Rotunde im Hentrichhaus
LUCIEN LIEBECKE
.PSF 0219
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In der Videoarbeit .psf_0219 (.Particle System Flow) beschäftigt sich Lucien Liebecke mit einer Partikelsimulation und deren verschiedenen Darstellungssystemen im zwei- sowie dreidimensionalen Raum. Dabei versucht er, deren Bedingungen zu analysieren, herauszustellen und miteinander in Verbringungen zu setzen.
So entsteht die Farbigkeit der Partikel im Video allein durch ihre physikalischen Gegebenheiten. Je schneller ein Partikel wird, desto roter ist er, bzw. je stärker er abgebremst wird, desto blauer. Gleichzeitig spielt aber auch die Dichte der Partikel (ihre Nähe zueinander) für die Farbgebung und für die Diagramme im Video eine entscheidende Rolle. Der Sound orientiert sich dabei am natürlichen Geräusch des Windes und wird hin und wieder von einem künstlich erzeugten Geräusch eines verzerrten Sonargerätes ergänzt. Dabei hat jedes der gezeigten Diagramme seinen einzigartigen Klang.
Öffnungszeiten Hentrichhaus: Mo-So 12-21 Uhr
Abb. Lucien Liebecke, .PSF 0219, 2021, HD-Video, 01:59, stereo
Fahnen auf dem Vorplatz
Tayyib Sen
Richtlinien
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Herzliche Einladung zur Eröffnung der neuen Installation auf dem Vorplatz des Künstlerverein Malkasten am Dienstag, 7. Juli 2026, um 19 Uhr.
Feine Linien ziehen sich durch den Raum und verbinden sich zu kleinen Punkten am Himmel. Sie halten sich gegenseitig in Spannung und bilden ein in sich verwobenes Netzwerk.
In seiner Arbeit mit den Fahnen auf dem Vorplatz beschäftigt sich Tayyib Sen mit Sternenkarten als von Menschen gemachten Orientierungs- und Ordnungssystemen. Sen interessiert sich dabei, wie natürlich vorkommende Phänomene, kulturell unterschiedlich gedeutet und interpretiert werden und welche Wissenshierarchien sich festigen.
Die Fahnen auf dem Vorplatz sind dabei nicht nur Markierung des Ortes, sondern erweitern sich zu einem Messapparat, der natürlich Vorkommendes und kulturell geschaffene Systeme in ein relationales Gefüge überführt. Mit drei Fahnen stehen sich drei verschiedene Perspektiven gegenüber.
Abb. Tayyib Sen, Richtlinien, 2026 © Tayyib Sen
Schaukasten
Juri Maaß
Everything and
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Herzliche Einladung zur Präsentation der neuen Arbeit im Schaukasten auf dem Vorplatz am Dienstag, 7. Juli 2026, um 19 Uhr.
Zwei Meter Seide, mit Graphit beschriftet, wurden auf einem DIN-A2-Scanner platziert. Von drei Versuchen wurde der zweite für den endgültigen Druck ausgewählt.
Fünf Flecken, die von der Innenverkleidung des Scanners stammten, wurden mit Adobe Photoshop entfernt, da sie störend wirkten. Es wurde erwogen, den Kontrast zu erhöhen, um die einzelnen Fäden besser zur Geltung zu bringen. Jedoch entschied man sich dagegen, da der gewünschte Effekt ausblieb.
Abb. Juri Maaß, Everything and, 2026 © Juri Maaß
Rotunde im Hentrichhaus
Michel Sauer
Die Namen
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Herzliche Einladung zur Eröffnung der neuen Installation in der Rotunde im Hentrichhaus am Dienstag, 7. Juli 2026, um 19 Uhr.
Es ist ein Luft-Gedicht aus einem armen Material, eine senkrecht hängende Zeile gleicher Zeichen, die in ihrer aktuellen Verknüpfung von der Einzel-Nutzung befreit, vor allem die Aufgabe haben, zusammen zu halten und nicht loszulassen, da sie jetzt insgesamt in der Luft einer Raum-Mitte eine eigene skulpturale Form bilden.
Die mobile lineare Plastik ist auch eine dreidimensionale Zeichnung, die an eine funktionslose Kette spezifischer Kleiderbügel erinnern könnte, welche sonst einzeln figurieren würden unter dem, was als Kleidungsstück darüber hinge. An solche profanen Dienste erinnert nun fast nichts mehr, doch das geübte Auge kann sich frühere Verwendungen oder eine Freistellung vorstellen.
Hier hat der namenlos individuelle Sinn der vereinten Glieder eine dichtende Gesamtfunktion: als Anti-Kronleuchter von der Kuppel herabfallendes Poem in stetig wechselnden Perspektiven und räumlichen Abständen sichtbar abzuhängen. (MS)
Geboren 1949 Titisee-Neustadt / Schwarzwald, Studium an der Kunstakademie Karlsruhe, 1972 Kunstpreis Junger Westen, Recklinghausen, 1976 Förderpreis des Landes NRW, 1977 Förderpreis der Stadt Düsseldorf, 1980 Villa Massimo Stipendium Rom, 1984 Kunstfonds Arbeitsstipendium, Bonn, 1992-93 Gastlehraufträge Heriott Watt University, Edinburgh, 1994 Villa Romana Preis, Florenz, 1994-2014 Professur an der Universität Siegen, Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland, lebt und arbeitet in Düsseldorf.
Abb. Michel Sauer, Die Namen, Prototyp, 1996, Eisendraht, verzinkt, 32,5 x 42,4 x 0,4 cm VG Bild-Kunst, Bonn 2026 für Michel Sauer
Rotunde im Hentrichhaus
Katja Stuke & Oliver Sieber
Fax from the Library
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„Fax from the Library“ begann als Internetprojekt, das sich „mit einer Bibliothek, Vorbildern, Idolen und einem Kopierer“ auseinandersetzte. Ursprünglich um ihre eigene umfangreiche Fotobuch-Bibliothek zu erfassen, kopierten Katja Stuke und Oliver Sieber regelmäßig einzelne Seiten aus Fotobüchern anderer Künstler*innen und übertrugen diese per Fax ins Internet.
Mittlerweile hatten sie auch Einblick in anderen Bibliotheken, wie z.B. die Fotobuchsammlung des Fotohof Salzburg, des Tanzarchivs Köln oder des Filmmuseum Düsseldorf. Inspiriert von einer Frage Jean Baudrillards – „Haben Sie nie Lust, ein anderer zu sein?“ – wurden verschiedene fotografische Motive kopiert und täglich auf dem Blog veröffentlicht. Diese Kopien bildeten die Grundlage für ein Video, in dem jedes Bild nur für einen kurzen Moment sichtbar ist, bevor es verschwindet und ein neues erscheint. Der Rhythmus des Faxgeräuschs fügt dabei eine weitere Ebene der Wahrnehmung hinzu. Neben den Videos entstanden großformatige Schwarz-Weiß-Kopien eigener Fotografien. Durch die Installation dieser Bilder aus verschiedenen unabhängigen Serien erhalten die Fotografien einen neuen Kontext. Der Kopierer spielt mittlerweile eine zentrale Rolle im Entwicklungsprozess der fotografischen Negative von Stuke & Sieber und hat so zur Herausbildung einer eigenen bildnerischen Sprache beigetragen. „Fax from the Library“ wurde zuletzt im Fotohof Salzburg, im Museum Ostwall Dortmund, in der Kunsthalle Gießen, der Fundació Foto Colectania Barcelona sowie in Temple Paris ausgestellt und befindet sich in der Sammlung des Sprengel Museums Hannover.
Katja Stuke und Oliver Sieber verschränken in ihrer Arbeit Fotografie, Publikation, Video und kuratorische Praxis miteinander. Ihre teils langfristigen künstlerischen Recherchen untersuchen verschiedene Bildkulturen und die Zusammenhänge von fotografischen Bildern und gesellschaftlichen Fragestellungen. Sie realisieren seit über 25 Jahren Künstler-Publikationen (als Böhm Kobayashi) und seit 2010 das kuratorische Projekt ANT!FOTO. Sie leben und arbeiten in Düsseldorf. Seit 2005 arbeiten sie regelmäßig im Ausland, oft in Osaka, Tokio, Paris, aber auch in Chicago, Chongqing, Rotterdam, Sarajevo oder Toronto. 2024 wurden sie mit dem MO_Kunstpreis Museum Ostwall, Dortmund, ausgezeichnet., 2023 waren sie Preisträger des „Regards du Grand Paris“. Zuletzt hatten sie ihre Arbeit „Le Monde de Demain“ im Projektbüro des DFI e.V. in Düsseldorf gezeigt. Weitere Ausstellungen waren im Rahmen der Grand Snail Tour der Urbanen Künste Ruhr, Fotohof Salzburg, Casino Luxemburg, Fondation de l’Allemagne, Cité Universitaire Paris, DongGang International Photo Festival oder im Museum für Fotokopie Mülheim an der Ruhr zu sehen. Arbeiten von Katja Stuke und/oder Oliver Sieber befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen, u.a. CNAP (Centre national des arts plastiques, Paris), fotografische Sammlung des V&A London, photographische Sammlung SK-Stiftung Kultur Köln, Folkwang Museum Essen, Kunsthaus NRW Kornelimünster, Kunstpalast Düsseldorf, Stadtmuseum Düsseldorf, MoCP Chicago, Ruhrmuseum Essen, Sprengel Museum Hannover, Fotomuseum Winterthur.
Abb. Katja Stuke & Oliver Sieber, Fax from the Library, 2016, HD-Video, Loop, 13:18, stereo (videostill) ©the artists
Vitrine im Hentrichhaus
Nadine Karl & Majo Caporaletti
present is fragile
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Herzliche Einladung zur Eröffnung der neuen Installation in der Vitrine im Hentrichhaus am Dienstag, 2. Juni 2026, um 19 Uhr.
Die Vitrine wird in der Ausstellung present is fragile von Nadine Karl und Majo Caporaletti als liminaler Ort zwischen Vergangenheit und Zukunft sowie zwischen Realität und Fiktion verstanden. Einerseits ist sie ein Ort, an dem vergangene Erinnerungen der Künstlerinnen während ihrer gemeinsamen Zeit in der chilenischen Wüste gegenwärtig sind, da sie in den Werken nachhallen. Erinnerung wird so in der Gegenwart erfahrbar und für die Zukunft gespeichert, wie auch sonst in Vitrinen üblich, die kostbare Artefakte, häufig vergangener Generationen zeigen.
In Analogie zu solchen Fundstücken verweisen Karls im Sand liegende Glasobjekte auf die Verbindung von Objekt, Mensch und Natur. Andererseits wird die Vitrine als Ort inszeniert, welcher nicht genau definiert werden kann und zwischen dem Plausiblen und dem Traumhaften oszilliert, eine Schwelle markiert. In Caporalettis Malerei überlagern sich Szenen wie in einem (Alb-)Traum und erinnern daran wie nah Realität und das Imaginäre beieinander liegen.
Erinnerungen werden in der heutigen Zeit erst konstruiert und verändern sich so stetig. Und insbesondere das, was nicht nur individuell, sondern kollektiv gesellschaftlich erinnert werden soll, ist immer wieder in Bewegung: etwa durch eine politische Agenda, aktuell verfolgt von rechten Regierungen weltweit, die Vergangenes lieber Umdeuten möchten. Für die Künstlerinnen ist somit nicht nur die im Titel besagte Gegenwart, sondern auch die mit ihr verbundenen Zeitebenen Vergangenheit und Zukunft fragil.
Fragilität bedeutet, dass ein behutsamer Umgang und ein ständiges Beobachten Voraussetzung sind. Karl und Caporaletti heben diese Fragilität zum einen durch die verwendeten Materialien hervor. Zum anderen reflektieren sie Vergangenes als etwas Wertvolles, das jedoch nicht per se existiert, sondern um das sich, auch in der Gegenwart, gekümmert werden muss. Present is fragile verweist auf diese zeitlichen Bezüge und lässt die Zeitebenen in der Vitrine verschwimmen. Gleichzeitig appellieren die Künstlerinnen daran auf das Hier und Jetzt Acht zu geben, welches Vergangenheit beeinflusst und Zukunft formt. (Lilith Bitzer)
Künstlerinnen:
Nadine Karl (*1990 in Freyung) erforscht in ihrer interdisziplinären Praxis Verflechtungen von Zeitlichkeit und Fiktion als emotionalen Raum. 2024 machte sie ihren Abschluss an der Kunstakademie Düsseldorf als Meisterschülerin bei Dominique Gonzalez-Foerster. Sie lebt und arbeitet in Düsseldorf.
Für Majo Caporaletti (*1986 in Buenos Aires) ist ihre Malerei gleichzeitig Untersuchung und Entdeckung. Ihr Werk entsteht an der Schnittstelle zwischen ihrer inneren Welt und der sichtbaren Welt und bringt Bilder hervor, in denen sich das Reale mit dem Traumhaften vermischt. Ihren Abschluss machte sie an der Universidad Nacional de las Artes (UNA). Sie lebt und arbeitet in Buenos Aires, Argentinien.
Die Ausstellung wird gefördert von


Abb. Nadine Karl & Majo Caporaletti, present ist fragile, 2026 ©the artists, VG Bild-Kunst, Bonn 2026 für Nadine Karl
Jacobihaus
IZVOR PENDE
Way of Thinking
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Herzliche Einladung zur Eröffnung der Ausstellung am Dienstag, 2. Juni 2026, um 19 Uhr.
Izvor Pende, geboren 1976 in Zagreb, ist ein kroatischer Künstler und zählt heute zu den prägenden Positionen der zeitgenössischen Malerei seines Landes. Zunächst studierte er an der Akademie der Bildenden Künste in Zagreb, bevor er von 1998 bis 2002 sein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf fortsetzte. Dort war er Schüler von Professorin Rissa und wurde zum Meisterschüler ernannt. Nach seinem Abschluss kehrte Pende 2005 nach Kroatien zurück.
Seit den frühen 2000er Jahren ist Pende international präsent und zeigt seine Arbeiten regelmäßig in Einzel- und Gruppenausstellungen. Seine Werke waren unter anderem in Wien, Bratislava, Dubai, Zagreb und New York zu sehen. Ein besonderer Höhepunkt war die Teilnahme an der Biennale di Venezia 2021, bei der er gemeinsam mit anderen Künstlern an der Ausstellung Point of Interrupted Departures beteiligt war. Heute lebt und arbeitet Pende in Zagreb.
Im Zentrum von Pendes künstlerischer Praxis steht die Malerei als Denk- und Erkenntnisprozess. „Painting is a way of thinking for me, the construction process of the painting depicts the artist’s thought process” (Izvor Pende). Für ihn entsteht ein Bild nicht aus einer festgelegten Idee heraus, sondern entwickelt sich im Verlauf eines malerischen Prozesses. Motive und formale Elemente tauchen in unbekannten Konstellationen wieder auf und werden immer wieder neu in eine Komposition überführt.
Während Pende in früheren Werkphasen häufig figurative Motive und Landschaftsdarstellungen aufgriff, hat er sich in den letzten Jahren zunehmend der abstrakten Malerei zugewandt. Ausgehend von diesen gegenständlichen Ausgangspunkten hat er über Jahre hinweg eine Praxis entwickelt, die sich bewusst von gegenständlicher Bindung löst. Spuren davon bleiben jedoch lesbar, weniger als Zitat denn als Residuum einer Entwicklung „von einer reduzierten, geometrischen Abstraktion in Richtung einer Art figurativen Abstraktion“ (Izvor Pende). Gleichzeitig scheinen in vielen Arbeiten weiterhin Anklänge an organische Strukturen oder landschaftliche Formationen auf. Im Prozess der Abstraktion treten zudem klar gesetzte geometrische Elemente, kräftige Farbbänder sowie lineare Fragmente hervor, die auch für sich genommen eine eigene, spannungsvolle Dynamik innerhalb des Bildraums beziehungsweise des gesamten Werkzusammenhangs entfalten.
Die Malweise selbst wird dabei zu einem entscheidenden Mittel der Raumgestaltung: Lasierend aufgetragene Farbschichten lassen den Bildgrund durchscheinen und erzeugen Tiefe, während deckende Farbflächen den Raum schließen und die Bildoberfläche betonen. Durch diese Wechselwirkung entsteht ein komplexes Spannungsfeld zwischen Fläche und Raum, Bewegung und Ruhe. Die Werke wirken zugleich strukturiert und kontrolliert, aber auch offen, zwischen Intuition und Komposition, zwischen gestischem Farbauftrag und bewusst gesetzter Form.
Die Ausstellung wird von der Kunststiftung NRW finanziert, die mit der Förderung auf die Verbindung von Düsseldorfer Künstler*innen und der kroatischen Kunstszene reagiert. Bei dem von Lina Franko und Andy Slawinski initiierten Projekt 3RD-SPC./RP wurde die Verbindung von Izvor Pende und Vertretenden der Düsseldorfer Kunstszene neu belebt. Die Idee dieser Ausstellung entstand aus dieser Begegnung und richtet den rheinischen Blick nach Südosteuropa und eröffnet den Diskursraum über Düsseldorf als internationale Ausbildungsstätte.
Die Ausstellung wird gefördert von der

Öffnungszeiten: Dienstags von 17-21 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung unter 0211-356471
Abb: Izvor Pende, Dance Away, 2025 ©the artist
Malkastenpark
Kunsthalle unterwegs: Ecologies in Motion
Stefanie Bühler / Arpad Dobriban / Klaus Fritze / Kanade Hamawaki / Aslı Hatipoğlu / Temitayo Ogunbiyi / Katie Paterson
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„Ecologies in Motion“ ist eine Kooperation zwischen dem Künstlerverein Malkasten und der Kunsthalle Düsseldorf, das im Rahmen der Projektreihe „Kunsthalle unterwegs“ realisiert wird.
Der Mitte des 18. Jahrhunderts im Zentrum Düsseldorfs angelegte, zweieinhalb Hektar große Malkastenpark steht im Zentrum des Kooperationsprojekts. Dabei fungiert der Park nicht nur als Kulisse, sondern wird als aktiver Mitspieler in künstlerischen und gesellschaftlichen Prozessen sichtbar gemacht – als Ort der Begegnung, der Erinnerung und der Transformation. Skulpturen, Performances und Interventionen beleben den Park auf vielfältige Weise und öffnen ihn als Raum für zeitgenössische Kunst, Biodiversität im urbanen Raum und Begegnungen unterschiedlicher Art.
„Ecologies in Motion“ greift den Park als sozialen, ökologischen und ästhetischen Raum auf. Als sozialer Raum bietet er Möglichkeiten der Begegnung, des Austauschs und der kollektiven Erfahrung, während er als ökologischer Raum neue Blickwinkel auf Biodiversität im urbanen Kontext eröffnet. Die Sensibilisierung für den gewachsenem Baumbestand, die historischen Strukturen und Grünflächen des Malkastenparks ist integraler Bestandteil des Projekts und die Besucher*innen sind eingeladen, ein zukunftsfähiges Verhältnis zur gestalteten Umwelt zu reflektieren. Als ästhetischer Raum bringt der Park seine eigene Geschichte ein: Vom Ideal des Barocks mit seinen geometrischen Formen und Sichtachsen über den englischen Landschaftsgarten bis zum heutigen Erscheinungsbild erzählt er von einem Wandel ästhetischer Ideale. Die kunstvolle Anlage des Gartens tritt nun in den Dialog mit aktuellen künstlerischen Positionen. Der Park wird so nicht nur Ausstellungsort, sondern selbst zum Medium künstlerischer Reflexion.
Zur Ausstellung gibt es ein umfassendes Begleitprogramm. Mehr Info auf der Website der Kunsthalle Düsseldorf.
Klaus Fritze, Flechtenaufsitze (c)Klaus Fritze
Malkastenforum
reMember. Claudia van Koolwijk / Stefan Demary
und Adolph Schroedter (1805-1875) aus dem Malkasten-Archiv
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Was passiert mit Werken nach dem Ableben der Künstler:innen? Wie geht man mit deren Nachlässen um? Mit der Ausstellung „reMember“ stellt der Künstlerverein Malkasten Fragen zum Nachwirken künstlerischer Werke und rückt drei Künstlerpersönlichkeiten in den Fokus, deren Œuvres auf unterschiedliche Art und Weise bewahrt werden: Claudia van Koolwijk und Stefan Demary sowie aus dem Malkasten-Archiv Adolph Schroedter.
Claudia van Koolwijk und Stefan Demary verfolgten zwar unterschiedliche künstlerische Ansätze, dennoch verbindet sie viel. Van Koolwijk und Demary gehörten einer Generation an und prägten ab den 1980er Jahren mit ihren Arbeiten die Düsseldorfer Kunstszene: die Fotokünstlerin Claudia van Koolwijk mit ihren ungewöhnlich inszenierten Porträts, der Konzeptkünstler Stefan Demary mit seiner subtilen Manipulation von Alltagsgegenständen und -situationen. Beide studierten u.a. bei Fritz Schwegler an der Kunstakademie Düsseldorf und waren Mitglied im Künstlerverein Malkasten. Leider eint sie ebenso ihr viel zu früher Tod. Claudia van Koolwijk, geboren 1961, verstarb im Juli 2023. Stefan Demary, geboren 1958, starb im Juni 2010.
Die Werke von Claudia van Koolwijk stammen aus dem Nachlass ihrer Familie. Die Werke von Stefan Demary sind Leihgaben des Künstler:innenarchivs der Stiftung Kunstfonds.
Flankiert wird die Ausstellung durch Arbeiten von Adolph Schroedter (Schwedt/Oder 1805-1875 Karlsruhe), der nach einer Lehre als Kupferstecher zunächst an der Berliner, dann ab 1829 an der Düsseldorfer Kunstakademie studierte. Mitglied im Künstlerverein Malkasten war er von 1854 bis zu seiner Berufung als Professor für Ornamentik an das Karlsruher Polytechnikum. Er führte ein Leben in einer Künstlerfamilie und zählt zu den wichtigen Vertretern der Genremalerei der Düsseldorfer Malerschule. Er arbeitete als Maler und Zeichner und war mit Kupferstichen, Illustrationen und Radierungen literarischer Figuren erfolgreich. Aufgrund seiner satirischen Grafiken gilt er als Pionier des deutschen Comics. Durch zwei Schenkungen (2015 und 2025) verfügt der Künstlerverein Malkasten über einen Teil seines künstlerischen Nachlasses.
Begleitprogramm zu Ausstellung
30. Juni 2026, 19 Uhr: Stefan Demary. reMember
14. Juli 2026, 19 Uhr:Vortrag von Anna Wondrak, Leiterin Künstler:innenarchiv der Stiftung Kunstfonds
Zwischen Atelier, Archiv und Öffentlichkeit. Zum Umgang mit dem künstlerischen Nachlass von Stefan Demary
23. Juli 2026, 19 Uhr: Claudia van Koolwijk. reMember
11. August 2026, 19 Uhr: Vortrag von Dr. Alina Bock
Berühmtheit für mindestens 800 Jahre. Rezeption und Nachleben des Malkästners Adolph Schroedter
Abb. Claudia van Koolwijk, Stefan Demary, 1999, Copyright VG Bild-Kunst, Bonn 2026 für Claudia van Koolwijk
