnarski, die in ihren Papiercollagen mit dem Element Feuer arbeitet. Johannes Raimann und Mira Klug beschäftigen sich mit der „Fotografie nach der Fotografie“. Joscha Bender lässt von ChatGPT und einer bildergenerierenden KI eine Version von Michelangelos berühmtem „David“ erstellen, die er dann – mit all ihren Ungenauigkeiten – in eine Steinskulptur umsetzt. Till Bödeker lädt ein in ein Labor mit Serverschränken und Monitoren: ein Verweis auf die Serverräume, in denen künstliche Intelligenzen trainiert werden.

Das Konzept der Ausstellung von Barbara Könches stellt eine Reise aus dem Jahr 2050 zurück in das Jahr 2025 dar. Es lehnt sich in einigen Details – wie der Erfindung des „Apporteurs“ – dem fiktiven Bericht des Historikers Reginald Charles Churchill (1916-1986) an. In seiner dem Stil nach wissenschaftlich, dem Inhalt nach fiktiven „kurzen Geschichte von morgen und übermorgen 1957-6601“, die er unter dem Titel „Welt – wohin?“ 1957 in deutscher Übersetzung publizierte, erstellte er eine fiktive Chronologie und blickte als Wissenschaftler vermeintlich aus dem Jahr 6601 auf die letzten Jahrtausende zurück.

Künstler:innen der Ausstellung
Joscha Bender (*1991), Till Bödeker (*1991), Hal Busse (1926-2018), Jan Henderikse (*1937), Herta Junghanns-Grulich (1912-1990), Mira Klug (*1992), Heinz Mack (*1931), Christian Megert (*1936), Otto Piene (1928-2014), Johannes Raimann (*1992), Felicitas Rohden (*1984), Peter Royen (1923-2013), Angelika J. Trojnarski (*1979), Günther Uecker (1930-2025), Paul Van Hoeydonck (1925-2025), Nanda Vigo (1926-2020)

Laufzeit
15. Mai bis 14. September 2025

Eröffnung
13. Mai 2025, 18 Uhr

Öffnungszeiten Malkastenforum
Di von 17-21 Uhr, Do bis So 11-17 Uhr! Verlängerte Öffnungszeiten während DC OPEN
Freitag, 5.9.25 bis 20 Uhr
Samstag, 6.9.25 bis 20 Uhr
Sonntag, 7.9.25 bis 21 Uhr

Eintritt
4 €, für Mitglieder des Künstlerverein Malkasten ist der Eintritt frei

Nächste öffentliche Führung
Sonntag, 7. September 2025, um 16 UhrIndividuelle Führungen
auf Anfrage möglich, Infos unter info@malkasten.org

Begleitprogramm
Die Ausstellung „Welt, wohin? ZERO und die Gegenwart“ wird neben Führungen durch die Kuratorin, Barbara Könches, und den 1. Vorsitzenden des Künstlerverein Malkasten, Christoph Westermeier, flankiert von einem abwechslungsreichen Begleitprogramm.

Der Künstler Till Bödeker hat einen Beitrag mit dem Titel „Welt, wohin?“ (1:53), adaptiert für eine LED-Wand, 2025, geschaffen, der vom 2. bis 25. Mai 2025, jeweils von 20 bis 23 Uhr, am KÖ-Bogen gezeigt wird. Mit Hilfe von computerbasierter Bildbearbeitung lässt er die Werke seiner Künstler:innenkolleg:innen Joscha Bender, Mira Klug, Heinz Mack, Johannes Raimann, Felicitas Rohden und Angelika Trojnarski mit eigenen Motiven in einem virtuellen Raum verschmelzen.

Die an der Peter Behrens School of Arts / Hochschule Düsseldorf lehrende Künstlerin Felicitas Rohden, Professorin für Form und Farbe, entwickelt mit ihren Studierenden während einer Projektwoche Ende Mai, in der sie sich mit der Ausstellung „Welt, wohin? ZERO und die Gegenwart“ auseinandersetzen, Objekte für den Malkastenpark. Am 30. Mai 2025 werden diese Objekte der Öffentlichkeit präsentiert.

Im Rahmen der Ausstellung findet am Dienstag, 22. Juli 2025, um 19 Uhr ein Künstlergespräch mit Johannes Raimann statt. Zugleich präsentiert Johannes Raimann sein Buch „Zx“, erschienen 2024 bei Distanz, Berlin (28 Euro, Softcover, 80 Seiten, 21,7×17 cm, ISBN 978-3-95476-714-4).

Im Rahmen des Videokunst-Programm, in der im ein- bis zweimonatigen Wechsel Videoarbeiten in der Rotunde im Hentrichhaus gezeigt werden, läuft vom 15. Juli bis zum 2. September 2025 ‘The Unconscious Architect’ von Daniel Nehring. „The Unconscious Architect“ ist eine 3D-Animation, die für die ZERO Foundation Düsseldorf entstanden ist. Sie nutzt die Architektur des Ausstellungsraumes und des Gebäudes der ZERO Foundation als sein Ausgangsmaterial: Mithilfe des Verfahrens der Photogrammetrie entstehen virtuelle Fragmente und alternative Versionen des realen Ortes, die mit fiktiven Elementen angereichert werden. Die vertraute Umgebung wird in eine andere Zeit, mit anderen Umständen und neuen Bedingungen transformiert.

Die Finissage der Ausstellung findet statt am Sonntag, 14. September 2025, ab 15 Uhr.
Der Künstler Till Bödeker, der mit seiner Rauminstallation „Everything’s computer“  in der Ausstellung vertreten ist, lädt an diesem letzten Ausstellungstag zum gemeinsamen Schachspiel ein. Unter dem Motto „Hand and Brain“ könnten jeweils vier Spieler:innen eine Partie bestreiten. Im Doppel geht es gegeneinander: der eine ist die Hand, der andere das Gehirn. Das „Brain“ gibt an, welche Figur ziehen soll, doch auf welches Feld, bestimmt alleine die „Hand“. So entstehen Züge, die unerwartet sind und nicht nur die Gegner verwirren dürfen.

Eine Kooperation der ZERO foundation mit dem Künstlerverein Malkasten, konzipiert und kuratiert von Barbara Könches (Direktorin ZERO foundation).

Gefördert durch die Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf.

Pressekontakt

Künstlerverein Malkasten
Beate Kolodziej: kommunikation@malkasten.org, 0211-356471
ZERO foundation
Sarah Spörer: sarah.spoerer@zerofoundation.de, 0211-59805977

Gerne können sie Pressematerial (Pressedossier und Bildmaterial) bei uns anfragen. Auf der Website der ZERO foundation findet sich zudem unter dem Menüpunkt “Presse” ein Downloadbereich.

Abb. Christian Megert, Spiegelwand, 1961/2025, Spiegel, Drahtseil, Drahtklemmen, Installationsaufnahme Künstlerverein Malkasten 2025 (Detail) Leihgabe ZERO foundation, Foto: Achim Kukulies

mega888

mega888 download

kicautoto

balontoto

balontoto

tvtogel

tvtogel

vikingtoto

idn slot

slot thailand

flokitoto

united states online casinos

damaibet

flokitoto

malukutoto

rajaking

rajaking

cancertoto

mega888

mega888 download

viking toto

tartoto

tar toto

mamatogel

judi bola

balontoto

177WINBET

kicautoto

kicautoto

malukutoto

SALDOKU777

malukutoto

rajaking

balontoto

idnpoker

malukutoto

jogjatoto

flokitoto

best online casinos us

syaid sdy semar

flokitoto

kicautoto

kicautoto

malukutoto

jogjatoto

kicautoto

kicautoto

slot thailand

bwo303

flokitoto

Traveltoto

mamatogel

https://spada.stienugresik.ac.id/?lang=id

nagaliga

link nagabola

agb99

mamatogel

bengkulutoto

agb99

kicautoto

sabung ayam online

balontoto

kicautoto

rajaking

balontoto

bengkulutoto

rajaking

rajaking

rajaking

BABELTOTO

malukutoto

rajaking

macanbola

flokitoto

kostoto

kostoto

kicautoto

cancertoto

cancertoto

judi89

flokitoto

cancertoto

TOTO

balontoto

flokitoto

flokitoto

cancertoto

flokitoto

flokitoto

balontoto

balontoto

damaibet

damaibet

babeltoto

pttogel

kostoto

ythtoto

cancertoto

topjitu

pohon4d

sabithoki

slot gacor

tasiktoto

balontoto

kicautoto

cancertoto

slot

kicautoto

malukutoto

wifitoto

mamatogel

babeltoto

briototo

kostoto

parlay

bandar hk

situs toto

flokitoto

vikingtoto

slot gacor

INATOGEL

slot88

sydney pools

idn slot

neonwin386

https://duma.co.id/product/

flokitoto

flokitoto

topjitu

cancertoto

flokitoto

flokitoto

mahjong

situs toto

situs toto

topjitu

kostoto

briototo

situs toto

mamatogel

toto macau

mamatogel

pt togel

flokitoto

botakbet

topjitu

briototo

agb99

kostoto

kicautoto

vikingtoto

slot gacor

kostoto

mamatogel

taruhan bola

kaostogel login

kaostogel

mamatogel

flokitoto

balontoto

balontoto

balontoto

flokitoto

rajaking

agb99

rukantogel

rukantogel login

kostoto

briototo

vikingtoto

vikingtoto

mamatogel

kostoto

briototo

rukantogel

rukantogel login

rukantogel

mamatogel

rukantogel login

malukutoto

rusuntogel

rusuntogel login

rusuntogel

mamatogel

rusuntogel login

rusuntogel

rusuntogel login

rusuntogel

rusuntogel login

kaostogel

kaostogel

Mega888

mega888

floki toto

judi bola

kostoto

cancertoto

slot177

slot177

ion slot

hoki77

slot

malukutoto

malukutoto

malukutoto

briototo

slot 178

slot jepang

slot mahjong

rajaking

rajaking

KOSTOTO

topjitu

mamatogel

briototo

kostoto

duniatoto

Babeltoto

topjitu

situs togel

kaostogel login

https://udiseportal.com/about-us/

BABELTOTO

duniatoto

flokitoto

cancertoto

TOTO

briototo

mamatogel

rajaking

indojayapoker

bugistoto

balontoto

balontoto

vamos88

malukutoto

neonwin386

slot gacor

kicautoto

damaibet

flokitoto

nagaliga

https://www.guaymallen.gob.ar/category/municipio/

https://makueniassembly.go.ke/about-the-assembly/

https://bor.rs/category/vesti/

https://purialamsentosa.com/blog/

flokitoto

flokitoto

balontoto

rajaking

kicautoto

situs toto

malukutoto

rajaking

slot gacor

situs toto

kicautoto

rajaking

SLOT

flokitoto

https://malangvoice.com/kanal/malang-raya/kota-malang/

initogel

delapantoto

Babeltoto

kostoto

duniatoto

mamatogel

pas4d

agb99

topjitu

kicautoto

BABELTOTO

BABELTOTO

kicautoto

epictoto

rajaking

rajaking

result macau

epictoto

CVTOGEL

INITOGEL

INITOGEL

duniatoto

kostoto

mamatogel

topjitu

malukutoto

liga335

flokitoto

flokitoto

topjitu

kostoto

demo

flokitoto

balontoto

balontoto

tartoto

tar toto

Djarum88

kubutogel

damaibet

bwo99

duniatoto

flokitoto

flokitoto

flokitoto

flokitoto

flokitoto

flokitoto

malukutoto

malukutoto

flokitoto

flokitoto

malukutoto

flokitoto

kaostogel

kaostogel login

briototo

vikingtoto

vikingtoto

damaibet

damaibet

lexustoto

dultogel

dultogel login

kostoto

duniatoto

TOTO

damaibet

kostoto

rajaking

rajaking

https://abcwin386.co.bz/help

SURGA33

abcwin386

kostoto

topjitu

duniatoto

kostoto

vikingtoto

situs 4d yang gacor

oyatoto

malukutoto

oyatoto

flokitoto

flokitoto

mix parlay

parlay

bengkulutoto

malukutoto

DUNIATOTO

flokitoto

toto

flokitoto

toto

rajaking

rajaking

manadototo

mamatogel

malukutoto

flokitoto

toto

cancertoto

toto

LEXUSTOTO

toto

gematoto

duniatoto

briototo

balontoto

balontoto

TOTO

flokitoto

toto

toto

KOSTOTO

briototo

kicautoto

kicautoto

duniatoto

topjitu

duniatoto

kubutogel

cancertoto

flokitoto

toto

duniatoto

malukutoto

pohon4d

toto 4d

toto 4d

flokitoto

toto

TOTO

bugistoto

malukutoto

cancertoto

mamatogel

mafiatoto

togel

violin88

rajaking

kicautoto

kicautoto

timnas4d

duniatoto

RAJAKING

tomathoki

tomathoki

tomathoki

kicautoto

kicautoto

rajaking

kicautoto

kicautoto

kicautoto

kicautoto

balontoto

slot gacor

toto

malukutoto

flokitoto

toto

toto

toto 4d

toto 4d

pohon4d

malukutoto

malukutoto

flokitoto

flokitoto

RAJAKING

MAMATOGEL

TOPJITU

DUNIATOTO

damaibet

abcwin386

puncaktoto

puncaktoto

puncaktoto

solototo

solototo

malukutoto

TOGEL

TOGEL

malukutoto

cancertoto

ngawi toto

topjitu

kostoto

briototo

mamatogel

topjitu

duniatoto

kostoto

malukutoto

serigala777

rajaking

https://kotaraja.siindah.com/

cancertoto

pohon4d

bengkulutoto

BENGKULUTOTO

Toto

cancertoto

slot

Toto

tartoto

malukutoto

violin88

violin88

https://www.globlp.com/

slot88

duniatoto

mamatogel

BABELTOTO

damaibet

damaibet

ngawi toto

malukutoto

slot gacor

kicautoto

kicautoto

kicautoto

kakaktogel

kakaktogel

kakaktogel

damaibet

malukutoto

TOGEL

vikingtoto

duniatoto

flokitoto

abcwin386

sulebet

kubutogel

cancertoto

kubutogel

flokitoto

flokitoto

cancertoto

flokitoto

kicautoto

kicautoto

cendana bet

cancertoto

cendana bet

cendana bet

cendana bet

violin 88

violin 88

malukutoto

kubutogel

kubutogel

TOTO

Slot Gacor

flokitoto

malukutoto

topjitu

tartoto

cancertoto

rajaking

kostoto

slot gacor

TOPJITU

situs deposit 5k

balontoto

balontoto

bengkulutoto

rajaking

rajaking

rajaking

kostoto

mamatogel

toto

malukutoto

bengkulutoto

malukutoto

malukutoto

bengkulutoto

bengkulu toto

bengkulutoto

Topjitu

malukutoto

mafiatoto

mamatogel

bengkulutoto

https://online.didm.in/

cancertoto

topjitu

mafiatoto

cancertoto

kostoto

cancertoto

topjitu

mafiatoto

kostoto

topjitu

ligapedia

WIFITOTO

duniatoto

DUNIATOTO

gematoto

djarum88

mafiatoto

malukutoto

titikbet

TOPJITU

Osis777

SURGA33

MEGATOTO

kostoto

bengkulutoto

mamatogel

flokitoto

BRIOTOTO

duniatoto

malukutoto

cancertoto

MAFIATOTO

damaibet

mafiatoto

usahatoto

usahatoto

TOGEL

emas55

cancertoto

tartoto

toto macau

duniatoto

bengkulutoto

balontoto

balontoto

malukutoto

wifitoto

cancertoto

bengkulutoto

tv togel

pt togel

malukutoto

topjitu

duniatoto

mafiatoto

kostoto

topjitu

kostoto

tojitu

kostoto

mafiatoto

topjitu

duniatoto

toto

slot

duniatoto

flokitoto

slot gacor

wifitoto

damaibet

188BET

damaibet

slot thailand

manadototo

toto togel

topjitu

cendanabet

TOTO

WIFITOTO

duniatoto

kostoto

wifitoto

duniatoto

kostoto

kostoto

ratutoto

topjitu

mafiatoto

duniatoto

cancertoto

bengkulutoto

cancertoto

MAFIATOTO

cancertoto

toto

wing4d

wing4d login

mamatogel

bandar togel

togel online

slot qris

slot thailand

botakbet

flokitoto

malukutoto

bengkulutoto

cancertoto

RAJAKING

situs toto

flokitoto

flokitoto

flokitoto

flokitoto

balontoto

balontoto

malukutoto

cancertoto

balontoto

kicautoto

kicautoto

duniatoto

bugistoto

bugistoto

malukutoto

cancertoto

duniatoto

cendanabet

rajaking

cancertoto

toto

situs togel terpercaya

nagaplay99

nagaplay99

nagaplay99 login

nagaplay99 login

kubutogel

cancertoto

kostoto

mafiatoto

wifitoto

djarum88

raja king

malukutoto

www.puertadehades.com/rolaespuertas

SLOT GACOR

SLOT GACOR

malukutoto

SLOT GACOR

SLOT GACOR

SLOT GACOR

rajaking

rajaking

rajaking

TOPJITU

kostoto

cancertoto

KOSTOTO

MAMATOGEL

DUNIATOTO

wifitoto

slot 888

flokitoto

link slot gacor hari ini

kaostogel

mafiatoto

malukutoto

kostoto

topjitu

mamatogel

wifitoto

botakbet

slot thailand

ngawitoto

toto

kostoto

topjitu

situs toto

slot gacor

ngawitoto

Backlink Ku

Xynebot

JasaBacklinks

Jarum jam indonesia

cancertoto

Webshell Bypass

Toko Fish it

mega888

mega888 download

tasiktoto

tasiktoto

slot mania

PITON786

kicautoto

balontoto

balontoto

mpo555

lgopro99

lgopro99

idn poker

tvtogel

maluku toto

tvtogel

Lgogacor

Lgoindo

densustoto

otp77 login

BERUANG4D

densustoto

mahjong 4

mahjong4

gacormax

cancertoto

mahjong4

mahjong4

mahjong4

toto macau

toto slot

flokitoto

initogel

mama togel

damaibet

vikingtoto

flokitoto

rajaking

rajaking

singasaritoto login

singasaritoto

balontoto

kicautoto

kicautoto

SALDOKU777

rajaking

balontoto

flokitoto

maluku toto

สล็อต

jogja toto

slot gacor

maluku toto

toto slot

best us casinos

flokitoto

legitimate casino

online casino

online casino

kicautoto

malukutoto login

kicautoto

kicautoto

malukutoto login

jogja toto

batmantoto

togel online

kicautoto

bwo303

flokitoto

Traveltoto

budi4d

link rajakera88

mamatogel login

toto slot

agb99

situs toto

toto

situs toto

slot777

malukutoto login

toto

toto slot

tasiktoto

mamatogel

tasiktoto

tasiktoto

situs toto

bengkulutoto

agb99

kicautoto

sabung ayam online

SIP JITU

balontoto

kicautoto

raja king

balontoto

bengkulutoto

winsortoto

rasa4d

rajaking

rajaking

rajaking

oribet

tasiktoto

slot

TOTO

raja king

flokitoto

kubutogel

toto

toto macau

data macau

kicautoto

cancer toto

cancer toto

cancer toto

kostoto login

kostoto login

eda toto

toto

situs toto

indo666

cina777

judi89

DEWA808

DEWA808

flokitoto

TOGEL

cancer toto

balontoto

flokitoto

Situs Toto

slot deposit 1000

flokitoto

tasiktoto

flokitoto

online casinos usa

togel online

flokitoto

balontoto

balontoto

damaibet

damaibet

tasiktoto

tasiktoto

tasiktoto

toto slot

toto

slot gacor

kostoto

macanbola

cancer toto

wifitoto login

macanbola

cancer toto

situs parlay

toto slot

babel toto

topjitu

88

slot gacor

toto slot

balontoto

kicautoto

babeltoto

malukutoto login

slot

slot

flokitoto

mamatogel login

kicautoto

brio toto

slot gacor

kos toto

slot 178

Situs slot mahjong

Situs slot jepang

top jitu

scatter hitam

slot 177

slot mahjong

ion slot

https://duma.co.id/product/

slot 88

link slot

sportsbook

pentaslot

daftar pentaslot

rusia777

rusia 777

cina777

link cina777

gaza88 gaza 88 daftar gaza88

gaza 88

toto

daftar cina777

daftar gaza88

indo666 login

situs toto

toto slot

flokitoto

parlay

tasiktoto

Uangjp

slot dana

Live draw hongkong

usahatoto

neonwin386

united states online casinos

tasiktoto

mama togel

mama togel

topjitu

kostoto

briototo

tasik toto

SITUS SIPJITU LINK ALTERNATIF SLOT ONLINE

togel online

cancer toto

bandar togel online

flokitoto

flokitoto

flokitoto

flokitoto

mahjong

toto

toto

tasiktoto

tasiktoto

pttogel

flokitoto

tasiktoto

botakbet

brio toto

dewa808

usahaprediksi

usahampo

usaha808

top jitu

lgopro99

kostoto login

agb99

kicautoto

slot 88

toto macau

akun demo slot

kostoto

mamatogel

ibcbet

mamatogel

cancer toto

balontoto

flokitoto

balontoto

balontoto

balontoto

flokitoto

slot gacor

tasiktoto

tasiktoto

tasiktoto

kostoto login

briototo login

vikingtoto login

vikingtoto login

mamatogel login

kostoto login

briototo login

rajaking

data macau

agb99

Mawartoto

mamatogel login

manadototo

radar138

radar138

idola69

bobatoto

bobatoto

bobatoto

bobatoto

mama togel

bobatoto

malukutoto toto

flokitoto

Mega888

kos toto

mega888 ios

flokitoto

tasiktoto

tasiktoto

tasiktoto

tasiktoto

tasiktoto

judi bola

rajaking

malukutoto login

malukutoto login

malukutoto login

rajaking

tasiktoto

KOSTOTO

briototo login

TOTO

topjitu login

mamatogel login

briototo login

kostoto login

duniatoto login

topjitu

mama togel

BABELTOTO

Slot Malaysia

Mega888

Mega888 APK

eda toto

radar138

data macau

mpo555

mpo555

mpo555

mpo808

duniatoto

tasiktoto

tasik toto

flokitoto

cancertoto

mafiatoto

briototo

rajaking

data macau

bugistoto

balontoto

balontoto

tasiktoto

tasiktoto

tasiktoto

malukutoto login

slot

idn poker

slot gacor

neonwin386

slot gacor

kicautoto

toto macau

data macau

damaibet

flokitoto

https://www.guaymallen.gob.ar/category/municipio/

https://makueniassembly.go.ke/about-the-assembly/

https://bor.rs/category/vesti/

https://purialamsentosa.com/blog/

bwo99

coloktoto

flokitoto

flokitoto

balontoto

rajaking

kicautoto

raja king

situs toto

malukutoto login

raja king

slot gacor

kicautoto

flokitoto

https://malangvoice.com/kanal/malang-raya/kota-malang/

initogel

situs togel

delapantoto

situs slot

slot gacor

kostoto login

duniatoto login

mamatogel login

depo 5k

pas4d

agb99

eda toto

topjitu

kicautoto

coloktoto

toto togel

KAPTEN808

KAPTEN808

toto188

toto188

lgopro99

lgopro99

lgopro99

lgopro99

lgopro99

lgopro99

jackpot108 login

naga15 login

toto slot

kostoto login

mamatogel login

tasiktoto

tasik toto

BABELTOTO

kicautoto

epictoto daftar

TOTO

pangkutoto

pangku toto

duniatoto login

topjitu login

ArahTogel

jalantoto

slot hoki

https://www.roulettetowin.com/

https://www.rouletteedu.com/

slot 178

slot 178

tasik toto

rajaking

rajaking

liga 335

INITOGEL LOGIN

INITOGEL LOGIN

CV TOGEL

epictoto login

keywoard: angkaraja

flokitoto

flokitoto

malukutoto login

VIP333

pt89

BANDAR TOGEL ONLINE

topjitu

kostoto

flokitoto

balontoto

balontoto

pan4d

colok toto

birototo

birototo

bandar togel

damaibet

floki toto

duniatoto

floki toto

floki toto

floki toto

floki toto

floki toto

floki toto

floki toto

floki toto

CVTOGEL LOGIN

angkaraja login

malukutoto login

pt togel

radar 138

briototo

maluku toto

toto

maluku toto

omtogel

vikingtoto

vikingtoto

damaibet

damaibet

lexustoto

toto

kos toto

kostoto

duniatoto login

LEXUSTOTO

gacor108 login

gacor108 login

gampangtoto

vikingtoto

damaibet

rajaking

rajaking

https://abcwin386.co.bz/help

https://abcwin386.io/

abcwin386

topjitu

kos toto

kostoto

viking toto

situs 4d yang gacor

maluku toto

floki toto

flokitoto

raja king

raja king

raja king

vikingtoto

bengkulutoto

malukutoto toto

slot 4d

flokitoto

toto

flokitoto

toto

manadototo

mamatogel

malukutoto toto

flokitoto

toto

TOTO

cancertoto login

toto

singasaritoto login

toto 4d

https://topfourrestaurant.com/

toto

multibet88 login

gacor108 login

TOTO

duniatoto

cawan4d

pt togel

angka raja

balontoto

balontoto

TOTO

floki toto

toto

toto

KOSTOTO

briototo

kicautoto

kicautoto

rajaking login

duniatoto

https://oterra.id/

kubutogel

cancer toto

top jitu

flokitoto

toto

dunia toto

tasiktoto

toto 4d

situs toto

situs toto

floki toto

toto

TOTO

bugistoto

mama togel

cancer toto

mafia toto

violin88

raja king

kicautoto

kicautoto

RAJAKING

tomathoki

tomathoki

tomathoki

kicautoto

kicautoto

dunia toto

kicautoto

kicautoto

kicautoto

kicautoto

balontoto

slot gacor

maluku toto

toto

flokitoto

toto

toto

slot thailand

toto

toto

pohon4d

malukutoto toto

malukutoto toto

toto slot

toto slot

flokitoto

malukutoto login

flokitoto

RAJA KING

TOTO

TOTO

tasiktoto

MAMATOGEL

TOPJITU

DUNIATOTO

damaibet

abcwin386

slot gacor

topjitu login

kostoto login

briototo login

mamatogel login

SLOT

SLOT

epictoto daftar

angka raja

tv togel

bugistoto

pohon4d

rasa4d

maluku toto

maluku toto

rasa4d

rasa4d

top jitu

dunia toto

kos toto

maluku toto

rasa4d

rasa4d

gampangtoto

cancer toto

maluku toto

duniatoto login

mamatogel login

gampangtoto

gampangtoto

unsurtoto

unsurtoto

unsurtoto

toto

lucubet

berlintoto

bengkulutoto

BENGKULUTOTO

BABELTOTO

cancer toto

Toto

BABELTOTO

yomanbet

yomanbet

kakaktogel

kakaktogel

kakaktogel

slot88

cancer toto

BABELTOTO

damaibet

toto

TOTO

damaibet

toto macau

bandar macau

dunia toto

data macau

qqwin4d

https://jlrtp.ablaikhan.kz/

kicautoto

mamatogel login

kicautoto

kicautoto

damaibet

TOTO

flokitoto

situs togel

abcwin386

kubutogel

floki toto

floki toto

floki toto

kicautoto

kicautoto

percaya4d

kuy4d

puncak toto

BABELTOTO

maluku toto

coloktoto

liga335 login

ptslot login

Pttogel

Togel Online

bantogel

cv togel

cvtogel login

cancer toto

floki toto

rajaking

topjitu

kostoto

slot gacor

TOPJITU

situs toto

maluku toto

kaostogel

slot dana

balontoto

balontoto

bengkulutoto

cancer toto

sabung ayam online

nagabola

malukutoto login

situs toto

bengkulutoto

malukutoto login

dewi11

musang 178

malukutoto login

homebet88 login

slot gacor

tvtogel

tv togel

singasaritoto login

kos toto

bengkulutoto

bengkulu toto

bengkulutoto

Topjitu

malukutoto toto

briototo

top jitu

mafiatoto

bengkulutoto

raja slot

depo 5k

https://online.didm.in/

dewa808

mafiatoto

kostoto

cancer toto

topjitu

mafiatoto

dunia toto

kostoto

topjitu

mama togel

mafia toto

Osis777

kostoto

BIROTOTO

solototo

WIFITOTO

cancer toto

mama togel

DUNIATOTO

judi bola

gematoto

kos toto

malukutoto toto

cancer toto

titikbet

ngawi toto

toto

toto

situs toto

bungtoto

bengkulutoto

Vamos88

flokitoto

cancer toto

TOGEL

viking toto

kos toto

toto

duniatoto

malukutoto

MAFIATOTO

situs togel hadiah terbesar

damaibet

vikingtoto

mafiatoto

usahatoto

usahatoto

8kuda4d

situs toto

emas 55 slot

toto 5d

puncak toto

puncak toto

duniatoto

topjitu

kostoto

tojitu

kostoto

mafiatoto

situs toto

bengkulutoto

balontoto

balontoto

malukutoto

wifitoto

cancertoto

bengkulutoto

tvtogel

pttogel

wifi toto

toto

toto

malukutoto

top jitu

dunia toto

mafiatoto

kostoto

topjitu

duniatoto

slot

floki toto

cancer toto

slot gacor

slot

toto slot

slot gacor

dunia toto

link slot gacor hari ini

damaibet

popotogel

188BET

AMANAHTOTO

AMANAHTOTO

mahjong ways demo

damaibet

slot thailand

manadototo

ilmutoto

situs toto

situs toto

Demo Zeus

togel macau

TOTO

TOPJITU

WIFI TOTO

dunia toto

wifi toto

dunia toto

tasiktoto

tasiktoto

Backlink Ku

Xynebot

JasaBacklinks

Jarum jam indonesia

Webshell Bypass

Toko Fish it murah

toto

4d

slot thailand

situs thailand

bokep

bokep anak kecil

situs bokep

SELLER KAU GA BAYAR BL DI @Jasabacklinks ANJENG, GAUSAH PERCAYA SAMA AKUN TUYUL ANJENG, POTO PROFIL GAADA, NAMA PASARAN, AKUN BARU, NAPA GA LANGSUNG KE KITA AJA YG JELAS GEDE NAMANYA JING. MAU COPOT CHAT @polri